IGGÖ ad Aslan: Die Islamische Glaubensgemeinschaft ersucht Universität um Stellungnahme

IGGÖ ad Aslan: Die Islamische Glaubensgemeinschaft ersucht Universität um Stellungnahme

Wien (OTS/IGGÖ) – Univ. Prof. Dr. Ednan Aslan hat sich gestern im Namen der VertreterInnen des Fachbereichs Islamische Religionspädagogik am Institut für Islamisch-Theologische Studien der Universität Wien mit einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf zur Novellierung des Islamgesetzes gemeldet. Er greift darin die Tätigkeit der Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) an, spricht ihr die Vertretungsbefugnis der österreichischen MuslimInnen ab und wirft ihr vor, Handlanger ausländischer Geldgeber zu sein. Tatsächlich ist Prof. Aslan seit 13 Jahren nicht mehr in der IGGÖ engagiert und hat somit keinen Einblick in die Gebarung und den eingeschlagenen Reformprozess der IGGÖ.

Die IGGÖ weist die Vorwürfe Aslans aufs Entschiedenste zurück und zeigt sich befremdet, dass sich ein Religionspädagogisches Institut der Universität Wien ohne fundiertes Wissen um die Tätigkeit der IGGÖ öffentlich für eine Schlechterstellung einer staatlich anerkannten Religionsgesellschaft ausspricht. Die IGGÖ ersucht den Rektor der Universität Wien sowie den Vorstand des Instituts, der nach eigener Aussage nicht über die Initiative Aslans informiert war, um Aufklärung des Sachverhaltes.

IGGÖ zur Aufnahme von Flüchtlingen: Genug der hässlichen Bilder!

IGGÖ zur Aufnahme von Flüchtlingen: Genug der hässlichen Bilder!

Wien (OTS/IGGÖ) – Die griechischen Inseln sind leider nicht der einzige Ort, an dem sich die europäische Politik aktuell aus ihrer Verantwortung zieht. So schließt sich der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural in seinen Weihnachtsgrüßen heute den zahlreichen Aufforderungen unterschiedlicher kirchlicher und politischer Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Personen des öffentlichen Lebens an, die griechischen Elendslager endlich zu evakuieren.

„Viele Gemeinden haben bereits konkrete Angebote gemacht oder ihre Bereitschaft signalisiert, die Aufnahme Geflüchteter durch deren Aufnahme zu unterstützen. Auch die muslimische Gemeinschaft steht bereit, sich in ihrer Betreuung zu engagieren“, sichert Vural zu.

Eine fehlende gesamteuropäische Flüchtlingspolitik ist keine Entschuldigung für den dramatischen Notstand in den Lagern. Dass die unmenschlichen Lebensbedingungen als Abschreckung für weitere Flüchtlinge politisch nicht nur geduldet, sondern sogar gewollt herbeigeführt sind, darf gesellschaftlich nicht länger toleriert werden.

Das Vorenthalten medizinischer Versorgung, der Entzug menschenwürdiger Unterkünfte, die Verweigerung fairer Asylprozesse und das illegale gewaltsame Zurückdrängen von Flüchtlingen stellen eine unerträgliche Missachtung der Europäischen Menschenrechtskonvention dar. „Wir haben genug von den hässlichen Bildern! Als Europäer berufen wir uns zurecht auf humanitäre Werte: Menschenwürde, Nächstenliebe und Barmherzigkeit kennen weder Herkunft, Religion, noch Staatsgrenzen“, so Vural.

Die IGGÖ fordert daher die politischen EntscheidungsträgerInnen dazu auf, der Demütigung der Schutzsuchenden unverzüglich ein Ende zu setzen und der Aufnahme eines adäquaten Kontingents Geflüchteter, die sich derzeit in griechischen Lagern befinden, zuzustimmen.

IGGÖ ad „Kopftuchverbot“: VfGH beendet populistische Verbotspolitik

IGGÖ ad „Kopftuchverbot“: VfGH beendet populistische Verbotspolitik

Wien (OTS/IGGÖ) – Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat am Freitagnachmittag seine Entscheidung bezüglich des sogenannten „Kopftuchverbots“ an Volksschulen bekanntgegeben. Gegen die im Mai 2019 erfolgte Änderung des Schulunterrichtsgesetzes hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) im Jänner 2020 Beschwerde eingebracht.

IGGÖ-Präsident Ümit Vural hat von Anfang an betont, dass mit der Beschwerde nicht das verfrühte Tragen eines Kopftuchs bei Kindern oder ein elterlicher Zwang diesbezüglich verteidigt werden solle: „Die IGGÖ ist gegen Zwang jeglicher Form. Weder heißen wir eine abwertende Haltung gegenüber Frauen gut, die sich aus persönlicher Überzeugung gegen das Kopftuch entscheiden, noch können wir der Einschränkung der Religionsfreiheit jener Musliminnen zustimmen, die das Kopftuch als integralen Bestandteil ihrer gelebten Glaubenspraxis verstehen.“

Die Beschwerde richtete sich gegen die Aushebelung der durch die Verfassung garantierten Grundrechte, der Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie der Gleichheit vor dem Gesetz. „Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs beweist, dass unser Vertrauen in den Rechtsstaat und unsere Geduld sich ausgezahlt haben“, zeigt sich Vural zufrieden.

„Die Durchsetzung der Chancengleichheit und Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft erreicht man nicht durch Verbote“, bekräftigt der IGGÖ-Präsident noch einmal seinen Standpunkt, „sondern durch die Stärkung der Menschen-, Frauen- und Kinderrechte und die Förderung des Bewusstseins, dass Zwang niemals zulässig ist.“

Er werde auch weiterhin das uneingeschränkte Bekenntnis zu den Grundrechten aller BürgerInnen in Österreich einfordern, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder des sozialen Status. Gleichzeitig appelliert die IGGÖ an politische EntscheidungsträgerInnen, Maßnahmen zu ergreifen, um die zunehmend rassistischen Tendenzen in Österreich einzudämmen, die einer sozialen Kohäsion entgegenstehen.

