29.September 2014

Wissenschaft ohne Bezug zur Realität!

 

 

Wissenschaft ohne Bezug zur Realität!

Stellungnahme zu den inkompetenten Ausführungen des Dr. Aslan"

Die Ausführungen des Herrn Aslan in seinen letzten Interviews bezüglich ISIS und der Radikalisierung junger Muslime spotten jeder Beschreibung. Obwohl die Basis, Muslime aller Konfessionen und Ausrichtungen, schon lange bemerkt hat, dass das, was Dr. Aslan sagt, nichts mit ihnen zu tun hat, hat er es diesmal geschafft, sich selbst zu unterbieten!
Aslan hat den Bezug zu den Menschen und der Gemeinschaft der Muslime Österreichs längst verloren. Planlos und selbstverliebt schwadroniert er über radikale Imame, von denen er wüsste, und macht der IGGiÖ die immer gleichen Vorwürfe, dass sie nicht genug gegen radikale und hetzende Imame tun könne und würde.
Wo und wer diese Imame sein sollen und was er für Ansätze in der Hinterhand versteckt, gibt Aslan allerdings nicht preis. Auch schweigt er, wie so viele in der Öffentlichkeit dieser Tage, über die sich nahezu überschlagenden Aktivitäten und Distanzierungen der Verbände, aber auch der Glaubensgemeinschaft, die alle das Ziel der Anti- und Deradikalisierung verfolgen.
Anstelle dessen steigern sich Aslans Vorwürfe und unbelegte Fantastereien von „salafistischen Kindergärten“ und Verbänden, welche die Glaubensgemeinschaft nur als Schutzschild für böse Verschwörungen missbrauchen würden. Er tut das wieder ohne konkret zu werden und ohne auch nur den Versuch einer Differenzierung zu unternehmen. Dafür meint er aber festzustellen, weshalb die Distanzierungen und Stellungnahmen der Glaubensgemeinschaft sowie der zahlreichen Verbände nicht ausreichend seien: Der von ihm gedachte Ansatz fehlt nämlich!
Den Gipfel ihrer Sinnlosigkeit erreichen die Ausführungen Aslans damit, dass er als erster muslimischer „Theologe“ in der Öffentlichkeit ISIS religiöse Legitimität zuspricht!
„Theologisch betrachtet ist es zu 100 Prozent legitim. Alles, was der IS macht und fordert, ist theologisch richtig und kommt in allen Grundwerken des Islam vor. Ein Kalif hat nun einmal einen Kriegsauftrag, keinen Friedensauftrag. Er muss den Islam auch mit Gewalt verbreiten und sollte dazu mindestens einmal im Jahr Krieg führen.“
Islamische Gelehrte der ganzen Welt haben in einer beeindruckenden Einigkeit ISIS abgelehnt, auf das Schärfste verurteilt und die Handlungen dieser Terrororganisation als absolut unislamisch und abzulehnen bezeichnet!
Nur Aslan, bekanntermaßen kein Theologe, behauptet das Gegenteil, und facht damit den steigenden und bedrohlicher werdenden Islamhass natürlich an.
Im nächsten Satz widerspricht sich Aslan dann jedoch sofort selbst und beteuert (ausnahmsweise treffend): „Nein, der Islam ist eine Religion des Friedens.“

Als zuständige Vertreter der Muslime unseres Bundeslandes möchten wir mit aller Klarheit hervorheben, dass Dr. Aslan in der Gemeinschaft jegliche Legitimität verloren hat.
Wir fordern, dass er sein Amt niederlegt und Platz macht für Wissenschafter, welche die Realität der Muslime sowie ihre Theologie kennen und verstehen.

In diesem Zusammenhang ist es unabdingbar das neu vorgeschlagene „Islamgesetz“ zu thematisieren. Speziell soll hier darauf hingewiesen werden, dass die IGGiÖ anders als die christlichen Kirchen, ausdrücklich nicht das Recht zur Abberufung eines lehrenden Universitätsprofessors hat. Damit werden die Muslime in der Darstellung und Lehre bzw. Wiedergabe ihrer Religion massiv eingeschränkt und können sich, wie im oben genannten Extremfall des Herrn Aslan, nicht mehr gegen Fehldarstellungen und inkompetente Vertretung in der Lehre zur Wehr setzen.

Murat Baser (Lic. Theologe), Vorsitzender der IRG Linz für Oberösterreich

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