IGGÖ ad Islamgesetz: Für das Recht auf Gleichbehandlung!

IGGÖ ad Islamgesetz: Für das Recht auf Gleichbehandlung!

Der Rassismus gegenüber MuslimInnen ist real und hat sich in den Monaten seit dem Terroranschlag in Wien noch weiter verschärft.

Heute wird in der Plenarsitzung des Nationalrates über die umstrittene Novellierung des Islamgesetzes von 2015 abgestimmt, die im Kontext des Anti-Terror-Pakets präsentiert wurde. In den Bestimmungen sollen Mechanismen verankert werden, die sich in den Gesetzen anderer staatlich anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften nicht finden, wie in zahlreichen Stellungnahmen während der parlamentarischen Begutachtungsphase bemängelt wurde. Diesen wurden von der Bundesregierung jedoch keinerlei Beachtung geschenkt.

Die Diskriminierung von MuslimInnen wird damit abermals auf eine institutionalisierte Ebene gehoben, kritisiert Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ): „Das gewählte Framing und die mangelhafte Einbindung der betroffenen Religionsgesellschaft beweist, dass die Bundesregierung nicht an konsensorientierten Gesprächen und an der Formulierung wirksamer Maßnahmen in der Extremismusprävention interessiert ist, sondern lediglich von den eigenen Versäumnissen ablenken und auf dem Rücken österreichischer Musliminnen und Muslime politisches Kleingeld wechseln möchte. Zumindest die Grünen als deklarierte Menschenrechtspartei und die Opposition sollten sich an dieser Form der Politik nicht beteiligen“, so Vural.

Zahlreiche PolitikerInnen sprechen sich regelmäßig gegen die Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen aus. Vural erwarte sich, dass sich diese Haltung auch im heutigen Abstimmungsverhalten widerspiegelt: „In den vergangenen Wochen habe ich mich um einen intensiven Austausch mit Abgeordneten unterschiedlicher Couleur bemüht, um den Standpunkt der IGGÖ zu erläutern. Der Nationalrat kann einem Gesetz, das eine einzige Religionsgemeinschaft grundsätzlich ungleich behandelt und einen nie dagewesenen Bruch mit dem bewährten Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionen darstellt, nicht zustimmen!“

Sollte das Gesetz in dieser Form verabschiedet werden, könne er rechtliche Schritte nicht ausschließen: „Ich werde auch weiterhin konsequent für die Gleichbehandlung ausnahmslos aller Bürgerinnen und Bürger Österreichs eintreten und dafür, wenn notwendig, auch den Rechtsweg beschreiten“, kündigt Vural abschließend an.

IGGÖ ad Islamlandkarte: Angriffe reißen nicht ab – Webseite muss dauerhaft vom Netz!

IGGÖ ad Islamlandkarte: Angriffe reißen nicht ab - Webseite muss dauerhaft vom Netz!

Wien (OTS/IGGÖ) – Nach Wien, Niederösterreich und Oberösterreich sind die bereits bekannten Warnschilder rechtsextremer Gruppierungen nun auch erstmals in der Steiermark an einer Moschee der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) angebracht worden. Es ist der bereits zweite Angriff auf diese sichtbare Moschee seit Bundesministerin Raab und ihre Dokumentationsstelle durch die Veröffentlichung der sogenannten Islamlandkarte pauschal alle muslimischen Einrichtungen zur Zielscheibe für Hass und Hetze gemacht haben. Trotz massiver Kritik ist die Islamlandkarte nun nach einigen Tagen der Deaktivierung wieder für die Öffentlichkeit einsehbar, und zwar ohne der angekündigten Sicherheitsmaßnahmen wie einer Registrierpflicht für UserInnen.

