#rettetunseremoscheen

Liebe Geschwister,
s
ehr geehrte Damen und Herren,

die aufgrund der Corona Pandemie einhergehenden Beschränkungen treffen die Moscheen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich sehr hart. Von einem Tag auf den anderen entfallen nun die üblichen Spendensammlungen bei den täglichen Gebeten und vor allem den Freitagsgebeten, die einen maßgeblichen Teil ihrer Einnahmequellen darstellen, ersatzlos. Das führt für viele Einrichtungen dazu, dass Mieten, monatliche Erhaltungs- und Betriebskosten, Kreditraten, Lohnkosten der Imame und des Personals nicht mehr beglichen werden können. Sie stehen vor dem finanziellen Ruin.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ruft daher die muslimische Gemeinschaft dazu auf, mit ihrer Spende den Erhalt der Moscheen zu sichern, die die Generationen vor uns mit großer Mühe und teilweise mit ihren eigenen Händen aufgebaut haben und sie so vor einer Schließung zu bewahren.

Darüber hinaus stellt die Corona-Krise viele Menschen vor nicht zu bewältigende Herausforderungen, sei es, weil sie selbst oder Angehörige erkranken, die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist, sie von der Kündigungswelle betroffen sind oder ihnen als UnternehmerInnen ihre Geschäftsgrundlage verloren gegangen ist. Auch diesen Menschen, die nicht wissen, wie sie Lebensmittel, Stromrechnung oder die nächste Miete bezahlen sollen, sollen die gesammelten Spenden zugutekommen.

Mehr denn je liegt es jetzt an der gesamten muslimischen Gemeinschaft, Zusammenhalt und Solidarität zu zeigen. Helfen Sie mit Ihrer Spende, das islamische Leben in Österreich zu erhalten und sicherzustellen.

Vielen Dank

Botschaft des Präsidenten

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Geschwister!

Ich möchte mich heute an Sie wenden, um Ihnen einerseits einen Einblick in die von der Islamischen Glaubensgemeinschaft getroffenen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Coronakrise zu gewähren und andererseits, um einen vorsichtigen Blick in die Zukunft zu wagen.

Wie die meisten von Ihnen ja wissen, hat unsere Glaubensgemeinschaft als erste Religionsgemeinschaft überhaupt bereits vor den ersten Regierungserlässen Maßnahmen zum Schutz unserer Gemeindemitglieder und Mitmenschen getroffen. Am 10. März haben wir verfügt, die Freitagsgebete in allen österreichischen Moscheen bis auf Weiteres auszusetzen. Einige Tage später mussten dann auch die Gemeinschaftsgebete und generell alle Aktivitäten in unseren Einrichtungen eingestellt werden. Wir haben in dieser Angelegenheit im Rahmen unserer Möglichkeiten wirklich sehr schnell reagiert und, wie sich bald herausgestellt hat, auch die richtigen Entscheidungen getroffen. Denn der sorgsame Umgang mit unserer Gesundheit und der Schutz nicht nur unseres eigenen Lebens, sondern auch jenes unserer Mitmenschen, sind auch grundlegende islamische Gebote.

Zur Unterstützung unserer Kultusgemeinden, Moscheegemeinden und Fachvereine haben wir einen detaillierten Maßnahmenkatalog veröffentlicht, der nicht nur die notwendigen Beschränkungen erläutert, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen bezüglich weiterer Schutzmaßnahmen sowie der spirituellen Betreuung ihrer Mitglieder beinhaltet. Die Aufklärung über Schutz- und Hygienebestimmungen erfolgte dabei auf unterschiedlichen Sprachen.

Weil Krankenbesuche und seelsorgerische Tätigkeiten generell derzeit nicht mehr mit persönlichem Kontakt erfolgen dürfen, haben wir eine mehrsprachige Seelsorge über Telefon sowie eine Onlineberatung eingerichtet, um unseren Mitmenschen in Zeiten vermehrter psychischer Belastung weiterhin beistehen zu können.