IGGÖ ad Coronavirus: Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete in Moscheen

IGGÖ ad Coronavirus: Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete in Moscheen

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Bundesregierung hat angesichts des dramatischen Anstiegs der Infektionen mit dem Coronavirus in Österreich vergangenen Samstag Maßnahmen formuliert, die das öffentliche Leben in Österreich erneut drastisch einschränken.

Bei einer Videokonferenz haben heute Vormittag die VertreterInnen aller anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften entschieden, als Selbstverpflichtung und aus einem Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber heraus, alle Aktivitäten in den religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen. „Wie schon seit Beginn der Pandemie haben wir als Religionsgemeinschaften einen gemeinsamen Weg gefunden und werden diesen Weg auch in den kommenden Wochen gemeinsam gehen“, so Präsident Ümit Vural.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich setzt daher die Gemeinschafts- und Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit ab Dienstag, den 17. November 2020 bis einschließlich Sonntag, den 6. Dezember 2020 aus. „Im Islam spielt die gemeinsame Verrichtung des Gebets, die Zusammenkunft als Gemeinschaft in der Moschee eine besondere Rolle. Dennoch gilt unsere größte Sorge nun dem Wohle und der Gesundheit unserer Mitmenschen“, erklärt der Präsident die Entscheidung.

Aus islamischer Sicht gilt die Verpflichtung zur Durchführung des Freitagsgebets als aufgehoben, wenn Krankheit oder Sorge um Gesundheit und Leben vorliegen. Ausnahmslos alle Moscheen und Imame sind daher dazu angehalten, sich an die Maßnahmen zu halten. Über Online-Angebote und digitale Kommunikationskanäle soll wie schon im Frühjahr der Kontakt zu Gemeindemitgliedern aufrecht erhalten bleiben. Die Tore der Moscheen bleiben für das persönliche Gebet und seelsorgerische Dienste weiterhin geöffnet, denn gerade in Zeiten wie diesen brauchen viele Menschen den seelischen und spirituellen Zuspruch ganz besonders.

Präsident Vural ruft die muslimische Gemeinschaft dazu auf, den Forderungen der Bundesregierung uneingeschränkt nachzukommen: „Ich bitte alle Musliminnen und Muslime, die angeordneten Schutzmaßnahmen einzuhalten, auf größere Zusammenkünfte auch innerhalb der Familie so weit wie möglich zu verzichten und all jenen Personen, die diese benötigen, jetzt vermehrt ihre Unterstützung zukommen zu lassen.“

Österreichweit wird heute in Moscheen den Opfern des Terroranschlags gedacht

Österreichweit wird heute in Moscheen den Opfern des Terroranschlags gedacht

Wien (OTS/IGGÖ) – Wenige Tage nach dem brutalen Anschlag in der Wiener Innenstadt befindet sich die muslimische Bevölkerung gemeinsam mit dem ganzen Land noch immer in einem Zustand der Fassungslosigkeit und des Schmerzes. In den vergangenen Tagen ist die österreichische Bevölkerung in Trauer zusammengerückt, die Spitzen der Kirchen und Religionsgemeinschaften haben ihre Verbundenheit demonstriert und auch die Bundesregierung hat mit ihren besonnenen Worten ihren Beitrag dazu geleistet, die Gesellschaft vor einer Spaltung zu bewahren.

„Nun, da uns der Terror vor unserer eigenen Haustür erreicht hat, ist es den österreichischen MuslimInnen mehr denn je ein Anliegen, den Missbrauch ihrer Religion für die Verbreitung von Gewalt und Terror zu verurteilen und ihrem tief empfundenen Mitgefühl Ausdruck zu verleihen. Diesen Geist des Zusammenhalts in die Zukunft zu tragen ist unsere gemeinsame Verantwortung“, gibt sich IGGÖ-Präsident Vural hoffnungsvoll.

In den österreichweit rund 350 Moscheen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) wird heute daher im Rahmen des Freitagsgebets den Opfern des Terroranschlags von Montagabend gedacht. In einer einheitlichen Predigt werden die MuslimInnen dazu aufgerufen, für Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten, die Vielfalt unserer Gesellschaft als gottgewollt zu begrüßen und ihre Stimme zu erheben, um den Grundwerten des Islam entsprechend Vertrauen durch ihre Worte und Taten aufzubauen. All dies im Sinne der Überlieferung des Propheten Muhammad: „Der Muslim ist derjenige, von dessen Zunge und Hand die Menschen in Sicherheit sind.“

IGGÖ entzieht Moscheegemeinde Rechtspersönlichkeit

IGGÖ entzieht Moscheegemeinde Rechtspersönlichkeit

An die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) sind heute Vormittag Informationen herangetragen worden, die aufzeigen, dass eine bei ihr registrierte Moscheegemeinde gegen ihre Glaubenslehre und Verfassung sowie das Islamgesetz von 2015 verstößt.

Um eine etwaige Gefahr in Verzug abzuwenden, hat die IGGÖ unmittelbar die Rechtspersönlichkeit dieser Moscheegemeinde aufgehoben und dies dem Kultusamt mitgeteilt.

„Religionsfreiheit ist ein hohes Gut in unserem Land, das wir vor Missbrauch schützen müssen und schützen werden – auch vor jenem aus den eigenen Reihen! Daher haben wir in Absprache mit den zuständigen Behörden die Schließung einer Moscheegemeinde angeordnet“, so IGGÖ-Präsident Vural in einem ersten Statement.