Problematisch sind dabei nicht nur datenschutzrechtliche Aspekte, sondern vor allem die Einbettung in die Arbeit einer Institution, die vorgibt, sich auf wissenschaftlicher Basis und ohne politische Einflussnahme mit Extremismus und Radikalisierung auseinandersetzen zu wollen. Nicht ohne Grund hat die Universität Wien die Verwendung ihres Logos auf der Webseite untersagt. Eine Kritik, der sich die Verantwortlichen beharrlich verweigern, wie IGGÖ-Präsident Ümit Vural erklärt: „Unsere Befürchtung, dass die Islamlandkarte zu einer Stigmatisierung von MuslimInnen führen und eine Gefährdung für die Sicherheit islamischer Einrichtungen darstellen könnte, wurden von VertreterInnen anderer Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie zahlreichen PolitikerInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen geteilt.“

Bestätigt haben sich diese Sorgen noch am Tag der Veröffentlichung: Die IGGÖ musste prompt um vermehrten Polizeischutz ihrer Moscheen ansuchen und auch MuslimInnen und als muslimisch gelesene Personen sehen sich seither einem Anstieg an Anfeindungen auf offener Straße und im Internet ausgesetzt.

„Die halbherzigen Versuche der Verantwortlichen, sich von einer Instrumentalisierung durch Rechtsextreme zu distanzieren, wirken vor diesem Hintergrund mehr als scheinheilig. Die HerausgeberInnen halten verbissen an einem Projekt fest, dessen Auswirkungen nicht nur zu erwarten gewesen, sondern mittlerweile täglich zu beobachten sind und setzen damit Gotteshäuser einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft und ihre AnhängerInnen wissentlich einer Gefahr aus“, zeigt sich Vural besorgt.

Die IGGÖ hat bereits am 3. Juni 2021 eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht und ihre Einrichtungen dabei unterstützt, von ihrem Recht auf Beschwerde bei der Datenschutzbehörde Gebrauch zu machen, um die Löschung ihrer Daten zu erwirken. Präsident Vural fordert heute indes einmal mehr die dauerhafte Deaktivierung der Webseite: “Diese Politik der Spaltung muss ein Ende haben – es reicht!“

Aktualisierung der Schutzmaßnahmen ab 10.6.2021

Aktualisierung der COVID-19-Schutzmaßnahmen ab 10.6.2021

m Hinblick auf die geänderten Rahmenbedingungen und die neue COVID-19-Öffnungsverordnung, die ab 10.6. in Kraft tritt, ergeben sich auch für die Abhaltung von Gottesdiensten erneute Erleichterungen.

So ist nunmehr ein Personen-Mindestabstand von 1 Meter statt bisher 2 Metern vorgesehen. Weiters entfällt für das Gebet im Freien die bisherige Maskenpflicht (§ 13 Abs. 6 neu).

Ab morgen gelten daher österreichweit in allen Moscheen folgende Schutzmaßnahmen:

  • Verringerter Sicherheitsabstand von 1m
  • Verpflichtendes und durchgehendes Tragen einer FFP2-Maske im Innenraum
  • Beim Gebet im Freien kann auf das Tragen einer Schutzmaske verzichtet werden
  • Mitnahme eines eigenen Gebetsteppichs
  • Verzicht auf Händeschütteln und Umarmungen
  • Bereitstellung von Händedesinfektionsmittel und regelmäßige
  • Desinfektion häufig genutzter Flächen
  • Menschenansammlungen vor und im Gebäude sind zu vermeiden
  • Regelmäßige Testung des Moscheepersonals empfohlen
  • Personen mit Krankheitssymptomen ist der Besuch untersagt
  • Angehörigen von Risikogruppen wird empfohlen, die Moschee zu meiden

Wir danken für Ihr Verständnis und die gute Zusammenarbeit!

Ethische Dimensionen des islamischen Religionsunterrichts

Ethische Dimensionen des islamischen Religionsunterrichts

Mit der Einführung des Ethikunterrichts rücken auch die Leistungen des Religionsunterrichts in den Fokus. Was kann guter Religionsunterricht bewirken, um junge Menschen aufs Leben vorzubereiten und dabei zu stärken?

