IGGÖ begeht auch das islamische Opferfest unter besonderen Schutzmaßnahmen

IGGÖ begeht auch das islamische Opferfest unter besonderen Schutzmaßnahmen

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich begrüßt am Freitag, den 31. Juli 2020 mit dem Opferfest (Eid ul-Adha) den höchsten islamischen Feiertag und Höhepunkt des Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. Auch dieser findet heuer aufgrund der Corona-Pandemie unter besonderen Umständen statt.

Am viertägigen Fest gedenken Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt der Prüfung des Propheten Abrahams durch Gott. Es beginnt mit einem Gebet in den frühen Morgenstunden des ersten Festtags. Um eine Ausbreitung des Coronavirus unter den Besucherinnen und Besuchern zu verhindern, hat die IGGÖ abermals ihre Schutz- und Hygienemaßnahmen verschärft. So ist etwa österreichweit das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ebenso verpflichtend, wie die konsequente Einhaltung des Mindestabstands von einem Meter und die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln in den Moscheen. Auf Händeschütteln und Umarmungen bei den Festtagswünschen soll verzichtet werden. Die Imame sind dazu angehalten, das Gebet nicht in die Länge zu ziehen und wenn möglich sogar mehrere Gebete anzubieten, um große Menschenmengen zu vermeiden.
„Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Musliminnen und Muslimen Freude, Gesundheit und ein gesegnetes Opferfest. Auch wenn die Umstände besondere sind, so brauchen wir mehr denn je unseren Glauben und die Hoffnung, um die noch vor uns liegenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der Coronakrise auch weiterhin bewältigen zu können“, so IGGÖ-Präsident Vural.

IGGÖ ad Dokumentationsstelle: Zusammenarbeit unter diesen Umständen unzumutbar

IGGÖ ad Dokumentationsstelle: Zusammenarbeit unter diesen Umständen unzumutbar

Wien (OTS/IGGÖ) – Seit der Angelobung der neuen Bundesregierung im Jänner 2020 hat die IGGÖ mehrfach ihre Kooperationsbereitschaft bei der Bekämpfung jeglicher Form des Extremismus zugesichert und ihre Expertise bei der Auseinandersetzung mit Phänomenen, die einen islamisch-religiösen Hintergrund aufweisen, angeboten. Bedauerlicherweise ist dieses Angebot von politischen VerantwortungsträgerInnen konsequent ignoriert worden. Umso verwunderlicher scheint unter diesen Umständen die Behauptung aus dem Bundesministerium, es hätte im Vorfeld Gespräche mit der IGGÖ bezüglich der Etablierung der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ gegeben.

Namhafte österreichische und internationale ExpertInnen unterschiedlicher Disziplinen sind im vergangenen Jahr bei der von der IGGÖ initiierten Fachtagung zum Thema „Politischer Islam – Versuch einer Definition“ zu dem Schluss gekommen, dass es keine anerkannte wissenschaftliche Definition des Begriffs gibt. Von einer Verwendung desselbigen haben sie daher nachdrücklich abgeraten. Die entsprechende Publikation mit Beiträgen unter anderem von den renommierten UniversitätsprofessorInnen John L. Esposito, Susanne Heine, Richard Potz, Oliver Hidalgo, Rüdiger Lohlker oder Sabine Schiffer kann jederzeit von der IGGÖ bezogen werden.

Dass trotz mehrfacher Kritik an dem unbrauchbaren Begriff des „politischen Islams“ nun bei der Betitelung der geplanten Dokumentationsstelle dennoch auf genau diesen zurückgegriffen wird, zeugt von einer rein politischen Zielsetzung. Auch die Auswahl der in die Planung bisher eingebundenen Personen bekräftigt diese Annahme. Die Zusammenarbeit mit der IGGÖ feindlich gegenüberstehenden Personen ist auch aufgrund ihrer jüngster Aussagen ausgeschlossen.

Bei der Pressekonferenz vergangene Woche hat Bundesministerin Raab erklärt, die Dokumentationsstelle richte sich gegen Netzwerke, Ideologien und ausländische Einflüsse, die oft „unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit die gelungene Integrationsarbeit gefährden“. Überdies sollen muslimische Vereine und Strukturen durchleuchtet werden. IGGÖ-Präsident Vural kritisiert diesbezüglich: „Der österreichische Rechtstaat ist mit ausreichenden Werkzeugen ausgestattet, um diese Herausforderungen zu stemmen. Der Verdacht liegt nahe, dass hier eine Art Überwachungsapparat für die muslimische Bevölkerung installiert wird. Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Dokumentationsstelle nicht Bemühungen anderer Institutionen konterkariert.

In den letzten Jahren hat sich in Österreich ein besorgniserregender Diskurs bezüglich der in Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere der muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern entwickelt. Der Antidiskriminierungsausschuss des Europarats (ECRI) zeigt sich in seinem kürzlich veröffentlichten Bericht besorgt über den zunehmend fremden- und islamfeindlichen öffentlichen Diskurs in Österreich und übt scharfe Kritik an der Bundesregierung. „Dass gerade jene Teile des Regierungsprogramms, die sich mit der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung beschäftigen, nun in der Umsetzung der ursprünglich als „Dokumentationsstelle für Antisemitismus, den religiös motivierten politischen Extremismus und Rassismus im 21. Jahrhundert“ geplanten Stelle ausgespart bleiben, torpediert die Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben und befeuert gerade jene radikalen Gegenbewegungen, die es zu bekämpfen gilt“, so Vural abschließend.

Unfassbare Entgleisung von FPÖ-Hofer

IGGÖ-Präsident Vural: Unfassbare Entgleisung von FPÖ-Hofer
Untragbare Aussagen müssen für eine Person des öffentlichen Lebens Konsequenzen haben!