Islamische Glaubensgemeinschaft verurteilt Terroranschlag in Wien aufs Schärfste

Islamische Glaubensgemeinschaft verurteilt Terroranschlag in Wien aufs Schärfste

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ist zutiefst erschüttert und fassungslos ob der unfassbaren Gräueltaten, die sich in der vergangenen Nacht in den Wiener Innenstadt abgespielt haben.

Wir alle kennen die Meldungen, die furchtbaren Bilder von Terroranschlägen aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Jetzt hat uns der Terror erstmals in unserer Bundeshauptstadt Wien heimgesucht. Diese brutale Tat war ein Angriff auf unsere Gesellschaft als Ganzes, gegen unser Land, gegen unsere gemeinsamen Werte, unsere Freiheit, unsere Demokratie und unsere liberale Rechtsordnung. Der Täter hat dabei wahllos auf Menschen geschossen, ohne zu differenzieren. Die Ideologie, die ihn dabei geleitet hat, ist eine gewaltverherrlichende, eine entmenschlichende, die dem moralischen und religiösen Verständnis des Islam diametral entgegensteht.

„Es gibt Extremisten unter den Muslimen, so wie es Extremisten in allen Teilen der Gesellschaft gibt. Aber diese Terroristen pervertieren unsere Religion. Sie teilen unsere Vorstellungen des Friedens und der Freiheit, unseren Glauben in eine pluralistische Gesellschaft nicht. Sie titulieren uns, die offizielle Vertretung der MuslimInnen in Österreich als Verräter und konterkarieren mit ihren Taten unsere tagtäglichen Bemühungen für das friedliche Zusammenleben aller BürgerInnen in unserem Land“,  stellt Präsident Vural klar.

Wichtiger denn je erscheint nun der gesellschaftliche Schulterschluss, der Zusammenhalt und die Solidarität. „Die Terroristen wollen eine Spaltung unserer Gesellschaft bezwecken. Das dürfen wir nicht zulassen. Jeder Schritt, der uns als Gesellschaft entzweit, ist ein Sieg für die Verbrecher, die diesen Anschlag verübt haben. Jeder Schritt, der zur Einheit und gegenseitigem Respekt führt, ist hingegen ein Schritt in eine friedliche Gesellschaft, die sich resilient zeigen kann gegen solche abscheulichen Spaltungsversuche“, bekräftigt Dr. Nadim Mazarweh, Leiter der Kontaktstelle für Extremismusprävention und Deradikalisierung der IGGÖ die Stellungnahme Vurals.

Die Bemühungen, radikale Tendenzen und die aufgeheizte einzudämmen, müssen als eine gesamtgesellschaftliche Bemühung verstärkt werden. Die IGGÖ steht mit all ihren Ressourcen und ihrer Expertise zur Verfügung und hält als Teil der österreichischen Gesellschaft ihre Hand ausgestreckt für all diejenigen, die mit ihr Seite an Seite im gemeinsamen Kampf zum Schutz unserer Freiheit und Demokratie stehen möchten.

„Ich möchte im Namen unserer Glaubensgemeinschaft allen unmittelbar Betroffenen unser tiefstes und aufrichtiges Mitgefühl ausdrücken, den Verletzten unsere Genesungswünsche übermitteln und uns bei den Sicherheits- und Rettungskräften für Ihren Einsatz bedanken“, so Präsident Vural abschließend.

IGGÖ ad Coronavirus: Erneute Verschärfung der Schutz- und Hygienemaßnahmen für Moscheen und islamische Einrichtungen

IGGÖ ad Coronavirus: Erneute Verschärfung der Schutz- und Hygienemaßnahmen für Moscheen und islamische Einrichtungen

In den vergangenen Tagen ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen dramatisch gestiegen. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und das Gesundheitssystem nicht in Bedrängnis zu bringen, hat die Bundesregierung erneut einschneidende Maßnahmen im Kampf gegen das Virus geschaffen. Zwischen Kultusministerium und den Kirchen und Religionsgesellschaften wurde jedoch vereinbart, dass öffentliche Gottesdienste unter einer drastischen Verschärfung der Schutz- und Hygienemaßnahmen weiterhin abgehalten werden dürfen.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen und die damit verbundenen Beschränkungen und Vorschriften unterstützt die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich uneingeschränkt. Sie hat daher ihren Einrichtungen einen ab Dienstag, den 3. November 2020 geltenden Leitfaden für die gemeinschaftliche religiöse Praxis in ihren Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Dieser soll den österreichischen MuslimInnen auch in der aktuell besorgniserregenden Situation einen sicheren Rahmen für das Gebet in der Gemeinschaft ermöglichen.

Einrichtungen jedoch, die die Einhaltung der Maßnahmen nicht gewährleisten können, sind dazu angehalten, diese für die kommenden Wochen geschlossen zu halten. „Vor allem älteren Personen und Angehörigen von Risikogruppen empfehlen wir dringend, Moscheebesuche in der nächsten Zeit zu meiden und ihre Gebete zuhause zu verrichten“, sagt IGGÖ-Präsident Vural. Moscheegemeinden sollen wie bereits im Frühjahr Online-Angebote schaffen und über digitale Kommunikationskanäle mit ihren Gemeindemitgliedern in Verbindung bleiben. Neben der Nachbarschaftshilfe für MitbürgerInnen, die einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sowie jenen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden wird ein besonderer Augenmerk auf die verstärkte seelsorgerische Unterstützung in diesen herausfordernden Zeiten gelegt.

