21.Juli 2018

IGGÖ verurteilt religiös motivierte Gewalt

Tief betroffen reagiert der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) Ibrahim Olgun auf den Vorfall letzten Donnerstag in Wien , wonach ein Mann wahllos zwei Menschen attackiert hat: "Obwohl die Staatsanwaltschaft Wien nach derzeitigen Stand nicht von einem antisemitischen Hintergrund ausgeht, verurteilen wir als islamische Glaubensgemeinschaft Übergriffe, die sich gegen religiöse Minderheiten richten. Der Sachverhalt und das Tatmotiv müssen freilich noch geklärt werden. Ich möchte den Opfern aber jedenfalsl mein aufrichtiges Mitgefühl äußern. Die IGGÖ setzt sich aktiv für den Dialog mit allen Religionen und Bevölkerungsgruppen ein. Für uns steht fest: Gewalt gegen Menschen, vollkommen egal ob sie religiös oder nicht religiös sind, ist entschieden abzulehnen."

 

Die Sorge der israelitischen Kultusgemeinde nach einem aufkeimenden Antisemitismus kann Präsident Ibrahim Olgun absolut nachvollziehen. Laut einem Bericht des Forums gegen Antisemitismus sind im Jahr 2017 503 antisemitische Vorfälle gemeldet worden. Das entspricht im Vergleich zu 2014 (255 gemeldete Vorfälle) fast einer Verdoppelung: "Wir als IGGÖ sind tagtäglich mit antiislamischen Vorfällen konfrontiert. Kopftuchtragende Akademikerinnen werden bei Bewerbungsgesprächen gefragt, ob ``sie lesen können``, junge Muslime mit Bart werden von Arbeitskollegen gehänselt ``sich nicht in die Luft zu jagen`` und Moscheen werden vermehrt Zielscheibe von unterschiedlichsten Schändungen. In den an uns übermittelten Fällen, ist auch immer von verbaler und physischer Gewalt die Rede. Als Muslime sind wir leider ebenso aus eigener Erfahrung mit derartigen Vorfällen konfrontiert. Die IGGÖ wird ihre Anstrengungen in diesem Bereich weiter fortführen und sich mit vollem Engagement gegen jede Form von Diskriminierung antreten."

Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich

Rückfragehinweis:

Präsidialbüro der IGGÖ
office@derislam.at
 

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