Wir versuchen darüber hinaus, trotz räumlicher Distanz über unsere Online Kanäle mit Ihnen in Verbindung zu bleiben und die Gemeinschaft weiterhin zu pflegen. Der Austausch von Erfahrungen und Vorschlägen von Geschwistern, die die Zeit daheim nützlich verbringen oder aber auch in sogenannten systemrelevanten Berufen weiterhin aktiv sind, soll Sie in dieser schweren Zeit ermutigen. Mit regelmäßigen Kurzvorträgen, Predigten, Qur’an-Rezitationen und gemeinsamen Bittgebeten möchten wir Sie gemeinsam mit unseren Islamischen ReligionslehrerInnen auch spirituell durch diese Wochen begleiten.
Sie können alle Initiativen und Angebote auf unserer Homepage oder unseren Social Media Kanälen nachlesen und verfolgen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Beschränkungen und Vorschriften unterstützen wir als Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich selbstverständlich uneingeschränkt. Und auch die muslimische Bevölkerung beweist Tag für Tag ihre Kooperationsbereitschaft. Dafür bin ich dankbar.

Es freut mich sehr, dass zahlreiche Moscheeführende gemeinden, muslimische Vereine, Einzelpersonen, Jugendliche und Familien sich in ihren Bundesländern und Städten in Hilfsprojekten zusammengeschlossen haben und beispielsweise in der Nachbarschaftshilfe sehr aktiv sind, um ältere und bedürftige Menschen zu unterstützen. Auch arbeiten viele Musliminnen und Muslime in gerade jenen Bereichen, die aktuell ganz besonders wichtig für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens und die Versorgungssicherheit in unserem Land sind.

Für gerade diese Personen an der vordersten Front, für den Erhalt unserer Gesundheitssystems und für das Wohlergehen all unserer Mitmenschen gilt es, uns auch weiterhin ausnahmslos an die vorgegebenen Maßnahmen zu halten. Vielleicht haben Sie schon gehört, dass sogar der islamische Gebetsruf anders als gewohnt gerufen wird: Anstatt Hayyaal essalah und hayyalel felah hören wir esselatu fi buyutikum. Also die Aufforderung: Betet zu Hause! Zuhause bleiben, Abstand halten, Hygienemaßnahmen befolgen. Nur so schützen wir die gesamte Bevölkerung und können, so Gott will, diese schwierige Situation so schnell wie möglich überstehen.

Noch ist nicht abzusehen, inwiefern sich unsere Gesellschaft, unsere Welt in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln werden. Diese Erfahrungen könnten dazu führen, dass sich unsere Lebensrealität verändern wird, wir uns auf neue Gegebenheiten einstellen werden müssen. Vielleicht ist dies auch eine Chance für unsere Gesellschaft. Jedenfalls aber ist es eine Chance für jeden Einzelnen von uns, seine Gewohnheiten zu überdenken, zu ändern und von den Erfahrungen zu profitieren. „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt“, sagte schon Mahatma Ghandi.

Ja, meine Damen und Herren, oft neigen wir dazu, auf unseren Schöpfer und seine zahlreichen Segnungen zu vergessen, wenn es uns gut geht. Geschehnissen und Krisen in weit entfernten Ländern berühren uns in der Regel nur wenig. Wir empfinden unsere Lebensweise, unseren Komfort, unsere Gesundheit als selbstverständlich. Niemand von uns hätte noch vor ein paar Wochen gedacht, dass uns Bilder wie jene aus China auch vor unserer eigenen Haustür erreichen könnten. Aber nun stecken wir plötzlich in einer globalen Krise und absoluten Ausnahmesituation. Ja, unser Alltag hat sich komplett verändert. Plötzlich befinden wir uns in existenziellen Nöten, verlieren die Hoffnung und verzweifeln. Aber: gerade in schwierigen Zeiten heißt es, die Hoffnung nicht aufzugeben. Im Gegenteil, wir sollten uns den Herausforderungen verantwortungsvoll mit der nötigen Geduld und Demut stellen, uns bemühen, einen Beitrag im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten.