Das Schulamt der IGGÖ hat dazu die ethischen Dimensionen des Islamischen Religionsunterrichts der höheren Schulklassen herausgearbeitet. Bei einer Pressekonferenz am 7. Juni wurde eine gemeinsame Erklärung zu Religions- und Ethikunterricht des BMBWF und Vertreter*innen der Kirchen und Religionsgesellschaften präsentiert. Dabei war Gelegenheit, die Thematik aus muslimischer Perspektive darzustellen:

„Im RU stehen die Schüler*innen mit ihren aus ihrer Lebenswirklichkeit resultierenden Fragen im Mittelpunkt. Guter Religionsunterricht trägt zu in den Zielbestimmungen österreichischer Schule festgehaltenen Werten bei – Offenheit, Dialogfähigkeit, Pluralitätsfähigkeit. So präsent wie „Islam“ im öffentlichen Diskurs ist, bringt das vor allem das Bedürfnis mit sich, für sich selbst Klarheit zu gewinnen. Denn Außensicht und Innenwahrnehmung klaffen auseinander. Da geht es auch um Identität. In einer Kultur offenen, dialogischen Austausches entsteht Bewusstsein für Vielfalt, auch innere Vielfalt. Und dass es zusammengeht, sich gleichzeitig als muslimisch wahrzunehmen und zu Werten wie Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Grund- und Freiheitsrechten zu stehen.“ (Präsident Ümit Vural)

„Meiner Meinung nach bringt der Ethikunterricht natürlich viele Vorteile mit sich, aber meiner jüngeren Schwester würde ich den islamischen Religionsunterricht mehr empfehlen. Denn gerade für junge Musliminnen entstehen viele Fragen im Alltag, besonders weil auf der einen Seite Islam ein Thema ist, das in den Medien sehr präsent ist und auf der anderen Seite das weibliche Geschlecht es allgemein schwieriger hat, besonders wenn man ein Kopftuch trägt. Ich habe im Religionsunterricht immer die andere Seite meiner Religion, die durch die Medien oft nicht repräsentiert wird, gelernt z.B. wie wichtig und respektiert Frauen sind, deshalb würde ich’s super finden, wenn die jungen Menschen weiterhin eine Möglichkeit haben, ihre Religion besser kennenzulernen und darauf vorbereitet sind, in der Zukunft Missverständnisse klarzustellen.  Natürlich würden viele Themen sich gut dafür eignen, in einer gemischten Gruppe diskutiert zu werden z.B. könnten Ethiklehrer und Religionslehrer gemeinsame Stunden vorbereiten. Das wäre sowohl interessant als auch lehrreich.“ (Maryam Rachidi, maturierte gerade am BORG 3 in Wien)

Offener Brief an Bundesministerin Raab

Offener Brief an Bundesministerin Raab
Kultusgemeinden der IGGÖ: Die „Islamlandkarte“ gefährdet die Sicherheit unserer Einrichtungen und Mitglieder!

An

MMag.a Dr.in Susanne Raab
Bundesministerin für Frauen, Integration, Familie und Jugend im Bundeskanzleramt

Österreichischen Fonds zur Dokumentation von religiös motiviertem politischen Extremismus (Dokumentationstelle Politischer Islam)

Institut für islamisch-theologische Studien
Universität Wien

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir, die Kultusgemeinden der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, fordern Sie auf, unverzüglich die Veranlassung der Offline-Stellung der von Ihnen vergangene Woche präsentierten „Islamlandkarte“ zu veranlassen.

In Österreich gewährleistet die Säkularität der Rechtsordnung, die weltanschauliche Neutralität des Staates und das Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionen die prinzipielle rechtliche Gleichstellung religionsverschiedener BürgerInnen. Wie auch alle anderen staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sind unsere Einrichtungen seit Jahrzehnten um die bundesweite Sicherung der freien und öffentlichen Ausübung der religiösen Bedürfnisse unserer Mitglieder bemüht und setzen uns für ihre positive und solidarische Verankerung in unserer demokratischen Gesellschaftsordnung ein.

