Weiße Bänder im Islamischen Religionsunterricht

Projekt "Weiße Bänder" auch im Islamischen Religionsunterricht

Islamische ReligionslehrerInnen in ganz Österreich haben die Aktion “Wir halten zusammen – Glauben verbindet!” in ihren Unterricht eingebaut und mit ihren Schülerinnen weiße Armbänder und Schärpen gebastelt, um diese in Klassenräumen, Schulgebäuden oder aber auch an Eingängen von Moscheen anzubringen.

Albanische Kultugemeinde betet für die Opfer

Albanische Kultusgemeinde betete für Opfer
Imame und Vorsitzende der albanischen Kultusgemeinde (ALKIG) in der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) haben am Montag eigens der Opfer des Terroranschlags in Wien gedacht und für sie gebetet.

Die Imame der albanischen Kultusgemeinde haben heute gemeinsam mit den Vorsitzenden der Moscheeeinrichtungen der Opfer des Terroranschlags gedacht und für sie gebetet. Imame und Vorsitzende aus ganz Österreich waren bei der heutigen Gedenkkundgebung anwesend und haben einige Auszüge aus dem Koran vorgetragen und Bittgebete gesprochen. ALKIG hat den Angriff am Montagabend scharf verurteilt, bei dem nicht nur Wien, sondern ganz Österreich die schrecklichste Nacht erlebt hat. Der Präsident der ALKIG, Vahidin Beluli betonte: “Eine solche Handlung ist für jedermann beschämend und inakzeptabel, unabhängig von Herkunft, Religion oder Ideologie.”

 

ALKIG betet, dass sich solche Anschläge an keinem Ort auf der Welt wiederholen mögen und dass dieser Fall ein Anlass für die gesamte Gesellschaft sei, sich nicht Spalten zu lassen sondern gemeinsam für gegen jeden Versuch, der die Ordnung und den Frieden der Gesellschaft zerstört, einzusetzen und somit den Zusammenhalt und den Frieden untereinander zu stärken.

Wir werden uns noch mehr dafür einsetzen, diese Werte zu schützen und zu erhalten. Wir haben unsere Gemeinden und insbesondere die Jugend ständig aufgefordert, nicht von den Lehren und Leitlinien abzuweichen, die von unserer Gemeinde verkündet werden, weil sie in Gefahr geraten könnten. Aber es gab Personen außerhalb unserer Gemeinschaft, die auf falsche Wege abgebogen sind und sich radikalisieren haben, um folglich ihre falschen Vorstellungen zu verwirklichen.

ALKIG wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Solidarität und Menschlichkeit immer im Vordergrund stehen. Möge diese Welt eine Welt des gegenseitigen Respekts, der Versöhnung und des Friedens sein. Amin!

Oberösterreich: Interreligiöses Friedensgebet in Wels

Oberösterreich: Interreligiöses Friedensgebet in Wels

Anlässlich des Terroranschlages am 2.11. in Wien veranstaltete die Evangelische Pfarrgemeinde Wels gemeinsam mit der Kath. Pfarrgemeinde Wels-St. Franziskus und dem Bosnisch-österreichischen Kulturzentrum ein Interreligiöses Friedensgebet.

Die öffentliche Veranstaltung fand am Minoritenplatz vor dem Archäologischen Museum statt.

Statement des Dipl.Päd. Senad Podojak

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freunde! Grüß Gott! Schalom und Selam!

Möge der barmherzige Gott das friedliche Zusammen aller Menschen schützen!

Ich stehe vor Ihnen als Bürger dieses Landes, als Mensch, der wie Sie und wir um Worte ringt. Was in Wien am vorigen Montag geschehen ist, macht uns fassungslos. Es macht uns traurig. Es macht uns auch zornig. Denn geschehen ist, was wir alle doch zutiefst fürchten: geliebte Menschen zu verlieren. Nichts kann diese sinnlose Tat erklären. Und nichts wird sie ungeschehen machen können.

Viele, die heute hier sind, sind voller Trauer, sind ratlos, fühlen sich alleingelassen. Aber gerade deshalb tut es gut, hier zu sein an diesem Ort, sich zu versammeln in aller Stille und gemeinsam zu trauern. In dieser Stunde hier auf diesem Platz spüren wir, dass wir nicht allein sind. Wir spüren, dass es diese Gemeinschaft gibt, die Entsetzen und Wut teilt, aber eben auch Trauer, Anteilnahme und Solidarität zeigt. Eine Gemeinschaft, die wir alle brauchen, die jede Gesellschaft braucht – eine Gemeinschaft, die zusammenhält.

Heute zeigen wir als Gesellschaft, dass wir zusammenstehen müssen. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir laufen nicht auseinander. Wir trauern. Wir nehmen Anteil, und wir sehen, dass wir eins sind in unserer Trauer, einig gegen Hass, Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus und Gewalt. Wir stehen an der Seite der Menschen, die von rassistischem Hass bedroht sind. Und wir gemeinsam stehen Seite an Seite gegen Gewalt und gegen eine Sprache der Ausgrenzung und Herabwürdigung, die der Gewalt allzu häufig den Weg bereitet.