Präsident Vural: „Diesbezüglich weise ich auf unser neues Angebot der Telefonseelsorge hin, die allen Ratsuchenden zu festen Zeiten die Möglichkeit bietet, befähigte und verschwiegene Gesprächspartner zu finden, die sie in ihrer jeweiligen Situation ernst nehmen, ihnen im Krisenfall beistehen und ihre Anonymität achten.

IGGÖ ad Militär-Imam: Aus den Medien erfahren

IGGÖ ad Militär-Imam: Aus den Medien erfahren
IGGÖ vom Ministerium nicht informiert - Prüfung der Causa dennoch angelaufen

Wien (OTS/IGGÖ) – „Leider scheint es zur Normalität zu werden, dass Entscheidungen von Ministerien nur noch via Medien kommuniziert werden“, zeigt sich der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Ümit Vural verwundert.

Ein Ex-Dschihadist – als selbsternannter „Islamistenjäger“ auftretend – hat in einem Youtube-Video schwere Vorwürfe gegen einen langjährigen Militär-Imam erhoben. Das Verteidigungsministerium hat daraufhin eine Entscheidung getroffen, ohne die IGGÖ vorab zu informieren.

Der langjährige Imam des österreichischen Bundesheeres war weder der IGGÖ, dem Bundesministerium noch seiner Kollegschaft in der Vergangenheit jemals negativ aufgefallen. Im Gegenteil war der ausgebildete Jurist und Religionspädagoge für seine Tätigkeit stets hoch geschätzt worden.

„Imame haben Vorbilder zu sein. Sie müssen für Besonnenheit, Verfassungstreue und interreligiösen Frieden stehen. Das war von Anfang an mein Standpunkt. Daher werden wir die Causa gewissenhaft prüfen und unsere Entscheidung direkt dem Ministerium mitteilen“, so Vural abschließend.

Die Vereinbarung über die seelsorgerische Betreuung muslimischer SoldatInnen besteht zwischen dem Verteidigungsministerium und der IGGÖ. Daher ist die islamische Seelsorge im Bundesheer unabhängig von der Entscheidung weiterhin gewährleistet.

IGGÖ verurteilt brutale Ermordung eines Pariser Lehrers

IGGÖ verurteilt brutale Ermordung eines Pariser Lehrers durch Islamisten

Die IGGÖ verurteilt die brutale Ermordung des Lehrers Samuel Paty im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorais auf Schärfste.

Diese Gräueltat ist ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben und die demokratischen Werte, die uns verbinden und somit auf unsere Gesellschaft als Ganzes. Hass und Gewalt haben im Islam keinen Platz.

Lehrer und Lehrerinnen genießen in unserem Glauben einen besonders hohen Stellenwert. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei Samuel Paty und seinen Hinterbliebenen, bei seinen Schülerinnen und Schülern, die diese Tat nun verarbeiten müssen und bei allen Menschen, die sich tagtäglich für die Wahrung des sozialen Friedens und den Schutz der Menschenrechte einsetzen.

„Wall of Solidarity“ in Wien: Ein voller Erfolg

„Wall of Solidarity“ in Wien: Ein voller Erfolg
IGGÖ prangert Rassismus und Hass im Netz an

„Der allgegenwärtige Rassismus gegen Minderheiten vergiftet unsere Demokratie“, mahnt IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

Trotz widriger Wetterbedingungen versammelten sich gestern Vormittag dutzende Menschen vor dem Wiener Museumsquartier, um an der Präsentation der Aktion „Wall of Solidarity“ am dortigen Platz der Menschenrechte teilzunehmen. Auf dieser zehn Meter langen textilen Wand kontrastieren zum grünen Hintergrund die rund dreihundert abgedruckten Zitate, allesamt Ausschnitte aus realen Schmähungen und Hassbotschaften, die MuslimInnen – in letzter Zeit zunehmend, vor allem in Wien – erreicht haben.

Die Veranstaltung ist ein zentraler Teil der von der IGGÖ initiierten „Aktionswoche gegen den antimuslimischen Rassismus und Hass im Netz“, die am Montag mit der Präsentation eines Videoprojekts gestartet wurde: Die in den Videopclips Mitwirkenden, darunter mehrere Prominente, geben in den dicht aufeinander folgenden Clips wortgetreu die teils bestürzend vulgären und aggressiven Auszüge solcher Hassbriefe und feindseliger Mitteilungen wieder.

IGGÖ-Präsident Vural will in dieser Aktionswoche „mehr als nur eine Anklage der Umstände“ verstanden wissen. Sie sei ein Aufruf an alle Mitmenschen, Solidarität mit allen von Rassismus betroffenen Minderheiten zu zeigen. Denn das Schweigen einer Gesellschaftsmehrheit zu diesen Entwicklungen untergrabe schleichend die europäischen Werte und die Demokratie an sich. Die Intoleranz, die nun immer weiter in die Mitte der Gesellschaft rücke, sei eine die Demokratie zersetzende Kraft.

Im Anschluss an die Ansprache wurde die „Wall of Solidarity“ für spontane Solidaritätsbekundungen und anti-rassistische Mitteilungen freigegeben, was vom Publikum und in den folgenden Stunden auch von vielen PassantInnen intensiv genutzt wurde: Bis zum Abend fanden sich die ursprünglichen Hassbotschaften bereits vollständig durch die zahlreichen Solidaritätskommentare überklebt.