Die muslimische Lebensweise ist keineswegs der individuellen Identifikation als integrierter Teil der österreichischen Gesellschaft entgegengesetzt. Um diese Anerkennung zu festigen, muss der Dialog der politischen VerantwortungsträgerInnen mit den muslimischen InteressensvertreterInnen jedoch gepflegt und die Förderung verstärkter Teilhabe von MuslimInnen am gesellschaftlichen Leben unterstützt werden.

Leider müssen wir aktuell miterleben, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Die von Ihnen geführte öffentliche Debatte stilisiert den Islam und die österreichische Gesellschaft zu Gegenpolen und stigmatisiert pauschal alle MuslimInnen und ihre Einrichtungen als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft und demokratische Rechtsordnung. Die veröffentlichte „Islamlandkarte“ nährt diese Verdachtskultur und schürt Misstrauen und Angst, statt für Transparenz und Aufklärung zu sorgen. In keinem Fall jedoch stellt sie ein wirksames Mittel zur Bekämpfung extremistischer Ideologien und Gruppierungen dar.

Wären Sie an einem ehrlichen Dialog interessiert, hätten Sie sich zumindest die Mühe machen müssen, im Vorfeld Ihrer Präsentation an die Islamische Glaubensgemeinschaft und unsere Kultusgemeinden heranzutreten, um etwaige Missverständnisse auszuräumen. Diese Chance ist nun leider vertan.

Wir schließen uns daher der Forderung des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Mag. Ümit Vural an: Nehmen Sie das Projekt vom Netz und riskieren Sie nicht weiter die Sicherheit unserer Einrichtungen und ihrer Mitglieder!

IGGÖ ad Islamlandkarte: Attacken gegen Moscheen – Landkarte muss unverzüglich offline gestellt werden!

IGGÖ ad Islamlandkarte: Attacken gegen Moscheen – Landkarte muss unverzüglich offline gestellt werden!

Seit spätestens gestern Abend sind die zu erwarten gewesenen Auswirkungen der von Bundesministerin Raab und der „Dokumentationsstelle für den Politischen Islam“ herausgegebenen „Islamlandkarte“ nicht mehr zu negieren:

Nachdem bereits in den vergangenen Tagen ein Anstieg islamfeindlicher Attacken auf Privatpersonen konstatiert werden konnten, mehren sich nun auch direkte Angriffe auf islamische Gotteshäuser. So haben rechtsextreme Gruppierungen Moscheen in Wien mit Schildern versehen, auf denen mit direktem Verweis auf die “Islamlandkarte“ vor eben diesen Einrichtungen gewarnt wird.

IGGÖ-Präsident Vural wiederholt heute erneut seine Forderung an die Politik: „Muslimische Einrichtungen befinden sich aufgrund der pauschalen Verurteilung und dem Schüren von Misstrauen in akuter Gefahr. Ich rufe die politischen Verantwortungsträgerinnen energisch dazu auf, diesem unwürdigen Kapitel der Islampolitik unverzüglich ein Ende zu setzen und ihrer Verantwortung für den Schutz der österreichischen Bürgerinnen und Bürger nachzukommen!“

„Moscheen sind Stätten des Gebets und der Andacht. Die Veröffentlichung ihrer Daten im Kontext der Arbeit der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ schafft keine Transparenz und stellt definitiv keinen Service für Musliminnen und Muslime dar – im Gegenteil: sie schürt Hass und fördert die Politik der Ausgrenzung. Als Islamische Glaubensgemeinschaft haben wir bereits Kontakt mit den Sicherheitsbehörden aufgenommen und diese um Schutz für unsere Einrichtungen angesucht“, so Vural abschließend.

IGGÖ ad „Dokumentationsstelle Politischer Islam“: Verknüpfung mit „Islamlandkarte“ bedenklich!

IGGÖ ad „Dokumentationsstelle Politischer Islam“: Verknüpfung mit „Islamlandkarte“ bedenklich!