Die Gewalt meine Damen und Herrn, darf nicht im Namen Gottes oder einer Religion gerechtfertigt werden! Darum bitte ich Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: Zeigen Sie Rücksichtnahme, zeigen Sie Solidarität!

Wir stehen zusammen. Wir halten zusammen. Wir wollen zusammenleben und wir zeigen es, wieder und wieder. Es ist unser stärkstes Mittel gegen den Hass.

Kärnten: Interreligiöses Gebet

Kärnten: Interreligiöses Gebet als sichtbares Zeichen für Frieden und Toleranz

Das interreligiöse Friedensgebet zum Abschluss des #prayforvienna-Gebetsgedenkens der Klagenfurter Stadtpfarren Dom, St. Hemma, St. Martin und St. Egid sei ein „sichtbares Zeichen des gemeinsames Eintretens für Frieden und Toleranz, über Religions- und Kulturgrenzen hinweg“, sagte Diözesanbischof Dr. Josef Marketz gestern Abend im Klagenfurter Dom. Gemeinsam mit dem Kärntner Bischof haben Superintendent Mag. Manfred Sauer, Adnan Gobeljic, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Kärnten, und der rumänisch-orthodoxe Pfarrer Mag. Visarion Viorel Ipati für die Opfer des Terroranschlags in Wien gebetet. Auch die Teilnahme von Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser am Friedensgebet sei, so der Kärntner Bischof, „ein großes und wichtiges Zeichen“. Der Terroranschlag in Wien hätte nicht nur Angehörige und Freunde zurückgelassen, sondern „ein Volk, das tief erschüttert ist über den offensichtlichen Hass eines Menschen, der in sinnloser Weise Unschuldigen das Leben kostete“, so Bischof Marketz.

 

Quelle: Katholische Kirche Kärnten

Oberösterreich: Beratungen nach Terroranschlag

Oberösterreich: Beratung nach Terroranschlag

Der Terroranschlag in Wien hat ein Echo, das bis heute nachhallt. Die islamische Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich hält Sonntagabend ihre Vorstandsitzung ab. Am Programm: Gespräche und Evaluierung der Moscheen, um radikale Tendenzen schon im Vorfeld zu bemerken.

In den Moscheen gäbe es keine Probleme, hieß es im Vorfeld. Aber manche Vereine machen den offiziellen Vertretern der Muslime offenbar Sorgen.
Der Vorsitzende der islamischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich, Binur Mustafi, sagte im Interview mit Radio Oberösterreich: „Menschen kommen nicht nur unter dem Dach einer Moschee zusammen, hierbei spielen auch Vereine – ganz normale Vereine, die nach dem Vereinsgesetz geführt wurden – auch eine gewisse Rolle, wo dann die Glaubensgemeinschaft natürlich keinen Zugriff hat.

Missbrauch im Namen des Islams

Menschen würden auch diese Vereine missbrauchen, „sie missbrauchen sie im Namen des Islams, im Namen ihrer Religion oder anderer Interessen und das Spektrum, was wir nicht erreichen können – beziehungsweise die, die nicht zu uns kommen – das ist natürlich ein Bereich, der uns in Zukunft noch beschäftigen wird”, so der Vorsitzende.

Anfeindungen auf der Straße

Das Verhalten gegenüber Muslimen habe sich seit dem Terroranschlag – auch in Oberösterreich – verändert, so Mustafi. Viele Mitglieder der Glaubensgemeinschaft kontaktieren die Verantwortlichen, weil sie Anfeindungen auf der Straße begegnen, „wo sie angespuckt werden, angeschrien werden“. In Freistadt habe die Einrichtung einen Drohbrief erhalten und in Wels seien die Hauswände des islamischen Vereins beschmiert worden.

Quelle: ORF

Österreichweit wird heute in Moscheen den Opfern des Terroranschlags gedacht

Österreichweit wird heute in Moscheen den Opfern des Terroranschlags gedacht

Wien (OTS/IGGÖ) – Wenige Tage nach dem brutalen Anschlag in der Wiener Innenstadt befindet sich die muslimische Bevölkerung gemeinsam mit dem ganzen Land noch immer in einem Zustand der Fassungslosigkeit und des Schmerzes. In den vergangenen Tagen ist die österreichische Bevölkerung in Trauer zusammengerückt, die Spitzen der Kirchen und Religionsgemeinschaften haben ihre Verbundenheit demonstriert und auch die Bundesregierung hat mit ihren besonnenen Worten ihren Beitrag dazu geleistet, die Gesellschaft vor einer Spaltung zu bewahren.

“Nun, da uns der Terror vor unserer eigenen Haustür erreicht hat, ist es den österreichischen MuslimInnen mehr denn je ein Anliegen, den Missbrauch ihrer Religion für die Verbreitung von Gewalt und Terror zu verurteilen und ihrem tief empfundenen Mitgefühl Ausdruck zu verleihen. Diesen Geist des Zusammenhalts in die Zukunft zu tragen ist unsere gemeinsame Verantwortung“, gibt sich IGGÖ-Präsident Vural hoffnungsvoll.