Es ist mir vollkommen bewusst, dass diese Krise für viele von Ihnen weitreichende Folgen hat. Jeder von uns ist auf die eine oder andere Art betroffen. Sei es, weil sie selbst oder Angehörige erkranken, die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist, sie ihren Job verloren haben oder ihnen als Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Geschäftsgrundlage verloren gegangen ist. Immer mehr Menschen melden sich bei uns, weil sie vor nicht zu bewältigenden Herausforderungen stehen, sie nicht wissen, wie sie Lebensmittel, Stromrechnung oder die nächste Miete bezahlen sollen.

Gleichzeitig treffen die gesundheitlich notwendigen Beschränkungen unsere Moscheen sehr hart, denn durch das Versammlungsverbot fallen die üblichen Spendensammlungen bei den täglichen Gebeten und vor allem den Freitagsgebeten, die einen maßgeblichen Teil ihrer Einnahmequellen darstellen, jetzt ersatzlos weg. Das führt für viele Einrichtungen dazu, dass Mieten, monatliche Erhaltungs- und Betriebskosten, Kreditraten, Lohnkosten der Imame und des Personals nicht mehr beglichen werden können.

Jetzt heißt es also mehr denn je, als Ummah zusammen zu halten! Die Islamische Glaubensgemeinschaft ruft daher eine Spendensammlung ins Leben, denn es ist unsere gemeinsame Pflicht, einerseits jenen Mitmenschen beizustehen, die nun in Not geraten sind, andererseits aber auch den Erhalt unserer Moscheen zu sichern, die die Generationen vor uns mit großer Mühe und teilweise mit ihren eigenen Händen aufgebaut haben. Nähere Informationen dazu hoffen wir Ihnen bereits in den nächsten zukommen zu lassen. Bitte folgen Sie uns.

Abschließend erlauben Sie mir bitte noch eine Anmerkung: Ich weiß, dass viele gerne hören würden, dass die Beschränkungen die Moscheen und Gebetshäuser betreffend so bald wie möglich enden mögen. Vor allem angesichts des bevorstehenden Fastenmonats Ramadan. Den Erlässen der Bundesregierung folgend, mussten wir unsere Maßnahmen um weitere zwei Wochen bis 13. April verlängern. Auch unser weiteres Vorgehen wird sich alternativlos an den Vorgaben der Gesundheitsbehörden und Regierung orientieren müssen. Bleiben wir aber zuversichtlich. Egal wie es kommt, nichts geschieht ohne Grund. Wie heißt es im Qur’an? „Nichts kann uns treffen außer dem, was Allah uns bestimmt hat. Er ist unser Beschützer. Und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute und vor allem Gesundheit, Geduld und Zuversicht.

Mag. Ümit Vural
Präsident der IGGÖ

Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete wird verlängert

1. Den gesetzlichen Vorgaben der Regierung folgend müssen wir die Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete sowie jedwede Aktivität in unseren Moscheen und Vereinsräumlichkeiten leider bis 13. April 2020 verlängern. Jede weitere Entscheidung wird sich auch weiterhin an den Regierungserlässen orientieren. Wir danken für Ihr Verständnis!

2. Ab 2. April wird die IGGÖ jeden Donnerstag um 20 Uhr eine kurze Qur’an-Rezitation und ein Bittgebet auf ihren sozialen Medien und YouTube ausstrahlen. Wir rufen alle Geschwister auf, sich unserem Bittgebet von zuhause anzuschließen. Trotz räumlicher Distanz bleiben wir doch im Glauben vereint! Bitte leiten Sie diese Information weiter.

Informationen zu finanziellen Unterstützungsmaßnahmen

Informationen zur Mietzinsreduktion für Moscheegemeinden, Kultusgemeinden und Fachvereine

Uns ist bekannt, dass viele Kultusgemeinden, deren Moscheeeinrichtungen, Moscheegemeinden und Fachvereine derzeit finanzielle Einbußen hinnehmen müssen und daher ihre Kosten senken müssen. Eine Frage, die sich oft stellt ist folgende: Wenn durch die Corona-Krise das Geschäftslokal nicht mehr verwendet werden kann, hat der Mieter die Möglichkeit die Miete zu reduzieren?