Nach dem vor Kurzem beschlossenen Anti-Terror-Paket zeugt die heute medienwirksam präsentierte „Islamlandkarte“ der Universität Wien gemeinsam mit VertreterInnen der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ und Integrationsministerin Susanne Raab erneut von der evidenten Absicht der Bundesregierung, pauschal alle in Österreich lebenden MuslimInnen als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft und demokratische Rechtsordnung im Land zu stigmatisieren.

„Die seit Gründung der Dokumentationsstelle bestehende Befürchtung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich einer politischen Einflussnahme und Instrumentalisierung der Wissenschaft hat sich heute bestätigt.“, erklärt IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

Die als Durchbruch unterbreitete „Islamlandkarte“ ist ein seit 2012 bestehendes Projekt, in das die IGGÖ zu keinem Zeitpunkt eingebunden war. Die sich aktuell darauf befindlichen Information sind teilweise stark veraltet und unrichtig. Fatalerweise wurden auch die vom Projektleiter wohl mit dem Ziel der Legitimation eingeholten Stellungnahmen der aufgelisteten Kultusgemeinden der IGGÖ nicht berücksichtigt oder eingearbeitet. Eine tatsächliche Dialogbereitschaft darf daher angezweifelt werden.

Auch bei der Erstellung der drei Grundlagenpapiere der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ fand keinerlei Austausch mit der IGGÖ statt. Die Dossiers wurden ihr lediglich eine Stunde vor der Pressekonferenz übermittelt. Zu einer heutigen Podiumsdiskussion wurde die IGGÖ zwar eingeladen, ein Raum für einen eigenen Redebeitrag wird ihr dabei jedoch nicht eingeräumt.

„Das ist nicht mein Verständnis von Dialogbereitschaft und Austausch auf Augenhöhe. Die seit der Novellierung des Islamgesetzes im Jahr 2015 innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft angestoßenen Reformprozesse werden von den politischen AkteurInnen konsequent negiert. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, inwiefern diese Art der Politik zu einer Versachlichung der Debatte oder auch zur Förderung der sozialen Kohäsion beitragen soll. Das vermeintliche Ziel, MuslimInnen dabei zu unterstützen, als Teil der österreichischen Gesellschaft wahrgenommen zu werden, wird durch das Projekt vollkommen konterkariert.“, so Vural.

Tatsächlich befeuert die Kampagne nicht nur den kontinuierlich wachsenden Rassismus gegenüber MuslimInnen und als muslimisch gelesene Menschen, sondern setzt muslimische BürgerInnen einem massiven Sicherheitsrisiko aus. In den vergangenen Stunden haben sich zahlreiche besorgte FunktionärInnen, Vereinsvorstände, aber auch einfache Mitglieder der unterschiedlichen muslimischen Communities an die IGGÖ gewandt, deren Namen auf der „Islamlandkarte“ aufscheinen.

IGGÖ ad Anti-Terror-Paket: Irritation über den Alleingang der Bundesregierung

IGGÖ ad Anti-Terror-Paket: Irritation über den Alleingang der Bundesregierung

Mit Bedauern und auch mit Sorge nimmt die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) das gestern präsentierte Ergebnis der Regierungsverhandlungen bezüglich des Anti-Terror-Pakets zur Kenntnis. Dieses definiert einen neuen Straftatbestand für „religiös motivierten Extremismus“, der aber explizit auf den sogenannten „Politischen Islam“ abzielt. Es ist aber insgesamt die gegenständliche Novellierung des Islamgesetzes im Kontext eines Terroranschlags, die die ablehnende Haltung der politischen VerantwortungsträgerInnen gegenüber der muslimischen Bevölkerung in Österreich unübersehbar zu Tage legt.