In den österreichweit rund 350 Moscheen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) wird heute daher im Rahmen des Freitagsgebets den Opfern des Terroranschlags von Montagabend gedacht. In einer einheitlichen Predigt werden die MuslimInnen dazu aufgerufen, für Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten, die Vielfalt unserer Gesellschaft als gottgewollt zu begrüßen und ihre Stimme zu erheben, um den Grundwerten des Islam entsprechend Vertrauen durch ihre Worte und Taten aufzubauen. All dies im Sinne der Überlieferung des Propheten Muhammad: „Der Muslim ist derjenige, von dessen Zunge und Hand die Menschen in Sicherheit sind.“

Mit weißen Bändern gegen Hass

Mit weißen Bändern gegen Hass
In Wien ist die überkonfessionelle Aktion „Wir halten zusammen – Glaube verbindet!“ gestartet worden. Schulkinder aller Religionszugehörigkeiten knüpfen weiße Bänder mit Friedensbotschaften an Kirchen, Moscheen und Synagogen.

Die weißen Bänder, die mit persönlichen Friedensbotschaften versehen sind, kann man auch als Armbänder selbst tragen oder an Freunde verschenken. Das ist der Grundgedanke der neuen Aktion, mit der ein Kontrapunkt zum Terroranschlag vom vergangenen Montag gesetzt werden soll. Der Startschuss der Aktion erfolgte am Freitagvormittag vor dem Wiener Stephansdom.

„Frieden fängt in unseren Herzen an, in der Liebe zum Nächsten, im Verzicht auf Hasspostings; aber auch im gemeinsamen Anbringen eines Freundschafts- oder Friedensbandes als Zeichen dafür, dass wir zusammenhalten“, so die Wiener Schulamtsleiterin Andrea Pinz bei der Startaktion.

Die Initiative geht vom Schulamt der Erzdiözese Wien aus, wird aber u.a. auch von der evangelischen und orthodoxen Kirche und der Islamischen Glaubensgemeinschaft mitgetragen. Die Gestaltung der Bänder soll vor allem im Religionsunterricht stattfinden.

Quelle: https://religion.orf.at/stories/3202780/

Vorarlberg: Gebet für den Frieden

Vorarlberg: Online-Gebet für den Frieden

„Angesichts der Gewalt und des Hasses, die hinter den jüngsten Anschlägen stehen, ist es für uns alle gerade jetzt lebenswichtig, den Kontakt zueinander nicht abreißen zu lassen. Denn wenn das Grauen einem den Mund versiegelt und es uns angesichts von Mord und Terror die Stimme verschlägt, ist es das Gemeinsame, das tröstet“, betont Bischof Benno Elbs im Namen der Plattform „Religionen für den Frieden“. Gemeinsam, das bedeutet in Zeiten von Corona eben nicht analog, sondern digital. Und deshalb lautet die Einladung der ReligionsvertreterInnen eben auch: Gemeinsam beten: ja – und zwar per Livestream.

 

In der Plattform vertreten sind neben der katholischen, evangelischen, orthodoxen und altkatholischen Kirche auch der Islam, der Buddhismus und die Glaubensgemeinschaft der Bahai. Als Zeichen der Hoffnung werden Kerzen entzündet und Segensgebete aus den einzelnen Religionen gesprochen. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Gebet um Frieden. „Lassen wir uns vom Terror nicht diktieren, wen wir zu unseren Freunden zählen“, antwortet Bischof Benno Elbs damit auf die aktuelle Stimmung aus Angst und Unsicherheit, „und bemühen wir uns gerade heute mit aller Kraft und mehr denn je gemeinsam um die Werte, die unsere Gesellschaft stark machen: Freiheit, Vertrauen, Solidarität und Menschlichkeit.“

Islamischer Religionsunterricht nach dem Terroranschlag in Wien

Islamischer Religionsunterricht nach dem Terroranschlag in Wien

Islamischem Religionsunterricht kommt in diesen Tagen eine besondere Bedeutung zu. Schülerinnen und Schüler erhalten hier Gelegenheit, die entsetzlichen Terroranschläge in mehrfacher Hinsicht für sich zu verarbeiten. Dabei geht es zunächst um eine emotionale Bewältigung und einen Raum, eigene Ängste und Fragen offen auszusprechen. Die Lehrer/innen sind konfrontiert mit Aussagen wie: „Ich liebe meine Religion. Ich verstehe nicht, wie jemand so etwas Schreckliches tun kann und auch noch meint, ein „guter Muslim“ zu sein?“ oder „Die Leute denken oft eh schlecht vom Islam. Und dann war der Täter noch ein ganz junger Mann. Werde ich jetzt schief angeschaut?“. Auch die Fragen „Wie ist ein Täter zum Täter geworden? Was waren die Beweggründe? Gibt es da etwas, was alle Extremisten gemeinsam haben? Dass ich das gleich erkennen kann?“ und vor allem „Was kann ich tun?“ sind sehr präsent.