Wien (OTS/IGGÖ) – Eine unglaubliche Entgleisung lieferte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer am Dienstag, den 16. Juni 2020. Bei einer Kundgebung der Wiener FPÖ tätigte er folgende Aussage: „Ich fürchte mich nicht vor Corona, Corona ist nicht gefährlich. Da ist der Koran gefährlicher, meine Lieben, als Corona.“

Der IGGÖ-Präsident sieht in dieser Aussage eine unfassbare Entgleisung und stellt den Verdacht auf Verhetzung (§283 StGB) sowie der Herabwürdigung religiöser Lehren (§188 StGB) in den Raum: „Norbert Hofer beleidigt mit dieser Aussage die gesamte muslimische Bevölkerung. Er hat aus der Vergangenheit offensichtlich nichts gelernt und möchte wohl neue Gräben aufreißen. In einer zivilisierten Gesellschaft muss Hofers Entgleisung eine Entschuldigung zur Folge haben!“

Der Vergleich mit einem tödlichen Krankheitserreger wie dem Coronavirus, dem in den letzten Monaten weltweit mehrere hunderttausend Menschen zum Opfer gefallen sind, hat in rechtsextremen Zusammenhängen lange Tradition. Vural fordert umgehend eine Entschuldigung Hofers für die getätigte Aussage und ergänzt: „Derartige Vergleiche dürfen in Österreich keinen Platz mehr haben. Eine solche Verunglimpfung gefährdet das Klima gesellschaftlicher Toleranz und den religiösen Frieden. Für eine Person des öffentlichen Lebens sind Aussagen dieser Art untragbar und müssen Konsequenzen haben!“

Die Staatsanwaltschaft Wien ist aufgerufen, die Aussage des FPÖ-Chefs Kraft Gesetzes von Amts wegen auf ihre strafrechtliche Relevanz hin zu prüfen.

Präsident Vural: Aktives Eintreten für die volle Teilhabe von Frauen!

Präsident Vural: Aktives Eintreten für die volle Teilhabe von Frauen!

Wien (OTS/IGGÖ) – Der Frauenanteil innerhalb der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Kompetente Frauen besetzen wichtige Schlüsselpositionen, vom Institut Islamische Religion über das Schulamt, von der Islamischen Fachschule für soziale Bildung (Dr. A.K. Hammerschmidt Schule) über die psychosoziale Beratungsstelle, vom Generalsekretariat des Schurarates über die erstmalig von Frauen geleiteten Islamischen Religionsgemeinden in den Bundesländern, von der Leitung des Präsidialbüros über jene der Pressestelle. Frauen bilden eine wichtige und unverzichtbare Säule in der islamischen Seelsorge und im Religionsunterricht. Diese Fortschritte wurden vielleicht nicht immer öffentlichkeitswirksam sichtbar gemacht, ihre Relevanz ist jedoch nicht zu verkennen.

Dennoch lässt sich eines nicht verleugnen: in den politischen Entscheidungsgremien der IGGÖ sind Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert. „Die Gleichbehandlung von Frauen in unseren Reihen ist bei Weitem noch nicht verwirklicht“, räumt IGGÖ-Präsident Ümit Vural ein, „Mein Antrittsversprechen und mein eigener Anspruch an die IGGÖ unter meiner Leitung war und ist es jedoch, eine gleichwertige Beteiligung und Sichtbarkeit von Frauen und Männern in allen Bereichen unserer Gemeinschaft einzufordern und zu fördern.“

Maßnahmenbündel soll Geschlechtergerechtigkeit weiter befördern

Im vergangenen Jahr ist nach einem mehrmonatigen Prozess die Deklaration „Musliminnen am Wort“ öffentlich präsentiert worden. Zahlreiche Frauen innerhalb der Glaubensgemeinschaft und darüber hinaus waren an der Formulierung dieses starken und positiven Signals für das aktive Eintreten gegen die Benachteiligung von Frauen beteiligt. Auf diesem umfassenden Dokument wollte man innerhalb der IGGÖ aufbauen, doch der wichtige Vorstoß wurde liegengelassen. Statt die Persönlichkeiten dahinter mit der Formulierung tatsächlicher Initiativen zu unterstützen, wird nun ihre jahrelange Arbeit diskreditiert, sie werden öffentlich angegriffen und pauschal als Opfer stilisiert.

Präsident Vural möchte die Versäumnisse der Vergangenheit nun aufholen. Bis zur nächsten Sitzung des Schurarats, der die Mitglieder des Oberstes Rats wählt, sollen neben einer neuen Frauensprecherin auch weitere Posten für Frauen freigeräumt werden. Innerhalb der IGGÖ ist man sich allerdings bewusst, dass eine tatsächliche Gleichstellung nicht einfach durch eine geschlechtsparitätische Zusammensetzung der Gremien erfolgen kann.

Gleichbehandlungsstelle nimmt sich den Themen Gleichstellung und Diversität an

Daher nimmt die IGGÖ die aktuelle Situation zum Anlass, eine unabhängige Kommission zu beauftragen, sich den Themen der Gleichstellung, Frauenförderung und Diversität innerhalb der Glaubensgemeinschaft anzunehmen.

Vural abschließend: „Die Kommission soll uns dabei helfen, unser Bewusstsein zu schärfen und unsere Wahrnehmung zu sensibilisieren, um so eine langfristige För­de­rung der Chan­cen­gleich­heit und der part­ner­schaft­li­chen ge­rech­ten Ge­mein­schaft von Frau­en und Män­nern innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft zu verwirklichen.“

IGGÖ zum Rücktritt von Akay-Türker

IGGÖ zum Rücktritt von Akay-Türker

Frau Akay-Türker hat Ende Mai in einer formlosen Email überraschend ihren Rücktritt als Frauensprecherin der IGGÖ bekanntgegeben, ohne jedoch ihre Beweggründe dafür näher auszuführen. Es obliegt nun dem Schura-Rat, der Verfassung der IGGÖ folgend bei seiner nächsten Sitzung im Herbst eine Nachfolgerin für sie zu wählen.

Der Rücktritt aus dem Obersten Rat steht in keinerlei Zusammenhang mit Frau Akay-Türkers Beruf als Religionslehrerin. Beim Schulamt ist noch kein Kündigungsschreiben eingegangen, weshalb die IGGÖ davon ausgeht, dass sie ihren Dienstverpflichtungen auch weiterhin nachkommt.

Die Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der muslimischen Gemeinschaft als auch ihrer eigenen Strukturen ist ein dezidiertes Anliegen der IGGÖ und ein notwendiger Prozess, der mit der Besetzung wichtiger Posten mit Frauen im vergangenen Jahr in Bewegung gesetzt wurde. Nichtsdestotrotz nimmt die IGGÖ dies zum Anlass, ihren bisherigen Reformprozess selbstkritisch zu evaluieren und weitere notwendige Schritte zur Umsetzung der angestrebten Ziele zu setzen.

