08.März 2015

Islamgesetz & Verhältnis zum Präsidentn Dr. Fuat Sanac

 

 

Klarstellung und Standpunkte zu der Diskussion um das Islamgesetz und das
Verhältnis zum Präsidenten Dr. Sanac

 

 

Klarstellung und Standpunkte zu der Diskussion um das Islamgesetz und das
Verhältnis zum Präsidenten Dr. Sanac

Nach einem langen, intensiven Ringen mit mir selbst und einem intensiven
Nachdenkprozess in den letzten zwei Jahre in denen ich meine Positionen als
Vorsitzender der IRG Linz überdenken konnte, und einem aufschlussreichen
und klärenden Gespräch mit Dr. Fuat Sanac bin ich zu folgender Einsicht
gelangt, welche ich hiermit darlegen will:

Missverständnisse und unklare Informationen führten einst zu einer
Auseinandersetzung zwischen Ali (ra) und Aischa (ra). Missverständnisse und
unklare Informationen führten bei mir ebenfalls zu einer
Auseinandersetzungen und Diskussionen mit verschiedenen mir nah stehenden
Personen, welche nun ein Ende gefunden haben.

In den letzten Jahren haben wir als organisierte Muslime einen großen
Wandel durchgemacht. Dank des „Islamgesetzes von 1912 sind wir in
Österreich eine anerkannte Glaubensgemeinschaft. Der alte Präsident der
IGGiÖ regte eine Novellierung dieses Gesetzes an. Bei der Neuwahl der
Glaubensgemeinschaft wurde diese Novellierung seitens der IGGiÖ noch einmal
angestoßen. Die Novellierung des Islamgesetzes war also der Wunsch unserer
islamischen Vertretung IGGiÖ und ihrer zwei Präsidenten. Ziel war es,
ungeklärte Fragen wie Seelsorge oder die Einrichtung von Lehrstühlen für
islamische Theologie gesetzlich zu regeln.

Etwas, wovon Muslime in anderen Ländern nur träumen können.

In Deutschland ringt man seit Jahren darum, diese Anerkennung als
Körperschaften des öffentlichen Rechts zu bekommen. In Österreich haben wir
konfessionelle Privatschulen und sogar einen religionspädagogischen
Studiengang. Das Lehrpersonal wird von der öffentlichen Hand finanziert,
genauso wie die Lehrer an den privaten, konfessionellen islamischen
Schulen. Das ist auch der Grund, warum manche Muslime aus anderen Ländern
nach Österreich gekommen sind, weil sie das Gefühl haben mehr akzeptiert zu
werden als in den europäischen Nachbarländern, wo man um die Anerkennung
noch ringt.

In den letzten Jahren haben wir also einen Wandel durchgemacht. Da gab es
natürlich wie bei vielen Wandlungsprozessen Unstimmigkeiten. Dieser
Wandlungsprozess wurde durch verschiedenen Gremien begleitet.

Es wäre aus meiner Sicht besser gewesen, wenn man auch die Vertreter aus
den verschiedenen Bundesländern eingebunden hätte. Noch besser wären
Dialogforen auf regionaler Ebene gewesen.

Das sind aus meiner Sicht Versäumnisse die zu vielen Missverständnissen
führten. Daher fühlten sich viele Muslime und ihrer Vertreter
ausgeschlossen. Wir müssen aber selbstkritisch festhalten, dass diese
Entscheidungen, wer daran teilnimmt und wer nicht, von uns organisierten
Muslimen selber getroffen wurden und wir selber regionaler Foren gar nicht
angestrebt haben.

Im Gremium über die Verhandlungen bezüglich des Islamgesetzes war immer der
Rechtsreferent der IGGiÖ anwesend. .

Die Auslandsfinanzierung ist nicht optimal geregelt, dachte ich. Doch nach
einem Gedankenaustausch verstehe ich, dass es anscheinend auch für die
IGGiÖ möglich sein könnte, ähnlich der römisch-katholischen Kirche oder der
serbisch-orthodoxen, Finanzmittel aus dem Ausland beziehen zu können. Aber
es ist der derzeit bestmögliche Kompromiss, der in Bereichen wie Seelsorge,
Lehrstühle für Theologie Sicherheiten für uns Muslime schafft, wo es vorher
keine gab.

In einem also längeren Nachdenkprozess und sehr intensiven Diskussionen, wo
ich mich am Ende als Vertreter der IRG Linz mit Fuat Sanac austauschte, kam
ich letztendlich zum Entschluss, dass wir alle gemeinsam als Muslime
Österreichs vorangehen müssen. Das Gesetz kann auch eine Stärkung der IGGiÖ
als Institution bedeuten. Es eröffnet auch die Chancen unseren Platz in der
österreichischen Gesellschaft zu stärken.

In bester islamischer Tradition bleibt mir am Ende nur zusagen: Mögen mir
die verzeihen denen ich unbedacht Unrecht getan haben sollte, besonders Dr. Fuat Sanac, in manchen Fällen waren die Informationen die ich bekam bedauerlicherweise wohl unkorrekt, was ich 
Falsches sagte ist von mir, was ich Richtiges sagte ist von Allah. Möge
Allah uns allen beistehen.

Murat Baser, Lic

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Donnerstag, 13.12.2018
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