Die Religionslehrer/innen sind demnach nicht nur in ihrer seelsorgerischen Kompetenz gefragt. Sie können auch eine inhaltliche Bearbeitung anbieten, aufbauend auf dem, was auch sonst im Unterricht vermittelt wird. Im aktuellen Kontext ist hier eine zusätzliche Präzisierung gefragt.

Das Schulamt der IGGÖ hat dazu einen mehrseitigen Leitfaden an die Lehrer/innen versandt, der Unterstützung bieten soll.  Entlang der im Religionsunterricht zentralen Grundkompetenzen werden Unterrichtsziele sehr klar kommuniziert und bieten somit einen pädagogischen Handlungsrahmen.

Beispielhaft seien einige Kompetenzbeschreibungen hier angeführt:

SchülerInnen verinnerlichen den höchsten Stellenwert menschlichen Lebens als schützenswertes Ziel der Religion (maqased asch-scharia). Niemand darf sich willkürlich zum Herrn über Leben und Tod erheben. SchülerInnen begreifen und können in eigene Worte fassen, dass es ein Verbrechen und zudem gotteslästerlich ist, einen Menschen zu ermorden und dabei auch noch „Allahu akbar“ zu rufen.

Die Schülerinnen und Schüler verinnerlichen, dass Gott über menschlichem Beleidigen steht und unangreifbar ist. Was Seinen Propheten Muhammad betrifft, so können Schmähungen seinen Stellenwert nicht herabmindern. Von Beleidigungen oder als beleidigend empfundenen Äußerungen wird die „Ehre des Propheten“ nicht getroffen. Vielmehr ist es der gläubige Mensch selbst, der derartiges als persönlich verletzend erlebt. Schülerinnen reflektieren dies und gestalten ihr eigenes Handeln danach.

Sie verstehen und vertrauen darauf, dass der Wahrheitsanspruch bei Gott liegt. Sich über Gott zu stellen ist schirk. Sie erkennen somit extremistische Anmaßungen und Manipulierungen und können ihnen aktiv begegnen.

SchülerInnen verinnerlichen, dass Allah die Menschen in Vielfalt geschaffen hat und diese Vielfalt der Lebenswege, Religionen und Weltanschauungen damit gottgewollt ist. Daher können sie mit anderen Meinungen umgehen, auch innerhalb der eigenen muslimischen Community, und respektieren andere Religionen und Weltanschauungen.

SchülerInnen erkennen, dass sich ihr Glaubensverständnis auch in ihrem Handeln äußert. Sie verstehen, dass ein Verständnis von Islam als „Religion des Friedens“ nur dann authentisch und wahrhaftig gelebt werden kann, wenn es sich im persönlichen Alltagsleben im Zusammenleben mit ihren sozialen Kontakten unterschiedlicher Religion und Weltanschauung wiederfindet.

SchülerInnen haben für sich selbst das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Hassrede ausgelotet. Sie analysieren, wie terroristisches Handeln auf Spaltung der Gesellschaft ausgerichtet ist. Sie kennen aktuelle Stellungnahmen wichtiger MeinungsbildnerInnen aus der Politik und von Religionsvertreterinnen und können sie auf ihr eigenes Leben beziehen.

Sie kennen die Bedeutung des demokratischen säkularen Rechtsstaates in der österreichischen Ausprägung als Kooperationsmodell für die Bewahrung des sozialen und religiösen Friedens und individueller Freiheitsrechte. Sie analysieren, wie Religionsfreiheit und Freiheit der Rede und der Kunst nicht gegeneinander ausgespielt werden sollen, da sie nicht voneinander zu trennen sind.

Leitfaden für ReligionslehrerInnen

Oberösterreich: Starkes Zeichen bei Solidaritätskundgebung am Friedensplatz

Oberösterreich: Starkes Zeichen bei Solidaritätskundgebung am Friedensplatz
Mit einer gemeinsamen Schweigeminute setzten Vertreter von Zivilgesellschaft, Politik und Religionen beim Menschenrechtsbrunnen ein Zeichen der Verbundenheit mit der Wiener Bevölkerung und gegen Extremismus.

Es gab eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags von Wien, und Kerzen wurden als Zeichen der Verbundenheit mit der Wiener Bevölkerung entzündet. Neben Bürgermeister Klaus Luger nahmen unter anderem der katholische Bischof Manfred Scheuer, der evangelische Superintendent Gerold Lehner, der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinde Binur Mustafi und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Charlotte Herman an der Kundgebung teil.

Auf die gesellschaftszersetzenden terroristischen Akte könne es nur eine Antwort geben: den Schulterschluss aller Institutionen und der Zivilgesellschaft für Frieden und Zusammenhalt, gegen Terror und Extremismus!

Salzburg: Kirche und Islamische Religionsgemeinde verurteilen Terror

Kirche und Islamische Religionsgemeinde verurteilen Terror
Sowohl die katholische Kirche als auch die islamische Religionsgemeinde haben am Dienstag den Terroranschlag von Wien verurteilt. Salzburgs Erzbischof Franz Lackner, Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, sprach von menschenverachtender Ideologie, die hier „am Werk“ war.

