16.September 2013

„Gemeinsamer Frauen-Iftar für Musliminnen und Frauen anderer Religionen und Weltanschauungen“

 

Der zum zweiten Mal stattfindende Frauen- Iftar der Islamischen Religionsgemeinde für Steiermark gewinnt immer mehr an Berühmtheit. Die Besucherinnenzahlen am 12.7. 2013 übertrafen alle Erwartungen. Mag.a Hemma Steininger, die Leiterin des Muslimischen Sozialdienstes der Gemeinde konnte mit großer Freude mehr als 300 Besucherinnen begrüßen. Der diesjährige Veranstaltungsort des gemeinsamen Fastenbrechens war das Bosniak-Gebetshaus in Graz Puntigam. Dessen Räumlichkeiten baten Modenschau und Gästen ausreichend Platz, um alle Besucherinnen in Genuss von Modevorstellung und gemeinsamem Mahl kommen zu lassen.

 

 

 

 

 

Islamische Religionsgemeinde Graz für das Bundesland Steiermark

 

Vor über 100 Jahren wurde der Islam in Österreich mit dem Islamgesetz rechtlich anerkannt. In Graz leben sehr viele Muslime, die sich in dieser Stadt wohl und zuhause fühlen. Ein sehr großer Teil der Muslime praktizieren auch ihre Religion. Dazu zählt neben den täglichen fünf Gebeten auch das Fasten im Monat Ramadan.

 

Mit dem „Gemeinsamen Fastenbrechen“ für Frauen aller Konfessionen soll eine Möglichkeit des Austausches und des Miteinanders geboten werden. Vorurteile sollen durch Aufklärung, Information und durch direkte Gespräche mit Musliminnen abgebaut werden.

 

Der zum zweiten Mal stattfindende Frauen- Iftar der Islamischen Religionsgemeinde für Steiermark gewinnt immer mehr an Berühmtheit. Die Besucherinnenzahlen am 12.7. 2013 übertrafen alle Erwartungen. Mag.a Hemma Steininger, die Leiterin des Muslimischen Sozialdienstes der Gemeinde konnte mit großer Freude mehr als 300 Besucherinnen begrüßen. Der diesjährige Veranstaltungsort des gemeinsamen Fastenbrechens war das Bosniak-Gebetshaus in Graz Puntigam. Dessen Räumlichkeiten baten Modenschau und Gästen ausreichend Platz, um alle Besucherinnen in Genuss von Modevorstellung und gemeinsamem Mahl kommen zu lassen.

Einleitend begrüßte Mag.a Steininger die Anwesenden, darunter Stadträtin Lisa Rücker, Bezirksrätin Bedrana Ribo – Vorstandsmitglied der Grünen Graz, Frau Dipl. Päd.in Michaela Legenstein - stellvertretend für die evangelischen Religionslehrerinnen, und Dr.in Lujansky-Lammer von der Gleichbehandlungsanwaltschaft Steiermark sowie Vertreterinnen von nowa-Netzwerk für Berufsausbildung.

Zu späterer Stunde kamen auch noch Frau Mag.a Alexandra Marak-Fischer – stellvertretend für Frau Landesrätin Dr.in Bettina Vollath und Frau Ruth Yazdani von der KPH Graz.

Hemma Steininger überbrachte den Anwesenden liebe Friedensgrüße von FI Ali Kurtgöz, dem Vorsitzenden der Gemeinde, der einen wunderschönen Abend wünschte und dass das Essen schmecken möge.

Für sie soll die Islamische Religionsgemeinde als Schulerhalter, Servicestelle und mit dem Sozialdienst für Seelsorge in Haft und Krankenanstalten sowie bei Tod und Begräbnis Ansprechparterin sein. Die islamische Religionsgemeinde will die Lebensqualität der MuslimInnen in der Steiermark stärken, die Religion pflegen und als Bindeglied zu Institutionen der Gesellschaft fungieren. Sie versteht sich als Vertreterin der Interessen aller Muslime in der Steiermark, unabhängig von deren Zugehörigkeit zu Rechtschulen oder anderen Unterschiedlichkeiten. Frau Steiniger betonte die für den Sozialdienst wichtigen Schwerpunkte in der Arbeit für 2013: juristisch-soziale Beratung, die Vernetzung der Islamischen Vereine sowie die Vernetzung mit NGOs und Institutionen in Graz und Steiermark.

Nach der informativen Vorstellung bedankte sich Frau Steiniger bei Herrn Reimelt und Frau Cudoba vom Forum Zivilcourage und bei Frau Landesrätin Vollath, über deren Projektförderung „zusammen wohnen“ die Veranstaltung finanziert werden konnte.

