Ramadan – Zeit für Barmherzigkeit

Nun ist es soweit, der islamische Fastenmonat Ramadan beginnt.

Wir danken Allah, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, dass unsere Gemeinschaft erneut diese segenreiche Zeit erreichen durften und bitten Ihn, unser Fasten, unsere Bittgebete, unsere Spenden und unsere guten Taten anzunehmen. Ameen.

Das Fasten dient vor allem dazu, sich Allahs, unseres Schöpfers und des Wesentlichen im Leben bewusster zu werden. Wir bemühen uns durch Verzicht unser Temperament zu kontrollieren, die zahlreichen Segnungen in unserem Leben zu erkennen, unseren Charakter zu verbessern und unseren Glauben zu stärken. Das Fasten verliert seinen Sinn, wenn es sich nicht positiv im eigenen Verhalten zeigt. Faustende sollten sich daher besonders vorbildlich verhalten und sich bemühen, ihren Aufgaben wie gewohnt nachzukommen, sei es im sozialen Bereich, in der Arbeit, in der Schule oder auch zu Hause. Unterstützen wir uns also gegenseitig dabei unserem Fasten einen tieferen Sinn zu geben und nach Allahs Segen und Belohnung zu streben!

Für den diesjährigen Ramadan hat die IGGÖ das Motto „Zeit für Barmherzigkeit“ gewählt.
Es ist die Zeit der Barmherzigkeit Allahs, ar Rahman, uns gegenüber. Es ist aber auch die Zeit, in der wir uns unseren Mitmenschen gegenüber barmherzig zeigen sollten. So heißt es in einem Hadith bei Muslim: „Wer nicht barmherzig ist, der findet auch kein Erbarmen.“

Der Ramadan bringt für unseren Alltag eine Reihe von Fragen mit sich, seien es die Gebetszeiten, die aktuellen Coronamaßnahmen oder Herausforderungen im Schulalltag unserer Kinder und Jugendlichen. Die Antworten auf die häufigsten Fragen stellen wir Ihnen auf dieser Seite zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten und der gesamten muslimischen Gemeinschaft einen gesegneten und frohen Ramadan.
Ramadan mubarak!

Informationen für Schüler*innen, Eltern und Lehrpersonal

Für Muslim*innen ist der Ramadan eine ganz besondere Zeit. Wir nutzen sie, um bewusster und sozialer zu leben und strengen uns an, unsere guten Taten zu mehren. Der Ramadan ändert aber gleichzeitig auch unseren gewohnten Lebensrhythmus. Das bringt auch für den Schulalltag und die Freizeitgestaltung eine Reihe von Fragen mit sich.

Dieses zum Download bereitgestellte Informationsschreiben soll Orientierung für Schüler*innen, Eltern und Erziehungsberechtigten sowie das Lehrpersonal an Schulen geben.

Gebetszeitenkalender

Anbei stellen wir Ihnen die Gebetszeiten für die Landeshauptstädte Österreichs zur Verfügung.

Zakat und Fitra

Die Zakat ist eine Art Sozialabgabe und gehört zu den fünf Säulen des Islams. Sie ist für jede*n erwachsene*n Muslim*in, die oder der über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, verpflichtend.

Wer von den Abgaben, die in einem Fonds gesammelt werden, profitiert, wird im Qur‘an erklärt: Die Zakat ist nur für die Armen und Bedürftigen und die, welche sich um die Verwaltung (der Zakat) bemühen, und die, deren Herzen gewonnen werden sollen, und für die Gefangenen und die Schuldner und die Sache Allahs und den Reisenden. (Das ist) eine Vorschrift von Allah. Siehe, Allah ist wissend und weise.“ (Qur’an 9:60)

Zakat ul-Fitr

Die Fitra-Abgabe ist eine besondere Form der Zakat. Sie wird jeweils am Ende des Fastenmonats Ramadan entrichtet, ersetzt aber nicht die jährliche Zahlung der Zakat.

Mit den Einnahmen aus Zakat- und Fitra hilft die IGGÖ bedürftigen Menschen. Gleichzeitig fördern wir die religiöse und kulturelle Bildung muslimischer Kinder in Österreich.

Die Zakat ul-Fitr beträgt pro Person 10 Euro und ist spätestens zum Festtag zu entrichten. Sie kann per Online-Überweisung bezahlt werden oder persönlich, sofern Moscheegemeinden unter Einhaltung der strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen für diesen Zweck Bereitschaftsdienste einrichten.
Der Ramadan ist ein Monat der Nächstenliebe. Zusätzlich zur Zakat ul-Fitr wird empfohlen, so viel wie möglich freiwillig zu spenden.