„Welch irregeleitete, menschenverachtende Ideologie war da am Werke? Wahllos in friedlich versammelte Menschen zu schießen. Gläubige Menschen müssen diese Tat im Namen Gottes verurteilen, sich innerlich mit der ganzen Geistes- und Glaubenskraft dagegen stemmen“, so Lackner in einer Stellungnahme gegenüber Katholischen Presseagentur Österreich.

Lackner: „Beugen uns nicht der Gewalt“

Friede, ein von allen Religionen anerkanntes Grundwort des Glaubens, sei ein kostbares Gut. Dieses gelte es zu verteidigen, „nötigenfalls durch die dafür autorisierten Einrichtungen für Recht und Ordnung“, so Lackner weiter. Dies sei in dieser Nacht geschehen und „dafür sind wir dankbar“, sagt der Erzbischof und weiter: „Wir beugen uns nicht der Gewalt und werden nicht in die Alltäglichkeit flüchten.“

Schließlich hielt der Bischofskonferenz-Vorsitzende fest: „Unsere Gebete gelten in erster Linie den Opfern, unser Mitgefühl den Betroffenen, die einen lieben Menschen verloren haben, die Todesängste auszustehen hatten, den Trauernden und Weinenden, jenen, die verängstigt die Nacht verbringen mussten. Stehen wir zusammen mit dem Trost des Mitleids und der Hoffnung.“
„Anschlag richtet sich gegen unser Österreich“

Auch Ridvan Tekir, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinde Salzburg, betonte gegenüber dem ORF: „Wir als Muslime sind natürlich fassungslos und zutiefst betroffen über diesem Terroranschlag. Dieser Anschlag richtet sich gegen unser Österreich. Wir verurteilen diesen Angriff aufs schärfste, der gegen unschuldige Menschen, aber auch gegen die gesamte Bevölkerung, die gesamte Gesellschaft, Zusammenhalt und Frieden gerichtet ist.“

Die Terroristen wollten eine „Polarisierung und Spaltung“ in der Gesellschaft erreichen, ergänzte Tekir: „Sie wollen Hass und Gewalt säen. Umso mehr müssen wir als Muslime, aber auch als Gesellschaft zusammenhalten und gegen jegliche Spaltung auftreten.“

Appell an „Zusammenhalt und Stärke“

In der islamischen Religionsgemeinschaft „macht man sich Sorgen, dass eine anitiislamische Stimmung folgt“, ergänzte Tekir. „Die Folge wäre dann die Polarisierung oder Spaltung. Ich hoffe, dass das nicht gelingen wird. Mit mehr Zusammenhalt und mehr Stärke werden wir das meistern.“

Quelle: ORF

Interreligiöses Gedenken im Stephansdom

Interreligiöses Gedenken im Stephansdom
Mit einem Gedenk- und Trauergottesdienst im Wiener Stephansdom haben am Dienstagabend die führenden Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie der Politik ihre Verbundenheit mit den Opfern des Terroranschlags, aber auch untereinander, bekundet.
Zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in der Wiener Innenstadt fand heute Abend ein Trauergottesdienst im Wiener Stephansdom statt, an dem neben den Repräsentanten der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften auch Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen, die VertreterInnen der österreichischen Bundesregierung, sowie Bürgermeister Dr. Michael Ludwig teilnahmen.
Präsident Vural sprach den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen noch einmal sein tiefstes Mitgefühl aus und rief zum gesamtgesellschaftlichen Schulterschluss für das friedliche Zusammenleben und die Solidarität als einzig mögliche Antwort auf diese aufs Schärfste zu verurteilende Gräueltat auf. Er verurteilte den islamistischen Anschlag als „abscheuliche Tat auf das Schärfste“. „Wir leben in einer Stadt, in der Kirchen zusammenarbeiten und zusammenhalten und ich bin dankbar, dass wir diese Zusammenarbeit und diesen Zusammenhalt demonstrieren können.“ Er ersuchte Allah in seinem Gebet, „die Trauer zur Hoffnung zu machen und die Welt zu einem Ort des sicheren Friedens“.
Bittgebet des Präsidenten

O ALLAH,

du bist der Allerbarmer, der Barmherzige.
Hilf uns in dieser schwierigen Situation.
Hilf all den Menschen, die leiden.
Hilf all den Menschen, die deine Hilfe benötigen.

O ALLAH,
beschütze uns, unsere Familien, unsere Freunde und die gesamte Menschheit vor Terror.
Schenke uns die Geduld des Propheten Josefs,
schenke uns die Standhaftigkeit des Propheten Hiobs.
Möge aus Trauer Hoffnung werden,
möge aus Rache Barmherzigkeit werden.

O ALLAH,
schütze unser Land Österreich.
Versehe die gesamte Menschheit mit Gesundheit und Sicherheit.

Ya Rab,
Mache diese Welt zu einer Stätte des Friedens
Amin

Stellungnahme von Präsident Vural im ORF

Stellungnahme des Präsidenten Live im ORF

Islamische Glaubensgemeinschaft verurteilt Terroranschlag in Wien aufs Schärfste

Islamische Glaubensgemeinschaft verurteilt Terroranschlag in Wien aufs Schärfste

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ist zutiefst erschüttert und fassungslos ob der unfassbaren Gräueltaten, die sich in der vergangenen Nacht in den Wiener Innenstadt abgespielt haben.