IGGÖ zum Rücktritt von Akay-Türker

IGGÖ zum Rücktritt von Akay-Türker

Wien (OTS/IGGÖ) – Frau Akay-Türker hat Ende Mai in einer formlosen Email überraschend ihren Rücktritt als Frauensprecherin der IGGÖ bekanntgegeben, ohne jedoch ihre Beweggründe dafür näher auszuführen. Es obliegt nun dem Schura-Rat, der Verfassung der IGGÖ folgend bei seiner nächsten Sitzung im Herbst eine Nachfolgerin für sie zu wählen.

Der Rücktritt aus dem Obersten Rat steht in keinerlei Zusammenhang mit Frau Akay-Türkers Beruf als Religionslehrerin. Beim Schulamt ist noch kein Kündigungsschreiben eingegangen, weshalb die IGGÖ davon ausgeht, dass sie ihren Dienstverpflichtungen auch weiterhin nachkommt.

Die Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der muslimischen Gemeinschaft als auch ihrer eigenen Strukturen ist ein dezidiertes Anliegen der IGGÖ und ein notwendiger Prozess, der mit der Besetzung wichtiger Posten mit Frauen im vergangenen Jahr in Bewegung gesetzt wurde. Nichtsdestotrotz nimmt die IGGÖ dies zum Anlass, ihren bisherigen Reformprozess selbstkritisch zu evaluieren und weitere notwendige Schritte zur Umsetzung der angestrebten Ziele zu setzen.

IGGÖ ad ECRI-Bericht: Appell an die Bundesregierung, Kritik der ExpertInnen ernst zu nehmen

IGGÖ ad ECRI-Bericht: Appell an die Bundesregierung, Kritik der ExpertInnen ernst zu nehmen

Wien (OTS/IGGÖ) – Während es nach dem erschütternden Tod eines Afroamerikaners infolge brutaler Polizeigewalt zu weltweiten Protesten gegen Rassismus und Diskriminierung kommt, ist die Reaktion der österreichischen Bundesregierung auf den jüngst veröffentlichten Länderbericht der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) höchst bedauerlich und wirft Fragen nach ihrem Verständnis von der vielzitierten „Rückkehr zur Normalität“ nach Abklingen der Corona-Krise auf.

Der Antidiskriminierungsausschuss des Europarats zeigt sich in seinem Bericht besorgt über den zunehmend fremden- und islamfeindlichen öffentlichen Diskurs in Österreich und übt scharfe Kritik an der Bundesregierung.

Anstatt jedoch auf die Expertise und die Empfehlungen des Gremiums einzugehen, beschränkt sich die Bundesregierung auf einen einzelnen Punkt aus dem 50 Seiten umfassenden Bericht und weist die damit zusammenhängende Bewertung der ExpertInnen zurück – nämlich die Frage nach dem Kopftuchverbot an österreichischen Volksschulen, beanstandet IGGÖ-Präsident Vural.

Wenngleich sich die IGGÖ vehement gegen das verfrühte Tragen eines Kopftuchs bei Mädchen und jeden darauf abzielenden Zwang ausspricht, stellt die im Mai 2019 erfolgte Änderung des Schulunterrichtsgesetzes einen Verstoß gegen Rechtmäßigkeit und Neutralität dar. Dies bestätigt nun auch die Kommission, die betont, dass das „Herausgreifen einer bestimmten Gruppe“ sich nachteilig auf die Inklusion auswirken und zu einer intersektionellen Diskriminierung führen kann. Die Bundesregierung sei daher aufgefordert, das Gesetz zu überarbeiten, um sicherzustellen, dass es „den Neutralitätsgrundsatz respektiert, ein legitimes Ziel verfolgt und frei von jeglicher Form von Diskriminierung einer bestimmten Gruppe von SchülerInnen ist.“

Laut der ECRI zeigen Studien eindeutig, dass soziale Gräben seit der Novellierung des Islamgesetzes 2015 immer weiter „durch Gesetzesinitiativen verstärkt“ wurden. Die ExpertInnen unterstreichen dabei, dass die Unterstellung einer mangelnden Integration von MuslimInnen in Österreich und deren mutmaßliche Ablehnung „grundlegender österreichischer Werte“ zu einer feindlichen Haltung der gesamten muslimischen Gemeinschaft gegenüber geführt hat und sich nicht gegen den „politischen Islam” allein richtet. Gegen die undifferenzierte Verwendung dieses Begriffs haben sich WissenschaftlerInnen in der Vergangenheit bereits mehrfach ausgesprochen.

Das zunehmend rassistische Klima in Österreich führt dazu, dass MuslimInnen immer häufiger Opfer von Übergriffen werden. Die Zahl der dokumentierten Fälle von Hassrede und hassmotivierter Gewalt gegenüber MuslimInnen ist im Vergleich zum Vorjahr – insbesondere in Zeiten politischer Wahlkämpfe – um schockierende 74 Prozent gestiegen. Die ECRI fordert die politischen Führungskräfte daher auf, sich „unmissverständlich gegen jede rassistische Hassrede auszusprechen und auf die Äußerung solcher Hassrede mit einer eindeutigen Gegenbotschaft zu reagieren“.

Der von der ECRI aufgezeigte antimuslimische Rassismus ist wie jede andere Form von Rassismus, Diskriminierung und Hass gegenüber Mitmenschen eine zunehmende Gefahr für unsere Demokratie. Vor wenigen Tagen erst wurde in einem Bericht der Israelitischen Kultusgemeinde auch ein Anstieg antisemitischer Vorfälle konstatiert. Dabei waren es vor allem politische AkteurInnen nahe der rechtsextremistischen Szene und ihre AnhängerInnen, die in den vergangenen Jahren regelmäßig Inhalte fremdenfeindlicher und antisemitischer Natur veröffentlicht haben. Als KoalitionspartnerInnen wurden die polarisierenden und rassistischen Aussagen genau dieser PolitikerInnen von der nun abermalig in Regierungsverantwortung stehenden österreichischen Volkspartei viel zu lange toleriert.