Am 1. und 2. Oktober wird die Aktionswoche in Form von Online-Workshops über die Facebook-Seite der IGGÖ fortgeführt:

Initiative für ein Diskriminierungsfreies Bildungswesen (IDB)
Donnerstag, 1.10.2020, 17:00 Uhr

Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit & antimuslimischer Rassismus

Freitag, 2.10.2020, 17:00 Uhr, online

IGGÖ startet in die Aktionswoche antimuslimischer Rassismus und Hass im Netz

Termin Aviso: IGGÖ startet in die Aktionswoche antimuslimischer Rassismus und Hass im Netz
Pressestatement von Präsident Vural, Videopräsentation, Ausstellungseröffnung

Für MuslimInnen und als muslimisch wahrgenommene Menschen sind Rassismus und Diskriminierung mittlerweile alltägliche Erfahrungen geworden, sei es auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Wahlplakaten, im Internet, in den Schulen und bei Behördengängen, am Arbeits- oder Wohnungsmarkt. All dies bleibt jedoch weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit.

Wie jede andere Form von Rassismus, Diskriminierung und Hass gegenüber Mitmenschen, ist auch der antimuslimische Rassismus eine zunehmende Gefahr für unsere Demokratie und die Menschenrechte, denn er spaltet, grenzt Menschen aus und torpediert das friedliche Zusammenleben.

Dafür möchte die IGGÖ im Rahmen der Aktionswoche gegen den antimuslimischen Rassismus und Hass im Netz ein Bewusstsein schaffen.

Die IGGÖ erlaubt sich, MedienvertreterInnen auf zwei Programmpunkte hinzuweisen:

Präsentation Videoprojekt:

Datum: Montag, 28. September, 11 Uhr

Ein gemeinsames Videoprojekt von Nicht-MuslimInnen und MuslimInnen zeigt die eklatante Menschenverachtung und Gewaltverherrlichung von im Netz veröffentlichten Hassnachrichten gegen MuslimInnen auf.

Die Präsentation wird auf der Facebook-Seite der IGGÖ zu sehen sein.

Pressestatement von IGGÖ-Präsident Vural und Eröffnung der Wall of Solidarity:

Datum: Mittwoch, 30. September, 11 Uhr
Ort: Platz der Menschenrechte, 1070 Wien (Marcus Omofuma Denkmal)

Präsident Vural lädt VertreterInnen der Medien herzlich zu einem Pressestatement.

Im Anschluss daran wird die Wall of Solidarity eröffnet, eine Ausstellung von hunderten Hassnachrichten, die bis Sonntag, den 4. Oktober täglich von 11 bis 20 Uhr am Platz der Menschenrechte zu sehen sein wird.

Das Pressestatement wird auf der Facebook-Seite der IGGÖ live übertragen.

Wir bitten Sie, während der gesamten Veranstaltung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen sowie einen Mindestabstand von einem Meter zu anderen Personen einzuhalten. Wir danken für Ihre Kooperation und Ihr Verständnis!

Institut Islamische Religion: Tag der Islamischen Privatschulen an der KPH Wien/Krems

Institut Islamische Religion: Tag der Islamischen Privatschulen an der KPH Wien/Krems

Am Donnerstag, den 24. September 2020 fand auf Initiative des Instituts Islamische Religion der Tag der islamischen Privatschulen am Campus Strebersdorf der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien/Krems statt. Durch die Veranstaltung führte Institutsleiterin Elif Medeni.

Der IGGÖ ist es als Trägerin der islamischen Privatschulen ein besonderes Anliegen, LehrerInnen und SchuldirektorInnen im Rahmen der engen Kooperation mit der KPH Wien/Krems die Möglichkeit zu bieten, von Expertenteams begleitete Schulentwicklungsprozesse zu initiieren. Präsident Vural unterstrich die Notwendigkeit der systematischen und kontinuierlichen Verbesserung des Bildungsangebots für MuslimInnen, um SchülerInnen zu „selbstbewussten, mündigen und weltoffenen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes zu erziehen.“

KPH-Vizerektorin Taschl-Erber bezeichnete Schulen in ihrer Ansprache als Lern- und Begegnungsorte kultureller und religiöser Vielfalt und hob die Bedeutung des Erwerbs religionssensibler und interreligiöser Kompetenzen als integraler Bestandteil der Aus- und Fortbildung von Lehrenden hervor.

In seinem Impulsvortrag zeichnete Religionspädagoge Helmar-Ekkehart Pollitt einen historischen Abriss zur Entwicklung evangelischer Schulen und der Konzipierung evangelisch-pädagogischer Ansätze, die auf gesellschaftlicher Teilhabe, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung abzielen.

Fachinspektor Ergün bedankte sich bei Mag. Lanzl für seine langjährige Tätigkeit als Direktor der Privaten Islamischen Volksschule in Wien und sprach die besten Wünsche für dessen wohlverdienten Ruhestand aus.

Im Rahmen der Tagung wurde das Islamische Realgymnasium Wien für seine Teilnahme am Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Junge Muslim*innen in Österreich. Eine sozialanthropologisch-kulturwissenschaftliche Forschung an Wiener Schulen“ ausgezeichnet. Die dabei entstandenen 15 Kurzfilme waren Teil des Sparkling Science Projekts, einer Kooperation des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte sowie des Instituts für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. SchülerInnen behandelten darin die Frage nach der Rolle der Religion in der Schule, beim Schließen von interkonfessionellen Freundschaften und in Bezug auf Geschlechterrollen sowie nach dem Umgang mit kultureller, ethnischer und religiöser Diversität in österreichischen Schulen. Dies bildete die Grundlage der Online-Ausstellung „Schulgespräche“ am Museum für Völkerkunde in Wien.

Im Anschluss kamen Lehrende und DirektorInnen in mehreren Workshops zu Themen wie Digitalisierung und E-Learning, Interreligiöses Lernen, Elternarbeit und Kommunikation zusammen. Die Fortbildungen wurden aufgrund der aktuellen Covid-19 Maßnahmen online abgehalten.