Wir alle kennen die Meldungen, die furchtbaren Bilder von Terroranschlägen aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Jetzt hat uns der Terror erstmals in unserer Bundeshauptstadt Wien heimgesucht. Diese brutale Tat war ein Angriff auf unsere Gesellschaft als Ganzes, gegen unser Land, gegen unsere gemeinsamen Werte, unsere Freiheit, unsere Demokratie und unsere liberale Rechtsordnung. Der Täter hat dabei wahllos auf Menschen geschossen, ohne zu differenzieren. Die Ideologie, die ihn dabei geleitet hat, ist eine gewaltverherrlichende, eine entmenschlichende, die dem moralischen und religiösen Verständnis des Islam diametral entgegensteht.

„Es gibt Extremisten unter den Muslimen, so wie es Extremisten in allen Teilen der Gesellschaft gibt. Aber diese Terroristen pervertieren unsere Religion. Sie teilen unsere Vorstellungen des Friedens und der Freiheit, unseren Glauben in eine pluralistische Gesellschaft nicht. Sie titulieren uns, die offizielle Vertretung der MuslimInnen in Österreich als Verräter und konterkarieren mit ihren Taten unsere tagtäglichen Bemühungen für das friedliche Zusammenleben aller BürgerInnen in unserem Land“,  stellt Präsident Vural klar.

Wichtiger denn je erscheint nun der gesellschaftliche Schulterschluss, der Zusammenhalt und die Solidarität. „Die Terroristen wollen eine Spaltung unserer Gesellschaft bezwecken. Das dürfen wir nicht zulassen. Jeder Schritt, der uns als Gesellschaft entzweit, ist ein Sieg für die Verbrecher, die diesen Anschlag verübt haben. Jeder Schritt, der zur Einheit und gegenseitigem Respekt führt, ist hingegen ein Schritt in eine friedliche Gesellschaft, die sich resilient zeigen kann gegen solche abscheulichen Spaltungsversuche“, bekräftigt Dr. Nadim Mazarweh, Leiter der Kontaktstelle für Extremismusprävention und Deradikalisierung der IGGÖ die Stellungnahme Vurals.

Die Bemühungen, radikale Tendenzen und die aufgeheizte einzudämmen, müssen als eine gesamtgesellschaftliche Bemühung verstärkt werden. Die IGGÖ steht mit all ihren Ressourcen und ihrer Expertise zur Verfügung und hält als Teil der österreichischen Gesellschaft ihre Hand ausgestreckt für all diejenigen, die mit ihr Seite an Seite im gemeinsamen Kampf zum Schutz unserer Freiheit und Demokratie stehen möchten.

„Ich möchte im Namen unserer Glaubensgemeinschaft allen unmittelbar Betroffenen unser tiefstes und aufrichtiges Mitgefühl ausdrücken, den Verletzten unsere Genesungswünsche übermitteln und uns bei den Sicherheits- und Rettungskräften für Ihren Einsatz bedanken“, so Präsident Vural abschließend.

Erste Moscheen öffnen ihre Tore

Nach neun Wochen Coronavirus bedingter strikter Einschränkungen des religiösen Lebens in Österreich dürfen Moscheen am Freitag wieder die Tore für ihre Gemeinden öffnen. IGGÖ-Präsident Vural ist erfreut, dass als Ergebnis wochenlanger Geduld und Disziplin mit heutigem Tage öffentliche Gottesdienste wieder stattfinden dürfen, wenn auch in einem reduzierten Rahmen und unter Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen. Alle Kirchen und Religionsgesellschaften hätten verantwortungsvoll ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet. Auch Kultusministerin Raab bedankte sich in einer Aussendung „für die ausgezeichnete Kooperation in dieser schweren Zeit, in die unter anderem das Osterfest, das jüdische Pessach-Fest und der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan gefallen sind.“

Die IGGÖ erinnert Gemeindevorstände allerdings weiterhin daran, ihrer Pflicht nachzukommen, die Gesundheit ihrer Mitglieder und Mitmenschen zu schützen. Der Moscheebesuch und die Gottesdienste müssen daher so gestaltet sein, dass eine Ansteckungsgefahr möglichst gering ist. Die wichtigsten Empfehlungen dazu hat die IGGÖ in einem Leitfaden auf Grundlage der Vereinbarungen der anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften mit dem Kultusministerium vorgelegt.

Von der Umsetzung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen in den Moscheen konnte sich IGGÖ-Präsident Vural in den vergangenen Tagen persönlich ein Bild machen. So wurden Bodenmarkierungen für Gebetsplätze angebracht, Desinfektionsmittel an den Eingängen aufgestellt, die Gemeindemitglieder vorab über die einzuhaltenden Regelungen informiert, Informationsplakate angebracht und Ordnerdienste eingeteilt. „Ich freue mich, dass etwa die Hälfte unserer Moscheen die notwendigen Vorkehrungen treffen konnte und die Gottesdienste wiederaufnehmen kann. So haben wir nun immerhin die Möglichkeit, zumindest die letzten Tage des Ramadan würdevoll zu begehen“, so Vural.

