16.Januar 2014

Polizeieinsatz in Wiener Neustadt

 

Mit großem Bedauern und Verwunderung haben wir aus den Medien und auf Nachfrage bei der  betroffenen Moscheegemeinde in Wiener Neustadt erfahren, dass es dort bei dem wöchentlichen Hauptgebet der Muslime am vergangenen Freitag, den 10.Jänner 2014, zu einem Polizeieinsatz gekommen ist.

 

 

Dass die österreichische Exekutive im Gotteshaus einer Religionsgemeinschaft während deren wichtigsten wöchentlichen Gottesdienst im Gebäude selbst eine Amtshandlung vornimmt, ist an sich schon sehr ungewöhnlich, lässt aber vermuten, dass ein sehr schwerwiegender, die Allgemeinheit bedrohender Grund vorhanden sein muss, um so einen außergewöhnlichen Schritt zu unternehmen.

Nun wurde aber als Grund dieser Vorgehensweise, die einen Einsatz mit der Besatzung von vier (!!) Streifenwagen darstellte, angegeben, dass auf Grund einer anonymen (!!) Anzeige der Verdacht bestand, dass in dem Gotteshaus möglicherweise  Menschen mit illegalem Aufenthaltsstatus anzutreffen seien. Das Ergebnis dieses Einsatzes war laut Medienberichten, dass man bei einem Gläubigen eine Aufenthaltskarte mit schlecht leserlicher Schrift gefunden hatte, sich aber ganz offensichtlich jeder Verdacht als unbegründet herausgestellt hat.

 

Es ist schwer verständlich, dass die Exekutive derart massiv auf eine, nicht einmal namentlich nachvollziehbare Information, reagiert, wiewohl Einsätze in Gotteshäusern anderer Religionen zu Recht möglichst vorsichtig und sensibel gestaltet werden bzw. man ansich davon absieht, in einem Gotteshaus selbst eine Amtshandlung an Menschen vorzunehmen. Dabei sei beispielhaft an die Vorgänge rund um die Votivkirche und die dort protestierenden Asylwerber erinnert.

 

Die Islamische Religionsgemeinde St. Pölten, der gesetzmäßige Vertreter der Muslime in Niederösterreich, ist jederzeit bereit und willens, die an sich  vorbildliche Zusammenarbeit, die die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich seit Jahrzehnten mit der österreichischen Exekutive pflegt,  fortzusetzen, und hofft in diesem Sinn, dass dies auch von der Exekutive Niederösterreichs so gesehen wird und ein derartiges geschehen im Bezug auf die Verhältnismäßigkeit ein Einzelfall bleibt. 

 

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Donnerstag, 13.12.2018
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