IGGÖ ad Moria: Helfen ist Gebot der Stunde

IGGÖ ad Moria: Helfen ist Gebot der Stunde

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) spricht sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria aus – EU und Bundesregierung dürfen nicht weiter tatenlos zusehen!

„Österreich ist ein reiches Land, das gewiss mehr bieten kann, als Zelte und Zynismus“, fasst Präsident Ümit Vural zusammen.

Die IGGÖ und die österreichischen Musliminnen und Muslime sprechen sich für eine echte, umfassende Hilfe für die obdachlos gewordenen Flüchtlinge aus und sind wie im Jahr 2015 bereit ihren Beitrag dazu zu leisten. Insbesondere die schnelle Aufnahme der unbegleiteten Flüchtlinge muss dabei im Fokus der Hilfe stehen.

„Die Tagespolitik ist natürlich nicht unser Geschäft, aber in dieser Frage geht es mittlerweile darum, wie wir uns als Gesellschaft sehen und verstehen. Es steht viel auf dem Spiel, wenn wir bei dieser humanitären Krise einfach nur zusehen“, so Vural abschließend. Die IGGÖ spricht sich dafür aus, den laufenden Wiener Wahlkampf nicht als Entschuldigung zu nutzen, um das akute Problem auszusitzen. Alle politischen Parteien sind aufgerufen, Lösungen zu erarbeiten, um der humanitären Katastrophe nachhaltig zu begegnen.

IGGÖ nach Grazer Attacken: Bleiben wir solidarisch!

IGGÖ nach Grazer Attacken: Bleiben wir solidarisch!

Wien (OTS/IGGÖ) – Die wiederholten Akte von Vandalismus an der Grazer Synagoge und den tätlichen Angriff auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz hat IGGÖ-Präsident Ümit Vural entschieden verurteilt: „Wir müssen entschlossen und vereint gegen jede Form von Antisemitismus vorgehen. Hass und Gewalt haben keinen Platz in unserer Gesellschaft!“

Seine Solidarität und Anteilnahme mit der jüdischen Gemeinschaft und ihrem Präsidenten Elie Rosen hat Vural diesem am Wochenende persönlich übermittelt. Als Geste der Solidarität haben VertreterInnen der IGGÖ in Graz an den Mahn- und Nachtwachen vor der Synagoge teilgenommen.

Eine Assoziation zwischen ihren Mitgliedern und dem Täter allein aufgrund seines Glaubens lehnt die IGGÖ indes ab. Etwaigen antisemitischen Tendenzen in den eigenen Reihen müsse man sich dennoch nachdrücklich stellen und in aller Form bekämpfen. Die IGGÖ wird ihre diesbezüglichen Projekte und vor allem auch ihre Bemühungen im Interreligiösen Dialaog auch weiterhin ungebrochen vorantreiben.

Gleichzeitig kritisiert der IGGÖ-Präsident den Versuch der Instrumentalisierung der antisemitischen Angriffe durch politische VerantwortungsträgerInnen. So lehnt er die Rechtfertigung antisemitischer Taten durch den Nahostkonflikt ebenso vehement ab, wie den Versuch, Menschen muslimischen Glaubens sowie Flüchtlinge nun erneut pauschal als Feinbild in den Fokus zu rücken.

Vural wünscht sich von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis gegen jede Form des Antisemitismus und Rassismus. Besorgniserregend seien so beispielsweise auch die jüngsten Berichte über rechtsextreme, antisemitische und rassistische Umtriebe innerhalb der Polizei. Die Politik und Zivilgesellschaft seien gleichermaßen dazu angehalten, jeglichen spalterischen Tendenzen innerhalb der Bevölkerung entgegenzutreten, die das Schüren von Hass und Missgunst gegen Mitmenschen allein aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit und/oder Herkunft befeuern.

Auch die Sachbeschädigungen an einem LGBTQ-Lokal durch den Angreifer der Synagoge wertet Vural als Angriff auf die offene Gesellschaft: „Menschen jeglicher sexuellen Orientierung haben ein Anrecht auf den Schutz und die Wahrung ihrer Würde. Die Basis des friedlichen Zusammenlebens ist und bleibt der Respekt voreinander und die Toleranz einander gegenüber“, so der IGGÖ-Präsident abschließend.

IGGÖ begeht auch das islamische Opferfest unter besonderen Schutzmaßnahmen

IGGÖ begeht auch das islamische Opferfest unter besonderen Schutzmaßnahmen

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich begrüßt am Freitag, den 31. Juli 2020 mit dem Opferfest (Eid ul-Adha) den höchsten islamischen Feiertag und Höhepunkt des Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. Auch dieser findet heuer aufgrund der Corona-Pandemie unter besonderen Umständen statt.

Am viertägigen Fest gedenken Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt der Prüfung des Propheten Abrahams durch Gott. Es beginnt mit einem Gebet in den frühen Morgenstunden des ersten Festtags. Um eine Ausbreitung des Coronavirus unter den Besucherinnen und Besuchern zu verhindern, hat die IGGÖ abermals ihre Schutz- und Hygienemaßnahmen verschärft. So ist etwa österreichweit das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ebenso verpflichtend, wie die konsequente Einhaltung des Mindestabstands von einem Meter und die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln in den Moscheen. Auf Händeschütteln und Umarmungen bei den Festtagswünschen soll verzichtet werden. Die Imame sind dazu angehalten, das Gebet nicht in die Länge zu ziehen und wenn möglich sogar mehrere Gebete anzubieten, um große Menschenmengen zu vermeiden.
„Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Musliminnen und Muslimen Freude, Gesundheit und ein gesegnetes Opferfest. Auch wenn die Umstände besondere sind, so brauchen wir mehr denn je unseren Glauben und die Hoffnung, um die noch vor uns liegenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der Coronakrise auch weiterhin bewältigen zu können“, so IGGÖ-Präsident Vural.