Am Mittwoch wurden zwischen der Kultusministerin und den RepräsentantInnen der Kirchen und Religionen die Rahmenbedingungen für Gottesdienste im Freien definiert. Im Gegensatz zu Gottesdiensten im Innenbereich gilt hier die 10m2-Regelung nicht. Die maximale Anzahl der teilnehmenden Gläubigen soll jedoch jener gemeindeüblicher Gottesdiensten entsprechen. Dadurch soll das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus in andere Regionen geringgehalten werden. Diese Lockerungen bringen vor allem für Moscheen im ländlichen Raum eine Erleichterung, die über eigene Gärten oder Höfe verfügen.

Für den IGGÖ-Präsidenten hatten die Einschränkungen der vergangenen Wochen auch positive Seiten. So haben beispielsweise viele Gemeinden ihre Aktivitäten ins Internet verlegt und ein umfangreiches Online-Angebot geschaffen, mit dem sie weit mehr Leute erreichen konnten als zuvor. Das Verbot von Krankenbesuchen hat zur Gründung einer Telefonseelsorge für MuslimInnen geführt, die stark in Anspruch genommen wurde und nun auch nach der Krise weitergeführt werden soll. Zahlreiche Gemeinden haben ihre karitativen Initiativen erweitert.

Nicht zuletzt wurde auch der traditionell ohnehin sehr lebendige interreligiöse Dialog in Österreich gestärkt. „Die Krise ist für uns alle eine große Herausforderung. Der ständige Austausch mit anderen ReligionsvertreterInnen, die Suche nach zumutbaren Lösungen für alle und der Wille, einen Religionen übergreifenden Weg zu finden, waren wichtige Signale für den Zusammenhalt aller Glaubensgemeinschaften in unserem Land“, resümiert Vural abschließend.

Ramadan Playlist

Die Ramadan Video-Playlist der IGGÖ

Der Ramadan ist der Monat des Heiligen Koran – unsere unerschöpfliche Quelle des Trostes, der Hoffnung und der Heilung für Körper und Seele.
Unserem Motto „Einheit in Vielfalt“ gemäß, haben sich Rezitatoren unterschiedlicher Herkunft zusammengeschlossen, um uns den Ramadan hindurch jeden Abend zu begleiten.

Ramadan Playlist

Koranrezitationen

Schutzmaßnahmen zum Ausdruck

Schutzmaßnahmen zum Ausdruck

IGGÖ veröffentlicht Empfehlungen zur schrittweisen Öffnung der Moscheen

IGGÖ veröffentlicht Empfehlungen zur schrittweisen Öffnung der Moscheen

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am 21. April 2020 bei einer Pressekonferenz unerwartet angekündigt, dass ab 15. Mai im Zuge der stufenweisen Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens öffentliche Gottesdienste wieder gestattet sind.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die Islamische Glaubensgemeinschaft in einer Presseaussendung das Aussetzen aller Gemeinschaftsgebete in den Moscheen für den bis 23. Mai andauernden Fastenmonat Ramadan angekündigt. Am folgenden Tag wurden den anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften die von der Bundesregierung verordneten Auflagen für die Wiederaufnahme der gemeinschaftlichen religiösen Praxis bekannt gemacht. Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen wurden die ReligionsvertreterInnen dazu angehalten, ihre Pläne zur sukzessiven Öffnung ihrer Gotteshäuser autonom auszuarbeiten.

Nach langem Abwägen des Für und Wider legt die Islamische Glaubensgemeinschaft ihren Einrichtungen nun einen ab 15. Mai 2020 geltenden Leitfaden für die schrittweise Öffnung der Moscheen vor. Dieser versteht sich als Empfehlung für moscheeführende Gemeinden, wie sie die von der Bundesregierung vorgegebenen Maßnahmen umsetzen können. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Aufforderung, die Moscheen unbedingt zu öffnen. Einrichtungen, die die strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen nicht erfüllen können, sind weiterhin dazu angehalten, ihre Tore geschlossen zu halten.

„Wir wissen, dass nach den wochenlangen Einschränkungen die Sehnsucht der MuslimInnen nach ihren Moscheen besonders groß ist, vor allem jetzt im Fastenmonat Ramadan“, versichert Präsident Vural und bekräftigt: „dennoch bleibt es weiterhin unsere Überzeugung, dass der Schutz und die Gesundheit unserer Mitmenschen absolute Priorität genießen. Unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen werden wir daher sehr vorsichtige erste Schritte zur Öffnung unserer Moscheen unternehmen.“

