10.Dezember 2017

Stellungnahme der IGGÖ zu Al-Quds (Jerusalem)

Mit tiefer Bestürzung beobachten wir die aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten. Jerusalem besitzt eine große historische sowie spirituelle Bedeutung für alle drei abrahamitischen Welt-Religionen. Jerusalem ist bereits seit Jahrtausenden ein Symbol für den interreligiösen Frieden. Seit Jahrzehnten bemüht sich die internationale Staatengemeinschaft intensiv für einen Frieden zwischen den Parteien, der für die Region und die Welt von enormer Bedeutung ist.

Die jüngste Erklärung des US Präsidenten über Jerusalem, entgegen internationaler Resolutionen, gefährdet nun sämtliche Bemühungen der letzten Dekaden. Die darauffolgenden Geschehnisse führten bereits zu diesem Zeitpunkt zu mehreren hundert verletzten Demonstranten in Jerusalem. Die historische Willkür der Trump-Regierung ist zweifelsohne eine ernste Gefährdung des Friedens im Nahen Osten. Wir befürchten, dass dieser Beschluss zu weiteren beidseitigen gewaltsamen Ausschreitungen in Jerusalem führen wird und rufen hiermit sämtliche Parteien nachdrücklich zur Besonnenheit und Vernunft auf.

Diese Bedenken wurden auch vom Papst ins Treffen geführt, der in seinen Ausführungen auf die Bedeutung Jerusalems für alle drei 
abrahamitischen Weltreligionen hinwieß. Es ist daher uns ein besonderes Anliegen, gegen die erneut aufflammende Gewalt im Nahen Osten klar Stellung zu beziehen.

In den letzten Jahren haben wir als österreichische Gesellschaft miterlebt, wie militärische Krisen und Kriege aus dem Ausland, unser aller Leben auch in Europa politisch und gesellschaftlich negativ beeinflussen konnten. Das Elend und Leid welches durch die Beendigung des Friedenprozesses nun entsteht, bildet in diesem Sinne erneut eine konkrete sowie reale Gefahr, auch für uns Europäer/innen. Wir begrüßen daher die deutliche Kritik vieler europäischer Regierungen sowie die klare Positionierung des österreichischen Außenministeriums gegenüber der unverantwortlichen Übertretung internationalen Rechts in Jerusalem.

Die berechtigte Kritik vieler europäischer Regierungen und deren klare Positionierung zeigt, dass man mit der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt nicht nur gegen internationales Recht verstößt, sondern gegen den Frieden stimmt. Dieses ist klar zu verurteilen.

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Mittwoch, 12.12.2018
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