IGGÖ ad Dokumentationsstelle: Zusammenarbeit unter diesen Umständen unzumutbar

IGGÖ ad Dokumentationsstelle: Zusammenarbeit unter diesen Umständen unzumutbar

Wien (OTS/IGGÖ) – Seit der Angelobung der neuen Bundesregierung im Jänner 2020 hat die IGGÖ mehrfach ihre Kooperationsbereitschaft bei der Bekämpfung jeglicher Form des Extremismus zugesichert und ihre Expertise bei der Auseinandersetzung mit Phänomenen, die einen islamisch-religiösen Hintergrund aufweisen, angeboten. Bedauerlicherweise ist dieses Angebot von politischen VerantwortungsträgerInnen konsequent ignoriert worden. Umso verwunderlicher scheint unter diesen Umständen die Behauptung aus dem Bundesministerium, es hätte im Vorfeld Gespräche mit der IGGÖ bezüglich der Etablierung der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ gegeben.

Namhafte österreichische und internationale ExpertInnen unterschiedlicher Disziplinen sind im vergangenen Jahr bei der von der IGGÖ initiierten Fachtagung zum Thema „Politischer Islam – Versuch einer Definition“ zu dem Schluss gekommen, dass es keine anerkannte wissenschaftliche Definition des Begriffs gibt. Von einer Verwendung desselbigen haben sie daher nachdrücklich abgeraten. Die entsprechende Publikation mit Beiträgen unter anderem von den renommierten UniversitätsprofessorInnen John L. Esposito, Susanne Heine, Richard Potz, Oliver Hidalgo, Rüdiger Lohlker oder Sabine Schiffer kann jederzeit von der IGGÖ bezogen werden.

Dass trotz mehrfacher Kritik an dem unbrauchbaren Begriff des „politischen Islams“ nun bei der Betitelung der geplanten Dokumentationsstelle dennoch auf genau diesen zurückgegriffen wird, zeugt von einer rein politischen Zielsetzung. Auch die Auswahl der in die Planung bisher eingebundenen Personen bekräftigt diese Annahme. Die Zusammenarbeit mit der IGGÖ feindlich gegenüberstehenden Personen ist auch aufgrund ihrer jüngster Aussagen ausgeschlossen.

Bei der Pressekonferenz vergangene Woche hat Bundesministerin Raab erklärt, die Dokumentationsstelle richte sich gegen Netzwerke, Ideologien und ausländische Einflüsse, die oft „unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit die gelungene Integrationsarbeit gefährden“. Überdies sollen muslimische Vereine und Strukturen durchleuchtet werden. IGGÖ-Präsident Vural kritisiert diesbezüglich: „Der österreichische Rechtstaat ist mit ausreichenden Werkzeugen ausgestattet, um diese Herausforderungen zu stemmen. Der Verdacht liegt nahe, dass hier eine Art Überwachungsapparat für die muslimische Bevölkerung installiert wird. Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Dokumentationsstelle nicht Bemühungen anderer Institutionen konterkariert.

In den letzten Jahren hat sich in Österreich ein besorgniserregender Diskurs bezüglich der in Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere der muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern entwickelt. Der Antidiskriminierungsausschuss des Europarats (ECRI) zeigt sich in seinem kürzlich veröffentlichten Bericht besorgt über den zunehmend fremden- und islamfeindlichen öffentlichen Diskurs in Österreich und übt scharfe Kritik an der Bundesregierung. „Dass gerade jene Teile des Regierungsprogramms, die sich mit der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung beschäftigen, nun in der Umsetzung der ursprünglich als „Dokumentationsstelle für Antisemitismus, den religiös motivierten politischen Extremismus und Rassismus im 21. Jahrhundert“ geplanten Stelle ausgespart bleiben, torpediert die Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben und befeuert gerade jene radikalen Gegenbewegungen, die es zu bekämpfen gilt“, so Vural abschließend.

Unfassbare Entgleisung von FPÖ-Hofer

IGGÖ-Präsident Vural: Unfassbare Entgleisung von FPÖ-Hofer
Untragbare Aussagen müssen für eine Person des öffentlichen Lebens Konsequenzen haben!

Wien (OTS/IGGÖ) – Eine unglaubliche Entgleisung lieferte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer am Dienstag, den 16. Juni 2020. Bei einer Kundgebung der Wiener FPÖ tätigte er folgende Aussage: „Ich fürchte mich nicht vor Corona, Corona ist nicht gefährlich. Da ist der Koran gefährlicher, meine Lieben, als Corona.“

Der IGGÖ-Präsident sieht in dieser Aussage eine unfassbare Entgleisung und stellt den Verdacht auf Verhetzung (§283 StGB) sowie der Herabwürdigung religiöser Lehren (§188 StGB) in den Raum: „Norbert Hofer beleidigt mit dieser Aussage die gesamte muslimische Bevölkerung. Er hat aus der Vergangenheit offensichtlich nichts gelernt und möchte wohl neue Gräben aufreißen. In einer zivilisierten Gesellschaft muss Hofers Entgleisung eine Entschuldigung zur Folge haben!“

Der Vergleich mit einem tödlichen Krankheitserreger wie dem Coronavirus, dem in den letzten Monaten weltweit mehrere hunderttausend Menschen zum Opfer gefallen sind, hat in rechtsextremen Zusammenhängen lange Tradition. Vural fordert umgehend eine Entschuldigung Hofers für die getätigte Aussage und ergänzt: „Derartige Vergleiche dürfen in Österreich keinen Platz mehr haben. Eine solche Verunglimpfung gefährdet das Klima gesellschaftlicher Toleranz und den religiösen Frieden. Für eine Person des öffentlichen Lebens sind Aussagen dieser Art untragbar und müssen Konsequenzen haben!“

Die Staatsanwaltschaft Wien ist aufgerufen, die Aussage des FPÖ-Chefs Kraft Gesetzes von Amts wegen auf ihre strafrechtliche Relevanz hin zu prüfen.