Ab 15. Mai werden in jenen Moscheen, die die strengen Auflagen erfüllen können, das Morgen-, Mittags- und Nachmittagsgebet wiederaufgenommen. Stärker frequentierte Gemeinschaftsgebete, wie das Abend-, Nacht- und Freitagsgebet, bleiben weiterhin ausgesetzt und sollen zuhause im Kreis der Familie verrichtet werden, ebenso wie das abendliche Fastenbrechen und die im Ramadan üblichen nächtlichen Taraweh-Gebete. „Auch auf das Festgebet werden wir schweren Herzens voraussichtlich verzichten müssen. Ein großes, aber leider notwendiges Opfer“, so Vural.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft bedankt sich ausdrücklich bei allen MitbürgerInnen, die die Einschränkungen der letzten Wochen verantwortungsvoll mitgetragen und so ihren Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus geleistet haben. Die österreichischen MuslimInnen ruft sie zur Umsicht auf, ihrer gesellschaftlichen und religiösen Verantwortung bis zur kompletten Öffnung der Moscheen weiterhin gerecht zu werden. „Wir hoffen, dass wir bereits in den kommenden Wochen weitere Lockerungen ankündigen und bald schon gemeinsam uneingeschränkt in unseren Gotteshäusern beten werden können“, zeigt sich der IGGÖ-Präsident hoffnungsvoll.

Leitfaden Moscheeöffnung

Videobotschaft des Präsidenten

IGGÖ begrüßt den Fastenmonat Ramadan: Zeit innezuhalten

IGGÖ begrüßt den Fastenmonat Ramadan: Zeit innezuhalten

Unter dem Motto „Zeit innezuhalten“ begrüßt die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich den am Freitag, den 24. April beginnenden neunten Monat des islamischen Mondkalenders, den sogenannten Ramadan. Der Tradierung zufolge wurde dem Propheten Muhammad in jenem Monat die Heilige Schrift des Islam, der Koran, überliefert. Im Ramadan fasten Musliminnen und Muslime von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Mit dem gemeinsamen Iftar-Mahl wird das Fasten am Abend beendet.

Seit einigen Wochen schon werden Diskussionen darüber geführt, ob diese Art des Fastens in Zeiten der Corona Pandemie empfehlenswert sei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt in ihren am 15. April veröffentlichten Leitlinien, dass es bislang keine wissenschaftlichen Beweise dafür gäbe, dass das Fasten das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen würde und ist daher der Meinung, dass gesunde Menschen während des diesjährigen Ramadan wie gewohnt fasten können.

Für die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist folglich klar, dass die Corona Pandemie aus derzeitiger Sicht kein Hindernis für das Fasten im Ramadan darstellt. All jene Musliminnen und Muslime, die die religiöse Reife erreicht haben und dabei geistig und körperlich gesund sind, sind daher eingeladen zu fasten.

Kinder, Personen mit körperlichen oder intellektuellen Einschränkungen, chronisch Kranke und Hochbetagte sind vom Fasten befreit. Versäumte Fastentage nachzuholen ist für alle jene zulässig, die akut erkrankt sind, sich auf Reise befinden, schwangere und stillende Frauen, Frauen im Wochenbett oder in der Menstruation. Diese Erleichterungsregeln bestehen immer, unabhängig von der Corona Pandemie und sind im Koran und in den islamischen Überlieferungen festgeschrieben.

Abgesehen von der Fähigkeit zu Fasten jedoch bedeutet die Corona Pandemie für Musliminnen und Muslime eine massive Veränderung der gewohnten Rituale: die Gebete und das Fastenbrechen sind zuhause im engsten familiären Kreis zu verrichten. Eine für alle ungewohnte Situation. „Wir bitten alle Gläubigen, diese herausfordernde Zeit zu nutzen und sich auf das Wesentliche zu besinnen, auf das, was sie unmittelbar umgibt, auf ihre Familien, ihr Zuhause, ihre Gesundheit und auf ihren Glauben. Es ist für uns alle somit Zeit innezuhalten“, so Präsident Vural. Ihren Mitgliedern und Gemeinden stellt die IGGÖ als eine Hilfestellung einen Leitfaden mit Vorgaben und allgemeinen Empfehlungen für den Fastenmonat zur Verfügung. Ein umfangreiches Online-Angebot mit täglichen Vorträgen und Koranrezitationen soll den Ramadan hindurch zur spirituellen Begleitung dienen.

Wie lange diese strikten Einschränkungen für das religiöse Leben in Österreich noch Gültigkeit haben, hängt maßgeblich von den Auswirkungen der ersten Lockerungsmaßnahmen das öffentliche Leben betreffend und der weiteren Entwicklung der Krankenstatistik in den kommenden Wochen ab. Die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden und das Ziel eines religionenübergreifenden Plans zur schrittweisen Öffnung werden dabei handlungsweisend sein. Aktuell ist aber nicht auszuschließen, dass die derzeitige Situation bis zum Ende des Ramadan andauern könnte.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Musliminnen und Muslimen trotz der schweren Lage, in der wir uns befinden, einen gesegneten Ramadan und bittet sie, sich ihren Bittgebeten von zuhause aus anzuschließen.

Leitfaden Ramadan

Ramadangrüße des Präsidenten

Taraweh zuhause

Ramadankalender 2020/1441

Ramadankalender 2020/1441

 „O die ihr glaubt! Fasten ist euch vorgeschrieben, wie es denen vor euch vorgeschrieben war, auf daß ihr euch schützet.“
Sura Al-Baqarah, Vers 183