17.Januar 2013

Verbot: Schulleiterin:

 

Mutter und Kind entsetzt: über Schulleiterin: Das Kopftuch sei unhygienisch, darunter verbreiten sich Bakterien. Unter anderem deswegen verbietet eine Schulleiterin im Linzer Süden entgegen dem Wunsch der Schülerin und der Mutter sich entsprechend zu kleiden. Die Mutter wandte sich hilfesuchend an die Frauenbeauftragte der IRG Linz. Nachlese: Ministerin verbietet Kopftuchverbot an Schulen: www.news.at/articles/0420/10/81831/ministerin-kopftuch-streit-verbot-kopftuch-verbot

 

 

Die Schulleiterin einer  Volkschule im Süden von Linz zwinge seit Schulbeginn eine Schülerin dazu ein ab und zu aus religiösen Gründen getragenes Kleidungsstück auszuziehen,  so die Auskunft der betroffenen Schülerin und deren Mutter.  Die Mutter hat deswegen seit Schulanfang die Direktorin in mehreren persönlichen Gesprächen gebeten dies zu unterlassen, nachdem sich die Tochter darüber beklagt hatte, wie die Betroffenen mitteilten. Das Mädchen trägt nach eigener Auskunft das Kleidungsstück aus freien Willen.

Die mehrfachen Bitten der Erziehungsberechtigten, dies zu unterlassen würde von der Schulleiterin abgelehnt werden.

Laut Angaben der Mutter hätte die Direktorin das Mädchen aus dem Klassenraum verwiesen und gezwungen das Kleidungsstück abzulegen und sei dabei laut geworden. Das Kind habe nun Angst in die Schule zu gehen.

Gegenüber den Erziehungsberechtigten habe die Direktorin mitgeteilt, dass ein Kopftuch dreckig und unhygienisch sei und sich darunter Bakterien vermehren könnten, so die Mutter, welche sich hilfesuchend an die Frauenbeauftragte und das Büro der IRG Linz wandte.


Ebenfalls fruchtlos blieb der Hinweis auf einen Erlass des Bundesministeriums aus dem Jahres 2004, welcher die Handlung der Schulleiterin als „widerrechtlich“ bezeichnet. Verwiesen wird dabei auf das österreichische  Staatsgrundgesetzt und die europäische Menschenrechtserklärung.

In einer anderen Schule in Linz wurde das Tuch mit dem Hinweis „es sei unhygienisch“ verboten.

Die Schulleiterin hätte erklärt, dass sie weder die Bitten der Schülerin, noch der Erziehungsberechtigten akzeptieren werde und das Kind weiterhin zwingen würde, das Kleidungsstück abzulegen, wie die Mutter in einem Gespräch mitteilte.

Die Mutter wird nun den Rechtsweg beschreiten und gegen die Diskriminierung ihrer Tochter vorgehen. Als weiterer Schritt wird sie sich zudem an die Antidiskriminierungsstelle OÖ wenden und den Klagsverband um Hilfe bitten.   

Bezüglich der religiösen Legitimation, welche von einer Schulleiterin in Frage gestellt wurde, wurden verschiedene Theologinnen und religiöse Autoritäten befragt.

Dazu der erste Imam der IRG Linz:

„Es besteht Einigkeit: das Kopftuch ist bei religionsunmündigen Mädchen nicht religiös verpflichtend, aber es darf im Sinne einer religiösen Erziehung selbstverständlich nicht verboten werden – kann aber freiwillig getragen  werden -  genauso wenig wie man ein Gebet verbieten darf! Aber darüber hinaus muss natürlich ohnehin gewährleistet sein, dass das Persönlichkeitsrecht der Mädchen bezüglich ihrer Kleidung geachtet wird.“ Der erste Imam dazu weiter: „Genauso wie der Nikolaus, das Krippenspiel oder das Singen von Weihnachtsliedern oder Kruzifixe nicht verboten, sondern zentrale Bestandteile der religiösen Tradition Österreichs sind, ist auch muslimischen Österreicherinnen und Österreichern ihre Religion nicht gleichgültig.“


Auszug aus dem Erlass des Bundesministeriums, 2004:

Code: A3-47/1-2004 vom 30.06.2004 (…)Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat mit Schreiben vom 23.6.2004, Zl. 20.251/3-III/3/2004, aus aktuellem Anlass Folgendes mitgeteilt:

"Das Tragen von Kopftüchern durch muslimische Mädchen (bzw. Frauen) fällt als religiös begründete Bekleidungsvorschrift unter den Schutz des Art. 14 Abs 1 des Staatsgrundgesetzes 1867 bzw. des Art. 9 der MRK. Das Schulunterrichtsgesetz hingegen kennt keine diese im Verfassungsrang stehende Norm einschränkende Bekleidungsvorschrift.

Eine Einschränkung religiöser Gebote steht außerkirchlichen Stellen nicht zu. Daher wäre auch ein allfälliger Beschluss des Schulgemeinschaftsausschusses bzw. des Schulforums, welcher das Tragen von Kopftüchern durch muslimische Mädchen im Unterricht per Hausordnung bzw. durch eine Verhaltensvereinbarung verbietet, rechtswidrig. Auf § 63a Abs 17 bzw. § 64 Abs 16 SchUG wird hingewiesen."

www.lsr-ooe.gv.at/erlass/default.htm

 


 

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