Dankesworte für die inhaltliche Gestaltung richtete sie an die teilnehmenden Modeboutiquen und an SBPin Cornelia Bâ vom Projekt ERfA-Erfahrung für Alle, sowie überhaupt an alle Mitarbeiterinnen und Helferinnen, die kalkuliert, geplant, eingekauft, gekocht, aufgebaut, dekoriert, kooperiert und die Veranstaltung bekannt gemacht hatten sowie an die zweifellos unersetzlichen Kinderbetreuerinnen.

Stadträtin Lisa Rücker zeigte sich in ihrer Ansprache begeistert von der schönen Idee des zum zweiten Mal in Graz stattfindenden Frauen-Iftars muslimischer Grazerinnen und Grazer Musliminnen. Es gelte weiterhin bei Respekt aller Unterschiede Verbindendes im Zusammenleben herauszuarbeiten und Gemeinsames vor Trennendes zu stellen.

Fachinspektorin Legenstein bedankte sich mit schönen Worten für die gute Kooperation mit den muslimischen Lehrerinnen und möchte die Traditionen der interreligiösen Feiern in den Schulen fortführen und nach Kräften ausbauen.

Mariem Felić, Vertreterin der Jamaat Bosniak stellte den gastgebenden Gebetsraum vor, der 24 Stunden lang offen hat und zahlreiche Projekte durchführt.

Schließlich wurden die Teilnehmerinnen der Modeschau angekündigt:

* Die online Boutique „Muhadzibah“ punktet mit einer künstlerischen Kooperation zwischen Sarajevo und Ägypten

* „Asmira“, die ultimative Boutique am Griesplatz stellt sich mit modisch türkischem Touch vor

* Die bosnische Maß- und Änderungsschneiderei „Jasmina“ besticht durch ihre besondere Note

* „Yasmina“ die tschetschenische Boutique in der Annenstrasse beeindruckt durch Kombination und Farben ihrer Exemplare

* „frei_stil“ ist die Modelinie von ERfA mit auserlesenen Stücken aus ihrer Kollektion, entworfen und gefertigt von Migrantinnen und Musliminnen

Unter unermüdlichem Applaus betraten Models aller Alterstufen den Laufsteg und präsentierten sehr professionell und aufmerksamkeitserregend vielfältige Mode für Alltag und festlichen Anlass.

Besinnliche Worte von Mag.a Amina Softić vom Frauenverein „Hadidscha“ des islamischen Kulturzentrums Graz führten die Besucherinnen in die spirituell-feierliche Stimmung des Ramadan ein. Sie sprach über den Sinn des Fastens: Fasten bedeutet nicht nur das Enthalten von Nahrung, sondern auch das Abstand nehmen von schlechten Gedanken. Muslime fasten mit den Augen, Händen, Beinen und Gedanken. Alle Konzentration ist auf Gott gerichtet und das Hungergefühl erinnert eindringlich an jene, die nichts zu essen haben. Oft wird gefragt: „Wie könnt ihr das durchhalten, 18 Stunden ohne Essen und Trinken?“ Diese Standhaftigkeit ver-

danken wir unserem Willen, Allah wohl zu gefallen. Dadurch reinigen wir Herz und Seele von bösen Gedanken. Zudem sorgt das Fastenbrechen in der Gemeinschaft für Zusammenhalt und Solidarität.

Nach den Worten von Amina Softić stellte Moderatorin Medina Hosić den Frauenverein SOMM vor, eine Selbstorganisation von und für Migrantinnen und Musliminnen.

Roswitha Al-Hussein sprach stellvertretend für SOMM über den Ramadan als Monat des Bemühens um Bereinigung von Ungerechtigkeiten, sei es gegenüber Flüchtlingen in Österreich, sei es gegenüber Menschen, die unter Krieg und Besatzung leiden wie im Irak, Palästina, Syrien, Afghanistan und vielen Regionen der Erde. DSAin Al-Hussein nahm Bezug auf Mode als Ausdruck von Identität, durch deren freie Entfaltung Integration möglich wird. Sie stellte den Zusammenhang her zwischen der Sichtbarkeit von Musliminnen auf der Straße und ihrer Unsichtbarkeit am Arbeitsmarkt. Dabei werden Frauen mit Kopftuch als ausgebeutete Arbeiterinnen in Textilfabriken in Bangladesch nur dann in Europa sichtbar, wenn ein großes Unglück passiert, wie vor Kurzem der verheerende Brand in einer Fabrik. Muslimische Frauen mit Kopftuch in Europa sind in Gesellschaft und Arbeitsmarkt unsichtbar, weil ihnen der Zugang verwehrt wird.

Die anwesenden Damen bestätigen die Worte der SOMM-Vertreterin mit nachdrücklichem Applaus.

Nach einer weiteren facettenreichen und faszinierenden Modepräsentation begingen Musliminnen und Gäste das Fastenbrechen mit Datteln und Wasser. Nach dem Maghreb-Gebet wurde aufgetischt und alle ließen es sich gemeinsam schmecken.

 

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Dienstag, 11.12.2018
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