Ich appelliere daher an politische EntscheidungsträgerInnen, sich eingehend mit den von der Kommission formulierten Vorschlägen zur Lösung der aufgezeigten Probleme auseinanderzusetzen und Maßnahmen zu ergreifen, um die rassistischen Tendenzen in unserem Land einzudämmen. Alle Vorfälle, bei denen Menschen öffentlich erniedrigt, beleidigt und diskriminiert werden, sei es aus rassistischen, antimuslimischen, antisemitischen, homophoben oder sexistischen Gründen, sind uneingeschränkt zu verurteilen, resümiert Vural.

Die IGGÖ stellt darüber hinaus unmissverständlich klar, dass sie sich gemeinsam mit den anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften auch weiterhin für den Erhalt und den Schutz der Rechte der österreichischen MuslimInnen und die Wahrung ihrer Würde als Individuen und BürgerInnen dieses Landes einsetzen wird.

IGGÖ: Muslimische Gemeinschaft in Österreich begeht das Ramadanfest in den eigenen vier Wänden

Wien (OTS/IGGÖ) – Musliminnen und Muslime auf der ganzen Welt begehen anlässlich des Endes des islamischen Fastenmonats an diesem Sonntag das dreitägige Ramadanfest.

Der Ramadan ist im Islam die wichtigste und segensreichste Zeit des Jahres. Die gemeinschaftliche Spiritualität ist sein wesentlicher Bestandteil, und deren Mittelpunkt ist die Moschee. Heuer ist der Ramadan jedoch aufgrund der Corona Pandemie völlig anders verlaufen, als die muslimische Gemeinschaft ihn zu begehen gewohnt ist. Viele wichtige und lebendige Traditionen, wie die gemeinschaftlichen Gebete in der Moschee, das speziell im Ramadan nächtlich verrichtete Taraweh-Gebet, die beliebten Zusammenkünfte zum Fastenbrechen im großen Kreis, die gewohnten Koranlesungen oder die kleine Pilgerfahrt nach Mekkah waren unter den gegebenen Umständen unmöglich.

Der Maxime des islamischen Rechts folgend, nach der der Schutz des Lebens den religiösen Verpflichtungen übergeordnet ist, hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich rasch und konsequent agiert, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus mitzubekämpfen. „Die österreichischen Musliminnen und Muslime haben die Aussetzung der gemeinschaftlichen Gebete in unseren Moscheen erfreulich verständnisvoll und positiv aufgenommen. Als Gemeinschaft haben wir diese Ausnahmesituation verantwortungsvoll gemeistert. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, erklärt IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

Auch wenn der diesjährige Ramadan in vieler Hinsicht ungewohnt und beeinträchtigt verlaufen ist, so konnte und kann er dennoch als die im Islam vorbestimmte Zeit für eine Lebensreflexion, für ein Umdenken und ein Innehalten verstanden werden. Im Kreise der Familie haben Musliminnen und Muslime ihre Wohnungen zu Orten dieser Innenschau und einer intensiven Spiritualität und Begegnung mit Gott gemacht, sie haben sich – vielleicht sogar noch mehr als sonst – auf das Wesentliche besonnen und ihr Bewusstsein dafür gestärkt.

Seit dem 15. Mai hat die Islamische Glaubensgemeinschaft nun mit der schrittweisen Wiederöffnung der Moscheen unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen begonnen. Die erste Woche der Wiederaufnahme der Gemeinschaftsgebete ist aufgrund des großen Engagements und Pflichtbewusstseins der Imame und der Obleute der Moscheegemeinden durchwegs positiv verlaufen. Nun gilt es für die Gläubigen jedoch, noch ein letztes Mal Geduld zu beweisen: „Auf das Festgebet in der Moschee werden wir diesen Sonntag schweren Herzens verzichten müssen. Ein großes, aber leider notwendiges Opfer“, wie es Vural als Appell und Ermutigung an die Gläubigen richtet. Der theologische Beratungsrat der IGGÖ empfiehlt, das Gebet zuhause im Kreise der Familie zu verrichten.

Gleichzeitig verkündet der Präsident, dass ab Sonntag unter Einhaltung der empfohlenen Maßnahmen mit der Wiederaufnahme der Abend- und Nachtgebete in den Moscheen begonnen werden könne.

Vural abschließend: „Im Namen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich wünsche ich allen Musliminnen und Muslimen ein gesegnetes Ramadanfest“.

IGGÖ: Erste Moscheen öffnen am Freitag ihre Tore

Wien (OTS/IGGÖ) – Nach neun Wochen Coronavirus bedingter strikter Einschränkungen des religiösen Lebens in Österreich dürfen Moscheen am Freitag wieder die Tore für ihre Gemeinden öffnen. IGGÖ-Präsident Vural ist erfreut, dass als Ergebnis wochenlanger Geduld und Disziplin mit heutigem Tage öffentliche Gottesdienste wieder stattfinden dürfen, wenn auch in einem reduzierten Rahmen und unter Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen. Alle Kirchen und Religionsgesellschaften hätten verantwortungsvoll ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet. Auch Kultusministerin Raab bedankte sich in einer Aussendung „für die ausgezeichnete Kooperation in dieser schweren Zeit, in die unter anderem das Osterfest, das jüdische Pessach-Fest und der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan gefallen sind.“

Die IGGÖ erinnert Gemeindevorstände allerdings weiterhin daran, ihrer Pflicht nachzukommen, die Gesundheit ihrer Mitglieder und Mitmenschen zu schützen. Der Moscheebesuch und die Gottesdienste müssen daher so gestaltet sein, dass eine Ansteckungsgefahr möglichst gering ist. Die wichtigsten Empfehlungen dazu hat die IGGÖ in einem Leitfaden auf Grundlage der Vereinbarungen der anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften mit dem Kultusministerium vorgelegt.

Von der Umsetzung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen in den Moscheen konnte sich IGGÖ-Präsident Vural in den vergangenen Tagen persönlich ein Bild machen. So wurden Bodenmarkierungen für Gebetsplätze angebracht, Desinfektionsmittel an den Eingängen aufgestellt, die Gemeindemitglieder vorab über die einzuhaltenden Regelungen informiert, Informationsplakate angebracht und Ordnerdienste eingeteilt. „Ich freue mich, dass etwa die Hälfte unserer Moscheen die notwendigen Vorkehrungen treffen konnte und die Gottesdienste wiederaufnehmen kann. So haben wir nun immerhin die Möglichkeit, zumindest die letzten Tage des Ramadan würdevoll zu begehen“, so Vural.