Das Bundesministerium für Justiz vertritt unvorgreiflich der unabhängigen Rechtsprechung die Rechtsansicht, dass das ABGB für den Fall, dass ein Geschäftsraummieter seine Geschäftsräumlichkeiten aufgrund der getroffenen Maßnahmen gegen das Coronavirus (COVID-19) nicht mehr nutzen kann, bereits Regelungen vorsieht. Aus den §§ 1104 f ABGB und § 1096 ABGB kann abgeleitet werden, dass nach geltendem Recht der Vermieter das Risiko dafür trägt, dass der Geschäftsraum wegen außerordentlicher Zufälle nicht gebraucht werden kann. Dem Mieter einer Geschäftsräumlichkeit kann daher – je nach Grad der Einschränkung – eine Mietszinsreduktion (bis zum gänzlichen Mietzinsentfall) zustehen. Dies gilt für alle Geschäftsraummieten, unabhängig davon, ob das MRG anwendbar ist. Freilich müssen jeweils die Umstände des Einzelfalls und der konkrete Vertrag berücksichtigt werden.

Es zeichnet sich also eine zumindest eine teilweise Mietfreistellung ab. Jedenfalls ist es allerdings wichtig mit Ihrem Vermieter in Kontakt zu treten und eine gütliche Einigung zu suchen.

Informationen zur Kurzarbeitsregelung für Moscheegemeinden, Kultusgemeinden und Fachvereine

Neben den bereits angesprochenen Zahlungen für Miete, stellen die Kosten für Mitarbeiter eine große Hürde dar. Es stellen sich daher viele von Ihnen die Frage, ob das Covid-19 Kurzarbeitsmodell für eine Kultusgemeinde, Moscheegemeinde oder einen Fachverein in Frage kommen könnte. Eine definitive Antwort darauf können wir leider nicht geben, da es nahezu täglich Änderungen der Voraussetzungen gibt. Wir gehen derzeit jedoch davon aus, dass Körperschaften des öffentlichen Rechts, wie eben Kultusgemeinden, Moscheegemeinden oder Fachvereine, nicht von dem Zugang zu Covid-19 Kurzarbeit ausgenommen sind und daher einen Antrag auf Kurzarbeit stellen können. Sollte dies bei Ihnen nötig sein, um Kündigungen zu verhindern, empfehlen wir dies. Wichtig ist jedoch, dass die tatsächliche Arbeitszeit auch Berücksichtigung findet.

Sollte also jemand derzeit nur auf 50% seines Arbeitspensums kommen, so ist auch nur eine 50%-ige Kurzarbeit zu beantragen.

Nähere Informationen zur Kurzarbeitsregelung finden Sie auf der Seite der Arbeiterkammer.

#ichbleibzuhause

IGGÖ stellt Räumlichkeiten zur Verfügung

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich hat sich solidarisch dazu entschlossen, der österreichischen Bundesregierung und den Behörden ihre aufgrund der derzeitigen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis auf Weiteres geschlossenen Räumlichkeiten, sofern sie den Bedürfnissen und Anforderungen entsprechen, in ganz Österreich zur Verfügung zu stellen, um dem eventuellen Auftreten fehlender räumlicher Kapazitäten zur Versorgung von Bedürftigen entgegenwirken zu können.

„Diese Zeiten sind für alle Mitmenschen gleichermaßen herausfordernd. Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und uns mit besonders schutzbedürftigen Menschen zu solidarisieren“, so Präsident Vural.

Sollten Gesundheitsbehörden, Nichtregierungsorganisationen, der Sicherheitsapparat oder technische Hilfswerke daher Bedarf an Räumlichkeiten haben, bietet die IGGÖ an, entsprechend geprüfte und adaptierte Standorte vorrübergehend umzufunktionieren. Denkbar wäre die Einrichtung von Notquartieren, Lazaretten, Untersuchungszentren oder Räumlichkeiten für Blutspenden und Lebensmittelversorgung.