Präsident Vural: Aktives Eintreten für die volle Teilhabe von Frauen!

Präsident Vural: Aktives Eintreten für die volle Teilhabe von Frauen!

Wien (OTS/IGGÖ) – Der Frauenanteil innerhalb der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Kompetente Frauen besetzen wichtige Schlüsselpositionen, vom Institut Islamische Religion über das Schulamt, von der Islamischen Fachschule für soziale Bildung (Dr. A.K. Hammerschmidt Schule) über die psychosoziale Beratungsstelle, vom Generalsekretariat des Schurarates über die erstmalig von Frauen geleiteten Islamischen Religionsgemeinden in den Bundesländern, von der Leitung des Präsidialbüros über jene der Pressestelle. Frauen bilden eine wichtige und unverzichtbare Säule in der islamischen Seelsorge und im Religionsunterricht. Diese Fortschritte wurden vielleicht nicht immer öffentlichkeitswirksam sichtbar gemacht, ihre Relevanz ist jedoch nicht zu verkennen.

Dennoch lässt sich eines nicht verleugnen: in den politischen Entscheidungsgremien der IGGÖ sind Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert. „Die Gleichbehandlung von Frauen in unseren Reihen ist bei Weitem noch nicht verwirklicht“, räumt IGGÖ-Präsident Ümit Vural ein, „Mein Antrittsversprechen und mein eigener Anspruch an die IGGÖ unter meiner Leitung war und ist es jedoch, eine gleichwertige Beteiligung und Sichtbarkeit von Frauen und Männern in allen Bereichen unserer Gemeinschaft einzufordern und zu fördern.“

Maßnahmenbündel soll Geschlechtergerechtigkeit weiter befördern

Im vergangenen Jahr ist nach einem mehrmonatigen Prozess die Deklaration „Musliminnen am Wort“ öffentlich präsentiert worden. Zahlreiche Frauen innerhalb der Glaubensgemeinschaft und darüber hinaus waren an der Formulierung dieses starken und positiven Signals für das aktive Eintreten gegen die Benachteiligung von Frauen beteiligt. Auf diesem umfassenden Dokument wollte man innerhalb der IGGÖ aufbauen, doch der wichtige Vorstoß wurde liegengelassen. Statt die Persönlichkeiten dahinter mit der Formulierung tatsächlicher Initiativen zu unterstützen, wird nun ihre jahrelange Arbeit diskreditiert, sie werden öffentlich angegriffen und pauschal als Opfer stilisiert.

Präsident Vural möchte die Versäumnisse der Vergangenheit nun aufholen. Bis zur nächsten Sitzung des Schurarats, der die Mitglieder des Oberstes Rats wählt, sollen neben einer neuen Frauensprecherin auch weitere Posten für Frauen freigeräumt werden. Innerhalb der IGGÖ ist man sich allerdings bewusst, dass eine tatsächliche Gleichstellung nicht einfach durch eine geschlechtsparitätische Zusammensetzung der Gremien erfolgen kann.

Gleichbehandlungsstelle nimmt sich den Themen Gleichstellung und Diversität an

Daher nimmt die IGGÖ die aktuelle Situation zum Anlass, eine unabhängige Kommission zu beauftragen, sich den Themen der Gleichstellung, Frauenförderung und Diversität innerhalb der Glaubensgemeinschaft anzunehmen.

Vural abschließend: „Die Kommission soll uns dabei helfen, unser Bewusstsein zu schärfen und unsere Wahrnehmung zu sensibilisieren, um so eine langfristige För­de­rung der Chan­cen­gleich­heit und der part­ner­schaft­li­chen ge­rech­ten Ge­mein­schaft von Frau­en und Män­nern innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft zu verwirklichen.“

IGGÖ zum Rücktritt von Akay-Türker

IGGÖ zum Rücktritt von Akay-Türker

Frau Akay-Türker hat Ende Mai in einer formlosen Email überraschend ihren Rücktritt als Frauensprecherin der IGGÖ bekanntgegeben, ohne jedoch ihre Beweggründe dafür näher auszuführen. Es obliegt nun dem Schura-Rat, der Verfassung der IGGÖ folgend bei seiner nächsten Sitzung im Herbst eine Nachfolgerin für sie zu wählen.

Der Rücktritt aus dem Obersten Rat steht in keinerlei Zusammenhang mit Frau Akay-Türkers Beruf als Religionslehrerin. Beim Schulamt ist noch kein Kündigungsschreiben eingegangen, weshalb die IGGÖ davon ausgeht, dass sie ihren Dienstverpflichtungen auch weiterhin nachkommt.

Die Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der muslimischen Gemeinschaft als auch ihrer eigenen Strukturen ist ein dezidiertes Anliegen der IGGÖ und ein notwendiger Prozess, der mit der Besetzung wichtiger Posten mit Frauen im vergangenen Jahr in Bewegung gesetzt wurde. Nichtsdestotrotz nimmt die IGGÖ dies zum Anlass, ihren bisherigen Reformprozess selbstkritisch zu evaluieren und weitere notwendige Schritte zur Umsetzung der angestrebten Ziele zu setzen.