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Sich von islamfeindlichen Umtrieben nicht einschüchtern lassen!

Als sehr ernst stuft die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich den Vorfall rund um eine bombenverdächtige Schachtel ein, die von Unbekannten vor dem Büro der Muslimischen Jugend deponiert worden war. Das mit Gaskartuschen und Drähten gefüllte Behältnis wurde von Sicherheitsbeamten gesprengt.

Nachdem ein solch hasserfüllter und bedrohlicher Akt nicht zum ersten Mal geschieht, ist die Sorge umso größer. Bemerkenswert scheint das zeitliche Zusammenfallen ähnlicher Taten mit für Muslimen positive Schlagzeilen schreibenden Großveranstaltungen. Die Explosion eines Sprengkörpers vor einer muslimischen Gebetsstätte in Hernals ereignete sich nach der großen Islamkonferenz des Außenministeriums im Herbst 2005 und der Brandanschlag auf den in Bau befindlichen muslimischen Friedhof nach der Europäischen Imamekonferenz im April 2006. Lässt sich ein Zusammenhang herstellen? - Zwei Tage nach einem höchst erfolgreichen Fest, das die Muslimische Jugend in Anwesenheit politischer Prominenz und mit Videobotschaft des Bundespräsidenten im Austria Center mit mehr als 5000 Gästen zum 10jährigen Bestehen gefeiert hatte.


In allen Fällen haben Muslime unter Beweis gestellt, dass sie Integration durch Partizipation, durch aktive Teilhabe an der Gesellschaft anstreben, sich ihre muslimische Identität mit einem Bewusstsein als Bestandteil Österreichs verbindet. Islam so ein lebendiger und sichtbarer Teil Europas, kompatibel mit den Werten von Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Fühlen sich mutmaßliche Attentäter vielleicht gerade dadurch herausgefordert, dass all ihre Feindbilder damit als Hetze enttarnt werden? Soll hier womöglich eine bewusste Einschüchterung stattfinden mit der Botschaft: „Muslime können nie zu „uns“ gehören!“

Sich nicht provozieren zu lassen und möglichst selbstbewusst und gelassen den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, ist das Gebot der Stunde. An uns liegt es gerade in Wahlkampfzeiten, in denen „diffuse Ängste“, die kürzlich auch eine Studie konstatierte, immer wieder populistisch missbraucht werden, für die Lebbarkeit und die Qualität eines gemeinsamen Miteinander von Muslimen und Menschen anderer Religion oder Weltanschauung einzutreten. Stimmungsmache, die an der Realität vorbei fahrlässig damit spielt, eine angebliche Unvereinbarkeit von Islam mit Österreich zu konstruieren, ist als solche zurückzuweisen. Ausdrücklich danken möchten wir allen gesellschaftspolitischen Kräften, die sich immer wieder pointiert zu Wort melden, um gegen islamfeindliche Umtriebe aufzutreten. Wachsamkeit ist auch weiter nötig. Gemeinsam soll es uns gelingen, den sozialen und religiösen Frieden im Land zu sichern und auszubauen.


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