Gleichzeitig bedankt sich die IGGÖ für das rasche und äußerst kompetente Handeln der Bundesregierung in dieser unerwarteten und in ihren Folgen noch nicht abschätzbaren Krise. Auch weiß sie es zu schätzen, dass alle Glaubensgemeinschaften aktiv in Entscheidungen der Bundesregierung einbezogen wurden und auf diese Weise die der Situation angepasste religiöse Seelsorge für die Bevölkerung gesichert ist, denn auch die Glaubensgemeinschaften sind in dieser angespannten Lage als Ansprechpartner wichtig und extrem gefordert.

Gemeinsam trotz Distanz

Aushänge zum Ausdruck

Schutzmaßnahmen COVID-19

Anbei finden Sie die von der österreichischen Bundesregierung empfohlenen Schutz- und Hygienemaßnahmen zum Ausdruck.

Maßnahmenkatalog COVID-19

Maßnahmenkatalog für die Moscheegemeinden, Kultusgemeinden und Fachvereine der IGGÖ

Religionsvertreter beschließen weitere Maßnahmen

Aufgrund der jüngsten Erkenntnisse zum Coronavirus haben sich auf Einladung der Bundesregierung heute die Vertreter aller anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt versammelt. Gemeinsam wurde entschieden, die Aktivitäten in den religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich hatte ja den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden folgend bereits vor zwei Tagen verlautbart, die Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit vorübergehend auszusetzen. Dieser Schritt hat sich nun angesichts der dramatischen Entwicklungen als richtig und vernünftig erwiesen, denn die kommenden Wochen scheinen entscheidend, wenn es um die effektive Eindämmung einer weiteren Ausbreitung der Pandemie geht.

Die Tore der Moscheen bleiben für die täglichen Gebete und die Seelsorge so wie bisher verkündet weiterhin geöffnet, denn gerade in Zeiten wie diesen brauchen die Menschen den seelischen und spirituellen Zuspruch ganz besonders. Jedoch ruft die IGGÖ ihre Einrichtungen dazu auf, penibel darauf zu achten, Menschenmengen in ihren Räumlichkeiten zu vermeiden.

„Unsere größte Sorge gilt den älteren und schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Sie gilt es nun ganz besonders zu schützen“, so Präsident Vural. Er hält daher alle Musliminnen und Muslime dazu an, den Forderungen der Bundesregierung nachzukommen, die empfohlenen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, auf größere Zusammenkünfte auch innerhalb der Familie so weit wie möglich zu verzichten und all jenen Personen, die diese benötigen, ihre Unterstützung zukommen zu lassen.

Statement des theologischen Beratungsrates

Dipl. Theologe Mahmud Yavuz, Mitglied des theologischen Beratungsrates der IGGÖ, erklärt die Entscheidung, die Freitagsgebete in unseren Moscheen vorläufig bis 1. April 2020 auszusetzen.

Vorübergehend keine Freitagsgebete

Die Bundesregierung hat heute, Dienstag, den 10. März 2020 Maßnahmen zum weiteren Umgang mit dem Coronavirus formuliert, die große Einschränkungen auf das öffentliche Leben und den muslimischen Alltag zur Folge haben.

Den Vorgaben der Gesundheitsbehörden folgend hat der theologische Rat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) daher beschlossen, dass ab Freitag, den 13. März bis vorerst 1. April 2020 österreichweit keine Freitagsgebete in Moscheen abgehalten werden dürfen. Dies gilt auch für kleine Gebetshäuser, die sonst mit großem Andrang zu rechnen hätten. Diese Maßnahme soll zur Eindämmung einer weiteren Ausbreitung der Epidemie beitragen.

Aus islamischer Sicht sind diese Maßnahmen gerechtfertigt, denn die Verpflichtung zur Durchführung des Freitagsgebetes gilt als aufgehoben, wenn Krankheit oder Sorge um das eigene Leben oder jenes von Familienangehörigen vorliegen.

Ausnahmslos alle Moscheen und Imame sind dazu angehalten, sich an diese Vorsichtsmaßnahmen zu halten. Ebenso soll die Abhaltung größerer Veranstaltungen und Versammlungen innerhalb der islamischen Einrichtungen möglichst vermieden werden. Die Moscheen bleiben jedoch für das tägliche Gebet und seelsorgerische Dienste geöffnet.