Am Mittwoch wurden zwischen der Kultusministerin und den RepräsentantInnen der Kirchen und Religionen die Rahmenbedingungen für Gottesdienste im Freien definiert. Im Gegensatz zu Gottesdiensten im Innenbereich gilt hier die 10m2-Regelung nicht. Die maximale Anzahl der teilnehmenden Gläubigen soll jedoch jener gemeindeüblicher Gottesdiensten entsprechen. Dadurch soll das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus in andere Regionen geringgehalten werden. Diese Lockerungen bringen vor allem für Moscheen im ländlichen Raum eine Erleichterung, die über eigene Gärten oder Höfe verfügen.

Für den IGGÖ-Präsidenten hatten die Einschränkungen der vergangenen Wochen auch positive Seiten. So haben beispielsweise viele Gemeinden ihre Aktivitäten ins Internet verlegt und ein umfangreiches Online-Angebot geschaffen, mit dem sie weit mehr Leute erreichen konnten als zuvor. Das Verbot von Krankenbesuchen hat zur Gründung einer Telefonseelsorge für MuslimInnen geführt, die stark in Anspruch genommen wurde und nun auch nach der Krise weitergeführt werden soll. Zahlreiche Gemeinden haben ihre karitativen Initiativen erweitert.

Nicht zuletzt wurde auch der traditionell ohnehin sehr lebendige interreligiöse Dialog in Österreich gestärkt. „Die Krise ist für uns alle eine große Herausforderung. Der ständige Austausch mit anderen ReligionsvertreterInnen, die Suche nach zumutbaren Lösungen für alle und der Wille, einen Religionen übergreifenden Weg zu finden, waren wichtige Signale für den Zusammenhalt aller Glaubensgemeinschaften in unserem Land“, resümiert Vural abschließend.

IGGÖ veröffentlicht Empfehlungen zur schrittweisen Öffnung der Moscheen

Wien (OTS/IGGÖ) – Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am 21. April 2020 bei einer Pressekonferenz unerwartet angekündigt, dass ab 15. Mai im Zuge der stufenweisen Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens öffentliche Gottesdienste wieder gestattet sind.

Nur wenige Stunden zuvor hatte die Islamische Glaubensgemeinschaft in einer Presseaussendung das Aussetzen aller Gemeinschaftsgebete in den Moscheen für den bis 23. Mai andauernden Fastenmonat Ramadan angekündigt. Am folgenden Tag wurden den anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften die von der Bundesregierung verordneten Auflagen für die Wiederaufnahme der gemeinschaftlichen religiösen Praxis bekannt gemacht. Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen wurden die ReligionsvertreterInnen dazu angehalten, ihre Pläne zur sukzessiven Öffnung ihrer Gotteshäuser autonom auszuarbeiten.

Nach langem Abwägen des Für und Wider legt die Islamische Glaubensgemeinschaft ihren Einrichtungen nun einen ab 15. Mai 2020 geltenden Leitfaden für die schrittweise Öffnung der Moscheen vor. Dieser versteht sich als Empfehlung für moscheeführende Gemeinden, wie sie die von der Bundesregierung vorgegebenen Maßnahmen umsetzen können. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Aufforderung, die Moscheen unbedingt zu öffnen. Einrichtungen, die die strengen Schutz- und Hygienemaßnahmen nicht erfüllen können, sind weiterhin dazu angehalten, ihre Tore geschlossen zu halten.

„Wir wissen, dass nach den wochenlangen Einschränkungen die Sehnsucht der MuslimInnen nach ihren Moscheen besonders groß ist, vor allem jetzt im Fastenmonat Ramadan!“, versichert Präsident Vural und betont: „Dennoch bleibt es weiterhin unsere Überzeugung, dass der Schutz und die Gesundheit unserer Mitmenschen absolute Priorität genießen. Unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen werden wir daher sehr vorsichtige erste Schritte zur Öffnung unserer Moscheen unternehmen.“

Ab 15. Mai werden in jenen Moscheen, die die strengen Auflagen erfüllen können, das Morgen-, Mittags- und Nachmittagsgebet wiederaufgenommen. Stärker frequentierte Gemeinschaftsgebete, wie das Abend-, Nacht- und Freitagsgebet, bleiben weiterhin ausgesetzt und sollen zuhause im Kreis der Familie verrichtet werden, ebenso wie das abendliche Fastenbrechen und die im Ramadan üblichen nächtlichen Taraweh-Gebete. „Auch auf das Festgebet werden wir schweren Herzens voraussichtlich verzichten müssen. Ein großes, aber leider notwendiges Opfer“, so Vural.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft bedankt sich ausdrücklich bei allen MitbürgerInnen, die die Einschränkungen der letzten Wochen verantwortungsvoll mitgetragen und so ihren Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus geleistet haben. Die österreichischen MuslimInnen ruft sie zur Umsicht auf, ihrer gesellschaftlichen und religiösen Verantwortung bis zur kompletten Öffnung der Moscheen weiterhin gerecht zu werden. „Wir hoffen, dass wir bereits in den kommenden Wochen weitere Lockerungen ankündigen und bald schon gemeinsam uneingeschränkt in unseren Gotteshäusern beten werden können“, zeigt sich der IGGÖ-Präsident hoffnungsvoll.

IGGÖ begrüßt den Fastenmonat Ramadan: „Zeit innezuhalten“

Wien (OTS/IGGÖ) – Unter dem Motto „Zeit innezuhalten“ begrüßt die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich den am Freitag, den 24. April beginnenden neunten Monat des islamischen Mondkalenders, den sogenannten Ramadan. Der Tradierung zufolge wurde dem Propheten Muhammad in jenem Monat die Heilige Schrift des Islam, der Koran, überliefert. Im Ramadan fasten Musliminnen und Muslime von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Mit dem gemeinsamen Iftar-Mahl wird das Fasten am Abend beendet.

