Der Präsident der IGGÖ – Mag. Ümit Vural
Zur Person

Geboren am 1. Jänner 1982 in Anatolien, in der Türkei, reiste Ümit Vural als Kind im Alter von sechs Jahren mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Geschwistern nach Österreich. Sein Vater war bereits zehn Jahre zuvor, im Jahr 1978, als Gastarbeiter nach Österreich gekommen. Als Sohn eines Maurers und einer Hausfrau begann Vural im Schuljahr 1988/89 die Volksschule Johnstrasse im 15. Wiener Gemeindebezirk zu besuchen. Im Jahr 2000 maturierte er am Gymnasium am Henriettenplatz und nahm anschließend das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien auf. Im Juni 2008 schloss er das Studium erfolgreich ab. Im September 2008 begann er als Rechtspraktikant mit Zuteilungen am Bezirksgericht Meidling, dem Straflandesgericht Wien und dem Arbeits- und Sozialgericht Wien zu arbeiten. Seit 2009 ist er  in der renommierten Rechtsanwaltskanzlei Dr. Rudolf Mayer beschäftigt.

Religiöse Erziehung

Im Alter von sieben Jahren nahm Ümit Vurals Vater seinen Sohn in die nächstgelegene Moschee mit, die Aziziye Moschee. Dort sammelte er seine ersten Erfahrungen mit seiner Religion, er genoss eine islamische Erziehung und Bildung und wurde zum Imam ausgebildet. Zudem wurde Vural Leiter der Jugend der Moschee, die bis heute einen hohen Stellenwert in seinem Leben hat. Kurz nach Beginn seines Universitätsstudiums gründete er die interkulturelle Studentenvereinigung, deren Vorsitz er bis 2008 inne hatte. Im Jahr 2009 war er federführend bei der Gründung der Liste Perspektive, die nach den Arbeiterkammerwahlen im Jahr 2009 erstmals drei Kammerräte stellte und den Fraktionsstatus erreichte. Von 2009 bis 2019 war Vural Fraktionsvorsitzender und Kammerrat.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft

Seine ersten Begegnungen und Erfahrungen mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft gehen zurück auf das Jahr 2014, als ihn der damalige Präsident Dr. Fuat Sanaç und der Oberster Rat im Oktober ersuchten, Gespräche im Zusammenhang mit der Novellierung des Islamgesetzes zu übernehmen. Von Oktober 2014 bis März 2015 war Ümit Vural intensiv damit beschäftigt, die Anliegen und Erwartungen der muslimischen Gemeinschaft in die Gespräche mit der Politik einzubringen. Das Grundanliegen der MuslimInnen, das Islamgesetz für die Islamische Glaubensgemeinschaft zu beanspruchen, war allerdings trotz aller intensiven Bemühungen nicht mehr möglich umzusetzen. Aber immerhin gelang es Vural, wesentliche Änderungen und Adaptierungen zu erreichen.

Ebenfalls verantwortlich war Ümit Vural war auch für die Erarbeitung der Verfassung der Islamischen Glaubensgemeinschaft, die von da an den Vorgaben des neuen Islamgesetz zu entsprechen hatte. Im Juni 2016 wurde er dann zum Vorsitzenden des Schura Rates der IGGÖ gewählt. Unter seiner Leitung wurde der Schura Rat zu einem lebendigen Parlament belebt und moderne Strukturen implementiert. Aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit als Vorsitzender des Schura Rates, wurde er als Kandidat für die Funktion des Präsidenten der IGGÖ bei den vorzeitigen Wahlen im Dezember 2018 vorgeschlagen wurde, bei denen Ümit Vural schließlich mit 88% der gültigen Stimmen zum fünften Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft gewählt wurde.

In seiner Funktion als Präsident der IGGÖ möchte Ümit Vural die Kooperation sowohl mit anderen Kirchen und Religionsgesellschaften, als auch mit der Zivilgesellschaft ausbauen und stärken. Ihm ist auch in schwierigen Zeiten an einem guten Verhältnis mit dem politischen Österreich gelegen, weshalb er stets versucht, mit allen politischen Stakeholdern konstruktiv zusammenzuarbeiten. Innerhalb der IGGÖ ist Vural die Stärkung der Strukturen und die Schaffung von vermehrter Transparenz ein dezidiertes Anliegen. Sein Ziel ist eine klare und neutrale Verwaltung der IGGÖ sowohl nach Innen, als auch nach Außen.

Auf Vurals Präsidentschaft geht die neue Vision der IGGÖ zurück: „Einheit in Vielfalt; Stärke im Zusammenhalt. Der österreichische Weg zu einer europäisch-muslimischen Identität.“

Privates

Ümit Vural ist verheiratet und Vater von vier Kindern. In seiner Kindheit und den Jugendjahren spielte er Fußball, zuletzt beim FavAC. Sein Fußballerherz schlägt aber für den FC Rapid Wien.

Er absolvierte seinen Zivildienst beim Wiener Hilfswerk und war in seiner Zeit Obmann der dort tätigen  Zivildiener.