Die "3. Konferenz europäischer Imame und SeelsorgerInnen" findet unter Organisation der Islamischen Glaubensgemeinschaft am 14. und 15. Mai 2010 in Wien statt. Die Konferenz wird unterstützt vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Zukunftsfonds der Republik Österreich, der Stadt Wien und der Europäischen Islamischen Konferenz.
Muslimische Multiplikatoren aus rund 40 Ländern Europas tagen
Unter den Teilnehmern sind Persönlichkeiten wie Mevlud Dudic, Rektor der Internationalen Universität in Novi Pazar aus Serbien, Muhammad Abdul Bari, Generalsekretär des Muslim Council of Britain aus Großbritannien, Ayatollah Reza Remazani, Leiter des Islamischen Zentrums in Hamburg und Nadeem Elyas, Gründer des Zentralrats der Muslime aus Deutschland, Mohammad Bechari, Generalsekretär der Europäischen Islamischen Konferenz aus Frankreich.
Wert wurde auf die Präsenz von Frauen gelegt, die sowohl bei den Vorträgen, als auch in der Workshopleitung eingebunden sind. Aus Russland kommt z.B. Alsu Sitdikova, Vize-Rektorin der Islamischen Universität Moskau, aus den Niederlanden Famile Arslan, Rechtsanwältin und Networkerin.
Im Sinne des erweiterten Austausches sind auch einige Gäste außerhalb Europas geladen, z.B. Marwan Faouri vom Internationalen Wasatia-Forum aus Jordanien und Adel Al Shaddy als Vertreter der Muslim World League.
Entwicklung braucht Dialog – auch nach Innen
In einer Zeit, da der interreligiöse und interkulturelle Dialog wachsende Bedeutung gewinnt, muss auch der lebendige Diskurs innerhalb einer Glaubensgemeinschaft gefördert werden. Österreich erwies sich durch den rechtlichen Anerkennungsstatus des Islam bereits bei den Vorgängerkonferenzen als idealer Ort der Vernetzung und vor allem der muslimischen Positionierung nach außen. In Graz 2003 und Wien 2006 wurde theologisch fundiert und damit glaubwürdig unterstrichen, dass der Islam vereinbar mit den Werten von Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und den Menschenrechten ist. Muslime sind als lebendiger Teil Europas auch vor dem Hintergrund ihrer Religion verantwortlich dafür, sich positiv in der Gesellschaft einzubringen.
Konkrete und handlungsorientierte Lösungen gefordert
Auf dieser Grundlage soll die Konferenz zu einer weiteren Vertiefung beitragen und vor allem konkrete Handlungsfelder und Strategien benennen. Gerade jene muslimischen Männer und Frauen, die durch ihre seelsorgerische und religiöse Tätigkeit Orientierung geben, sollen in positivem Sinne meinungsbildend wirken. Denn wenn sie zu Interaktion und einem islamischen Weg der Mitte aufrufen, so hat dies Gewicht. Muslime wollen nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung moderner Herausforderungen wahrgenommen werden. Dazu ist ein stärkeres verantwortliches Engagement nötig.
Hauptziele dieser Konferenz sind:
- Die fiqhbezogene Hervorhebung der moderaten Orientierung als Hauptachse des
originären islamischen Denkens
- Überwindung des Gewaltphänomens in den familiären, gesellschaftlichen und
internationalen Beziehungen.
- Entwicklung und Förderung der Frauenrolle bei der Gestaltung der
Grundstrukturen von muslimischen Gemeinden in den europäischen
Gesellschaften und die wissenschaftliche Qualifizierung muslimischer Frauen, um
diese Rolle adäquat zu übernehmen
- Klarstellung des muslimischen Standpunktes in Bezug auf die gegenwärtigen und
zukünftigen Entwicklungen auf europäischer Ebene.
- Gestaltung der Beziehungen zwischen den Muslimen (Einheimischen und
Immigranten) in Europa und ihren andersgläubigen MitbürgerInnen im Rahmen
des Dialogs und des friedlichen Zusammenlebens.
Dazu werden am Vormittag des 15. Mai fünf Referate gehalten.:
Mevlud Dudic zu „Islam – Theologie der Mitte“
Amena Shakir zu „Empowerment der Frauen im islamischen Kontext“
Ayatollah Reza Remazani zu „Das Phänomen Gewalt – Prävention und Überwindung“
Farid Hafez zu „Das Haus Europa: Muslimischer Beitrag“
Nawal Sibai zu: „Zusammenleben gemeinsam gestalten“
Am Nachmittag tagen in interner Diskussion acht Workshops zu folgenden Themen, die in die anschließende Schlusserklärung fließen:
„Muslimische Männer und Frauen in einer sich verändernden Gesellschaft“
„Das Phänomen Gewalt – Prävention und Überwindung“
„Muslimische Jugend in Europa – Perspektiven und Herausforderungen“
„Impulse islamischer Wirtschaftsethik“
„Umweltschutz als Verantwortung für die Schöpfung“
„Imame-Ausbildung und islamischer Religionsunterricht in Europa“
„Interreligiöser und interkultureller Dialog – Chancen und Herausforderungen“
„Zukunftsperspektiven der MuslimInnen in Europa“
Die Schlusserklärung wird am Sonntag, 16. Mai in einer Pressekonferenz ab 11.00 Uhr in der IRPA, Neustiftgasse 117, 1070 Wien vorgestellt.
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