Seit einigen Wochen schon werden Diskussionen darüber geführt, ob diese Art des Fastens in Zeiten der Corona Pandemie empfehlenswert sei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt in ihren am 15. April veröffentlichten Leitlinien, dass es bislang keine wissenschaftlichen Beweise dafür gäbe, dass das Fasten das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen würde und ist daher der Meinung, dass gesunde Menschen während des diesjährigen Ramadan wie gewohnt fasten können.

Für die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist folglich klar, dass die Corona Pandemie aus derzeitiger Sicht kein Hindernis für das Fasten im Ramadan darstellt. All jene Musliminnen und Muslime, die die religiöse Reife erreicht haben und dabei geistig und körperlich gesund sind, sind daher eingeladen zu fasten.

Kinder, Personen mit körperlichen oder intellektuellen Einschränkungen, chronisch Kranke und Hochbetagte sind vom Fasten befreit. Versäumte Fastentage nachzuholen ist für alle jene zulässig, die akut erkrankt sind, sich auf Reise befinden, schwangere und stillende Frauen, Frauen im Wochenbett oder in der Menstruation. Diese Erleichterungsregeln bestehen immer, unabhängig von der Corona Pandemie und sind im Koran und in den islamischen Überlieferungen festgeschrieben.

Abgesehen von der Fähigkeit zu Fasten jedoch bedeutet die Corona Pandemie für Musliminnen und Muslime eine massive Veränderung der gewohnten Rituale: die Gebete und das Fastenbrechen sind zuhause im engsten familiären Kreis zu verrichten. Eine für alle ungewohnte Situation. „Wir bitten alle Gläubigen, diese herausfordernde Zeit zu nutzen und sich auf das Wesentliche zu besinnen, auf das, was sie unmittelbar umgibt, auf ihre Familien, ihr Zuhause, ihre Gesundheit und auf ihren Glauben. Es ist für uns alle somit Zeit innezuhalten“, so Präsident Vural. Ihren Mitgliedern und Gemeinden stellt die IGGÖ als eine Hilfestellung einen Leitfaden mit Vorgaben und allgemeinen Empfehlungen für den Fastenmonat zur Verfügung. Ein umfangreiches Online-Angebot mit täglichen Vorträgen und Koranrezitationen soll den Ramadan hindurch zur spirituellen Begleitung dienen.

Wie lange diese strikten Einschränkungen für das religiöse Leben in Österreich noch Gültigkeit haben, hängt maßgeblich von den Auswirkungen der ersten Lockerungsmaßnahmen das öffentliche Leben betreffend und der weiteren Entwicklung der Krankenstatistik in den kommenden Wochen ab. Die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden und das Ziel eines Religionen übergreifenden Plans zur schrittweisen Öffnung werden dabei handlungsweisend sein. Aktuell ist aber nicht auszuschließen, dass die derzeitige Situation bis zum Ende des Ramadan andauern könnte.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Musliminnen und Muslimen trotz der schweren Lage, in der wir uns befinden, einen gesegneten Ramadan und bittet sie, sich ihren Bittgebeten von zuhause aus anzuschließen.

IGGÖ-Präsident Vural: “Machen wir unser Zuhause zu Moscheen!”

Wien (OTS/IGGÖ) – Als erste Religionsgemeinschaft in Österreich hat die IGGÖ bereits vor den ersten Regierungserlässen strikte Maßnahmen zum Schutz von Gemeindemitgliedern und Mitmenschen getroffen. Bei einem Treffen aller anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften im Bundeskanzleramt am 12. März 2020 wurde schließlich gemeinsam entschieden, die Aktivitäten in den religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen.

Der Verlängerung der gesetzlichen Vorgaben über die Einschränkungen des öffentlichen Lebens folgend, sieht sich die IGGÖ dazu verpflichtet, auch die für ihre Gemeinden seit 10. März bestehenden Beschränkungen bis Ende April, und somit in den bevorstehenden Fastenmonat Ramadan hinein, der am 23. April beginnt, zu verlängern.

Für, die islamische Religionsgemeinschaft bedeuten sowohl die Aussetzung der gemeinschaftlichen Gebete, als auch die Beschränkung des Fastenbrechens auf den Kreis der Kernfamilie eine massive Änderung ihrer gewohnten Rituale während des Fastenmonats. „Der Islam wird in der Gemeinschaft gelebt. In der jetzigen Situation aber gilt es, unsere Häuser mit Gebeten und Rezitationen zu erhellen und sie zu Moscheen zu machen“, so Präsident Vural. Trotz der räumlichen Distanz bleibt die Glaubensgemeinschaft mit ihren Mitgliedern über ihre Online Angebote in Verbindung und begleitet sie damit spirituell so gut wie möglich durch die kommenden Wochen.

Im Zuge der stufenweisen Normalisierung des öffentlichen Lebens in Österreich wird in enger Zusammenarbeit mit dem im Bundeskanzleramt angesiedelten Kultusamt sowie den anderen anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften ein möglicher Plan zur schrittweisen Wiederaufnahme der religiösen Praxis in den kommenden Wochen und Monaten erarbeitet. „Wir haben als Religionsgemeinschaften bis jetzt einen gemeinsamen Weg gefunden und wollen diesen Weg auch in Zukunft gemeinsam gehen“, so Vural. Das weitere Vorgehen wird sich dabei naturgemäß an den Vorgaben der Bundesregierung und den Gesundheitsbehörden orientieren und laufend neu evaluiert werden müssen.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Beschränkungen und Vorschriften unterstützt die IGGÖ uneingeschränkt. Auch die muslimische Bevölkerung beweist Tag für Tag ihre Einsicht und Kooperationsbereitschaft: zahlreiche Gemeinden und Vereine, Einzelpersonen, Jugendliche und Familien haben sich in Hilfsprojekten zusammengeschlossen, um ältere und bedürftige Mitmenschen zu unterstützen. Auch arbeiten viele Musliminnen und Muslime in gerade jenen Bereichen, die aktuell ganz besonders wichtig für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens und die Versorgungssicherheit in unserem Land sind.