Schon während der parlamentarischen Begutachtungsphase konstatierten bereits anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften, internationale Organisationen wie die OSCE und Amnesty International sowie eine Vielzahl namhafter JuristInnen, auch der Rechtsanwaltskammertag und nicht zuletzt sogar das Bundesministerium für Justiz selbst, dass im vorgelegten Gesetzestextentwurf zum Islamgesetz eindeutig eine Schlechterstellung im Vergleich zu anderen religionsrechtlichen Spezialgesetzen sowie gravierende Eingriffe in das Grundrecht auf Religionsfreiheit und in die inneren Angelegenheiten der IGGÖ vorliegen. Die Bundesregierung jedoch scheint diesen kritischen Stellungnahmen trotz der ausgewiesenen Expertise ihrer VerfasserInnen keine Beachtung schenken zu wollen. Der Gesetzestext soll der Plenarsitzung des Nationalrates schon demnächst – ohne nennenswerte Veränderungen zum Erstentwurf – zur Abstimmung vorgelegt werden.

„Die angedachten Verschärfungen im Islamgesetz stigmatisieren und kriminalisieren pauschal alle in Österreich lebenden Musliminnen und Muslime. Sie zielen aus Sicht der IGGÖ zweifelsfrei auf eine Kontrolle der gesamten muslimischen Community in Österreich ab. Der Gesetzesentwurf wird von uns daher auch weiterhin explizit als diskriminierend abgelehnt“, hält IGGÖ-Präsident Ümit Vural fest.

Das Angebot der IGGÖ, unterschiedliche Rechtsmeinungen sowie die Erfahrungswerte bezüglich der Herausforderungen bei der Implementierung des Islamgesetzes von 2015 im Rahmen einer gemeinsamen Fachkonferenz mit unabhängigen FachexpertInnen zur Diskussion zu stellen, wurde vom zuständigen Ministerium rundweg abgelehnt. Präsident Vural kritisiert die gesamte Vorgehensweise des Novellierungsprozesses aufs Entschiedenste: „Es ist sehr irritierend, unerklärlich und bedauerlich, dass das zuständige Ministerium auf unser Angebot nicht eingehen wollte. Wenn man schon die Glaubensgemeinschaft nicht in die Novellierung ihres eigenen Gesetzes miteinbeziehen möchte, hätte man offene Fragen zumindest von unabhängigen ExpertInnen klären lassen können, um eine sinnvolle Verbesserung des Islamgesetzes zu erwirken.“

Sollte das Islamgesetz nun tatsächlich in der vorliegenden Form verabschiedet werden, hält Vural rechtliche Schritte für nicht ausgeschlossen. „Mir wäre es wirklich lieber, wenn nicht jede, unsere Glaubensgemeinschaft betreffende Regierungsentscheidung zuletzt vor Gericht geklärt werden müsste. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die politischen VerantwortungsträgerInnen doch einsehen, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit der IGGÖ für alle Beteiligten zielführender wäre und auf lange Frist – gerade was den Kampf gegen den Extremismus betrifft – unerlässlich ist.“, so der IGGÖ-Präsident abschließend.

IGGÖ ad Moscheeschließung: Schiedsgericht ortet mangelnde Begründung durch die Behörden – Rechtspersönlichkeit ist wiederherzustellen

IGGÖ ad Moscheeschließung: Schiedsgericht ortet mangelnde Begründung durch die Behörden – Rechtspersönlichkeit ist wiederherzustellen

Nach dem Terroranschlag vom 2. November 2020 hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) einer ihrer Moscheegemeinden vorsichtshalber die Rechtspersönlichkeit entzogen, nachdem die Behörden ihr gegenüber behauptet hatten, von der Gemeinde ginge im direkten Zusammenhang mit dem Anschlag akute Gefahr aus.

Das interne Schiedsgericht der IGGÖ hat nun jedoch nach sorgfältiger Prüfung des Falles festgestellt, dass die Behörden für diese Vorwürfe keine Beweise vorbringen können und daher den Beschluss der IGGÖ vom 6. November 2020 aufgehoben. Die Rechtspersönlichkeit der Moscheegemeinde ist folglich wiederherzustellen, um dieser die Wiederaufnahme von Kultushandlungen zu ermöglichen.