Sollten Sie die Zakat-ul Fitr an die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich entrichten wollen, verwenden Sie bitte folgende Kontoinformationen:

Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ)

IBAN AT67 1200 0100 0653 1965

BIC BKAUATWW

Verwendungszweck: „Zakat ul-fitr“

Ramadan und das Coronavirus

Das Fasten

Bislang deuten keine wissenschaftlichen Beweise darauf hin, dass das Fasten das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus erhöht. Die IGGÖ vertritt daher die Meinung, dass geistig und körperlich gesunde Menschen, die die religiöse Reife erreicht haben, während des diesjährigen Ramadan wie gewohnt fasten können.

Das Fasten wird im Koran und in den islamischen Überlieferungen für viele Gruppen unabhängig von der Coronapandemie als nicht obligatorisch angesehen, darunter Kinder, Personen mit körperlichen oder intellektuellen Einschränkungen, chronisch Kranke und Hochbetagte sind vom Fasten befreit. Versäumte Fastentage nachzuholen ist für alle jene zulässig, die akut erkrankt sind, sich auf Reise befinden, schwangere und stillende Frauen, Frauen im Wochenbett oder in der Menstruation.

Diese Erleichterungsregeln bestehen immer, unabhängig von der Coronapandemie und sind im Koran und in den Überlieferungen des Propheten Muhammad (saw) festgeschrieben.

Hochrisikopatient*innen bzw. Personen mit Vorerkrankungen

Angehörige von Hochrisikogruppen, Personen mit gesundheitlichen Problemen und jene, die regelmäßig Medikamente einnehmen, konsultieren bitte ihre behandelnden Ärzt*innen.

Coronatestungen

Der theologische Beratungsrat der IGGÖ bestätigt, dass die Durchführung eines Coronatests das Fasten nicht bricht.

Coronaschutzimpfung

Der sicherste und effektivste Weg, sich selbst, Ihre Familie und die am meisten gefährdeten Personen vor dem Coronavirus zu schützen, ist die Inanspruchnahme einer Schutzimpfung. Der Theologische Beratungsrat der IGGÖ bestätigt, dass der Erhalt des Impfstoffes das Fasten nicht bricht, da er keinen Nährwert enthält und intramuskulär verabreicht wird.

COVID-19-Schutzmaßnahmen für Moscheen und Einrichtungen der IGGÖ

In den vergangenen zwei Jahren haben wir im Ramadan sehr strenge Schutzmaßnahmen bis hin zur Aussetzung der Gemeinschaftsgebete erleben müssen und haben allesamt gehofft, dass wir den Ramadan dieses Jahr wieder unbeschwert begehen werden können. Doch die Coronapandemie wirft auch zum dritten Mal einen Schatten auf die bevorstehenden Wochen. Aufgrund der aktuell hohen Infektionszahlen möchten wir Sie daher eindringlich darum bitten, sich zum Wohle unserer schwächsten Gemeindemitglieder auch weiterhin an die geltenden COVID-19-Schutzmaßnahmen zu halten und insbesondere auf das Tragen eines FFP2-Maske durch Moscheepersonal und Besucher*innen zu achten!

Der Ramadan ist die Zeit der Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit. Alle Gemeindemitglieder sollten die Möglichkeit haben, dieses besondere Gefühl in einem sicheren Umfeld zu genießen. Unsere Alten, unsere Erkrankten und auch unsere Jüngsten waren es, die in den vergangenen zwei Jahren die meisten Einschränkungen erfahren haben und sie sind es, denen unsere uneingeschränkte Solidarität auch weiterhin gelten sollte!

Danke für Ihr Verständnis und Ihre Kooperationsbereitschaft!

Der Heilige Qur‘an

Der Ramadan ist der Monat des Heiligen Koran – unsere unerschöpfliche Quelle des Trostes, der Hoffnung und der Heilung für Körper und Seele.

Unserem Motto „Einheit in Vielfalt“ gemäß, haben sich Rezitatoren unterschiedlicher Herkunft zusammengeschlossen, um uns den Ramadan hindurch jeden Abend zu begleiten.

Eine Gesamtaufnahme der Qur‘an-Rezitationen wurde auch als Podcast zum Anhören auf Ihren mobilen Endgeräten zur Verfügung gestellt.

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