Gleichzeitig treffen die Maßnahmen vor allem kleinere Moscheen sehr hart, denn durch das Versammlungsverbot fallen die üblichen Spendensammlungen bei den Freitagsgebeten und vor allem im Monat Ramadan, die einen maßgeblichen Teil ihrer Einnahmequellen darstellen, ersatzlos weg. Dies führt dazu, dass Mieten, monatliche Erhaltungs- und Betriebskosten, Kreditraten oder Löhne nicht mehr beglichen werden können. Die IGGÖ hat daher eine innermuslimische Spendensammlung ins Leben gerufen, mit dem Bemühen, den Erhalt all ihrer Moscheen zu sichern. „Vor diesem Hintergrund wird es nun erneut augenscheinlich, dass unsere Glaubensgemeinschaft ganz neue Wege der Finanzierung bestreiten wird müssen, um ihre Aufgaben auch in Zukunft in gewohnter Stringenz erfüllen zu können“, führt Vural aus und weist damit wiederholt auf die seit Monaten im Raum stehende Diskussion um die mögliche Einführung eines Moscheebeitrages hin.

IGGÖ gibt Hoffnung auf „islam.“ in den Zeugnissen nicht auf!

Wien (OTS/IGGÖ) – Der Verfassungsgerichtshof hat in seiner März-Session den Individualantrag der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich auf Richtigstellung des Religionsbekenntnisses von „islam. (IGGÖ)“ auf „islam.“ auf Zeugnissen und Schulnachrichten zurückgewiesen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft fühlt sich nichtsdestotrotz auch weiterhin in der Verantwortung, einen neuerlichen Individualantrag einzubringen, um eine inhaltliche Auseinandersetzung durch den Verfassungsgerichtshof zu erwirken. Eine Verwendung der Kürzel „IGGÖ“ oder „islam. (IGGÖ)“ als Bezeichnungen für eine Konfession erachtet sie keinesfalls als zulässig. Die Rückkehr zur Rechtssicherheit in dieser Angelegenheit ist für die IGGÖ von höchster Priorität.

Weiterhin offen lässt die IGGÖ außerdem die Möglichkeit, sich mit ihrer Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden.

IGGÖ stellt Räumlichkeiten zur Verfügung

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich hat sich solidarisch dazu entschlossen, der österreichischen Bundesregierung und den Behörden ihre aufgrund der derzeitigen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis auf Weiteres geschlossenen Räumlichkeiten, sofern sie den Bedürfnissen und Anforderungen entsprechen, in ganz Österreich zur Verfügung zu stellen, um dem eventuellen Auftreten fehlender räumlicher Kapazitäten zur Versorgung von Bedürftigen entgegenwirken zu können.

„Diese Zeiten sind für alle Mitmenschen gleichermaßen herausfordernd. Es ist uns daher ein wichtiges Anliegen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und uns mit besonders schutzbedürftigen Menschen zu solidarisieren“, so Präsident Vural.

Sollten Gesundheitsbehörden, Nichtregierungsorganisationen, der Sicherheitsapparat oder technische Hilfswerke daher Bedarf an Räumlichkeiten haben, bietet die IGGÖ an, entsprechend geprüfte und adaptierte Standorte vorübergehend umzufunktionieren. Denkbar wäre die Einrichtung von Notquartieren, Lazaretten, Untersuchungszentren oder Räumlichkeiten für Blutspenden und Lebensmittelversorgung.

Gleichzeitig bedankt sich die IGGÖ für das rasche und äußerst kompetente Handeln der Bundesregierung in dieser unerwarteten und in ihren Folgen noch nicht abschätzbaren Krise. Auch weiß sie es zu schätzen, dass alle Glaubensgemeinschaften aktiv in Entscheidungen der Bundesregierung einbezogen wurden und auf diese Weise die der Situation angepasste religiöse Seelsorge für die Bevölkerung gesichert ist, denn auch die Glaubensgemeinschaften sind in dieser angespannten Lage als Ansprechpartner wichtig und extrem gefordert.

Kirchen und Religionsgesellschaften beschließen weitere Schutzmaßnahmen

Wien (OTS/IGGÖ) – Aufgrund der jüngsten Erkenntnisse zum Coronavirus haben sich auf Einladung der Bundesregierung heute die Vertreter aller anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt versammelt. Gemeinsam wurde entschieden, die Aktivitäten in den religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich hatte ja den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden folgend bereits vor zwei Tagen verlautbart, die Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit vorübergehend auszusetzen. Dieser Schritt hat sich nun angesichts der dramatischen Entwicklungen als richtig und vernünftig erwiesen, denn die kommenden Wochen scheinen entscheidend, wenn es um die effektive Eindämmung einer weiteren Ausbreitung der Pandemie geht.

Die Tore der Moscheen bleiben für die täglichen Gebete und die Seelsorge so wie bisher verkündet weiterhin geöffnet, denn gerade in Zeiten wie diesen brauchen die Menschen den seelischen und spirituellen Zuspruch ganz besonders. Jedoch ruft die IGGÖ ihre Einrichtungen dazu auf, penibel darauf zu achten, Menschenmengen in ihren Räumlichkeiten zu vermeiden.

„Unsere größte Sorge gilt den älteren und schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Sie gilt es nun ganz besonders zu schützen“, so Präsident Vural. Er hält daher alle Musliminnen und Muslime dazu an, den Forderungen der Bundesregierung nachzukommen, die empfohlenen Schutzmaßnahmen zu ergreifen, auf größere Zusammenkünfte auch innerhalb der Familie so weit wie möglich zu verzichten und all jenen Personen, die diese benötigen, ihre Unterstützung zukommen zu lassen.

Vorübergehend keine Freitagsgebete in österreichischen Moscheen

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Bundesregierung hat heute, Dienstag, den 10. März 2020 Maßnahmen zum weiteren Umgang mit dem Coronavirus formuliert, die große Einschränkungen auf das öffentliche Leben und den muslimischen Alltag zur Folge haben.

Den Vorgaben der Gesundheitsbehörden folgend hat der theologische Rat der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) daher beschlossen, dass ab Freitag, den 13. März bis vorerst 1. April 2020 österreichweit keine Freitagsgebete in Moscheen abgehalten werden dürfen. Dies gilt auch für kleine Gebetshäuser, die sonst mit großem Andrang zu rechnen hätten. Diese Maßnahme soll zur Eindämmung einer weiteren Ausbreitung der Epidemie beitragen.

Aus islamischer Sicht sind diese Maßnahmen gerechtfertigt, denn die Verpflichtung zur Durchführung des Freitagsgebetes gilt als aufgehoben, wenn Krankheit oder Sorge um das eigene Leben oder jenes von Familienangehörigen vorliegen.

Ausnahmslos alle Moscheen und Imame sind dazu angehalten, sich an diese Vorsichtsmaßnahmen zu halten. Ebenso soll die Abhaltung größerer Veranstaltungen und Versammlungen innerhalb der islamischen Einrichtungen möglichst vermieden werden. Die Moscheen bleiben jedoch für das tägliche Gebet und seelsorgerische Dienste geöffnet.

Antimuslimischer Rassismus in Österreichs Spitzenpolitik: Zum Bericht von SOS Mitmensch

Wien (OTS/IGGÖ) – Am vergangenen Mittwoch präsentierte SOS Mitmensch den zweiten Bericht zu antimuslimischem Rassismus in der Politik, in dem 21 Fälle exemplarisch für die gezielten Kampagnen gegen MuslimInnen in Österreich analysiert werden. Die VerfasserInnen selbst bezeichnen diese 21 Beispiele nur als Spitze des Eisbergs.

Der Bericht legt dar, dass sich die HauptakteurInnen des antimuslimischen Rassismus im vergangenen Jahr gewandelt haben: Waren es bis zur Auflösung der ÖVP-FPÖ-Regierung im Mai 2019 vor allem die SpitzenpolitikerInnen der Freiheitlichen Partei, die offen gegen Menschen muslimischen Glaubens polemisierten, so sei nun deutlich zu erkennen, dass das Phänomen Personenkreise erreicht hat, die sich selbst als „politische Mitte“ verstehen. Diese Wahrnehmung kann die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich nur bestätigen.

Rassismusforscher Dr. Benjamin Opratko von der Universität Wien sieht es als Paradoxon, dass die Existenz dieser aktuell eindeutig dominantesten Form von Rassimus in Österreich konsequent negiert werde. Opfer dieser rassistischen Angriffe seien regelmäßig Häme und Lächerlichmachung preisgegeben.

Politik-Expertin MMag. Dr. Stainer-Hämmerle warnt in diesem Zusammenhang vor einer Entfremdung: Sie zeigt sich ob der Tatsache irritiert, dass mittlerweile nicht mehr hinterfragt wird, wenn Gleiches ungleich behandelt werde. Stainer-Hämmerle spielt damit auf die aggressiven Reaktionen auf den Wunsch des IGGÖ-Präsidenten Mag. Ümit Vural an, der sich für würdige Moscheen in allen Bundesländern anstelle von Gebetsräumen in Hinterhöfen ausgesprochen hat.

Aus Sicht der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich erscheint zunächst die Notwendigkeit einer Definition dessen wichtig, was unter antimuslimischem Rassismus zu verstehen ist. Auch SOS Mitmensch bestätigt diese Beobachtung. Es sei derzeit evident, wie unreflektiert manche Begriffe mittlerweile verwendet würden. Es sei hier zudem erneut auf das aktuelle Regierungsprogramm verwiesen, in dem der Islam generell als ein Problem dargestellt wird, das es zu „lösen“ gilt.

Ereignisse wie zuletzt der rechtsextremistische Anschlag in Hanau zeigen, wie schnell anfänglich „nur“ verbale Attacken in tödliche Gewalt umschlagen können. Der antimuslimische Rassismus ist wie jede andere Form von Rassismus, Diskriminierung und Hass gegenüber Mitmenschen eine zunehmende Gefahr auch für unsere Demokratie. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich appelliert daher an die VertreterInnen aller Parteien, Maßnahmen zu formulieren und zu ergreifen, um diese brandgefährlichen Tendenzen einzudämmen und steht für jede Kooperation zur Verfügung, die auf ein respektvolles Miteinander innerhalb unserer Gesellschaft abzielt.

IGGÖ zum türkis-grünen Regierungsübereinkommen

Wien (OTS/IGGÖ) – Die IGGÖ zeigt sich vom Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und den Grünen enttäuscht. „Es ist bedauerlich, dass die gewohnte Antidiskriminierungspolitik der Grünen sich im Regierungspakt mit der ÖVP nicht wiederfindet und somit die Chance auf eine Veränderung des gesellschaftlichen Klimas in Österreich nicht wahrgenommen wurde. Wir hatten uns von einer Regierungsbeteiligung der Grünen einen menschenrechtlichen Kurs und die Verteidigung der Gleichbehandlung erwartet“, so Präsident Ümit Vural.

Die feindselige Haltung den Musliminnen und Muslimen gegenüber, die sich wie ein roter Faden durch das Regierungsprogramm zieht, stellt jedoch einen fließenden Übergang zur populistisch-rassistischen Haltung der ehemaligen ÖVP-FPÖ-Regierung dar. Die völlig undifferenzierte Verwendung des Begriffs „politischer Islam“ stigmatisiert und kriminalisiert pauschal alle in Österreich lebenden Musliminnen und Muslime. Die Einrichtung einer eigenen Dokumentationsstelle brandmarkt sie sogar als staatsgefährdende Bedrohung.

Die Musliminnen und Muslime in Österreich aber bejahen die herrschende Rechts- und Verfassungsordnung als unverzichtbare Voraussetzung eines würdevollen und demokratischen Lebens und sehen es als absolut vereinbar, MuslimIn und ÖsterreicherIn zu sein. Die Formulierungen im Regierungsprogramm hingegen setzen praktizierende Musliminnen und Muslime mit Extremisten gleich und diskreditiert eine ganze Religion und ihre Anhängerinnen und Anhänger – Menschen, die seit langem fester Bestandteil der österreichischen Gesellschaft sind und sich als solcher empfinden –, als Feindbild.

Die IGGÖ positioniert sich klar als Verbündete im Kampf gegen jegliche Art von politischem und religiösem Extremismus. Die eklatante Islamfeindlichkeit ist jedoch eine Gefahr für die Demokratie und die Menschenrechte, denn sie spaltet die Gesellschaft, torpediert das friedliche Zusammenleben und befeuert genau jene radikale Tendenzen, gegen die es anzukämpfen gilt. Die IGGÖ wird daher auch weiterhin lautstark den Erhalt der Grundrechte aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes einfordern, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder des sozialen Status.