“Wie sich nun herausstellte, kann die an uns herangetragene Behauptung der Gefahr in Verzug nicht belegt werden. Genau diese Behauptung war es indes, aufgrund derer wir uns als Glaubensgemeinschaft zu einer zügigen Handlung zum Schutz der Gesellschaft und der Gemeinde gezwungen sahen. Die Schließung eines Gotteshauses muss in einem Rechtsstaat aber sachlich belegt sein und darf auf keinen Fall willkürlich erfolgen. Reine Beschuldigungen reichen ohne Beweise nicht aus.“, kommentiert IGGÖ-Präsident Ümit Vural die Entscheidung des Schiedsgerichts.

Nichtsdestotrotz sieht Vural Handlungsbedarf, was die betroffene Moscheegemeinde angeht: „Wir müssen uns als Gemeinschaft die Frage gefallen lassen, wie die Moschee überhaupt in den Verdacht der Behörden kommen konnte. Daher freut es mich, dass der Vorstand sich dazu bereiterklärt hat, unser erweitertes Betreuungsangebot in Anspruch zu nehmen, um eine transparentere Gemeindearbeit aufzubauen.“, so Vural abschließend.

IGGÖ ad Ramadan: Neue Kraft für die letzte Phase der Coronapandemie schöpfen

IGGÖ ad Ramadan: Neue Kraft für die letzte Phase der Coronapandemie schöpfen

Wien (OTS/IGGÖ) – Im Schatten der Coronapandemie begeht die muslimische Gemeinschaft weltweit am Dienstag, den 13. April 2021 den ersten Fastentag des diesjährigen islamischen Monats Ramadan. Laut GesundheitsexpertInnen deutet auch weiter nichts darauf hin, dass das Fasten das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen könnte. Geistig und körperlich gesunde Menschen, die die religiöse Reife erreicht haben, können daher auch dieses Jahr wie gewohnt fasten. Für viele Gruppen wird das Fasten unabhängig von der Coronapandemie jedoch als nicht obligatorisch angesehen, beispielsweise unter Kindern, Personen mit körperlichen oder intellektuellen Einschränkungen, chronisch Kranken und Hochbetagten.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat bereits im März des vergangenen Jahres ein ausführliches Sicherheits- und Hygienekonzept für ihre rund 350 Moscheen österreichweit ausgearbeitet und regelmäßig überarbeitet. Die Bildung von Corona-Clustern in Moscheen konnte so bislang vermieden werden. Der aktuelle Leitfaden „Sicher durch den Ramadan“ sieht unter anderem das konsequente Einhalten von Sicherheitsabständen, das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske und der Verwendung eigener Gebetsteppiche sowie die regelmäßige Testung des Moscheepersonals vor. Einrichtungen indes, die die Einhaltung der strengen Präventionsmaßnahmen nicht gewährleisten können, wird dringend empfohlen, ihre Tore geschlossen zu halten.

„Der Schutz und die Gesundheit unserer Mitmenschen haben für uns weiterhin absolute Priorität. Den Fastenmonat Ramadan begehen wir daher unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen, schließlich liegt es auch im Interesse unserer Glaubensgemeinschaft, dass in unseren Gotteshäusern keine Ansteckungen stattfinden. Auf die Freude des gemeinschaftlichen Fastenbrechens in den Moscheen müssen wir in diesem Jahr folglich leider verzichten“, zeigt sich IGGÖ-Präsident Ümit Vural betroffen.

Wie lange die Maßnahmen Gültigkeit haben werden und ob die Verrichtung öffentlicher Gottesdienste bis zum Ende des Ramadans möglich sein wird, hängt maßgeblich von den Beschlüssen der Bundesregierung, den Empfehlungen der GesundheitsexpertInnen sowie der Beratung mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften ab.

Ein besonderes Anliegen der IGGÖ ist die Förderung der Impfbereitschaft der muslimischen Community, innerhalb derer kontroverse Debatten, was die Sicherheit und die Inhaltsstoffe der Corona-Schutzimpfung betrifft, geführt werden. „Der sicherste und effektivste Weg, sich selbst, unsere Mitmenschen und vor allem die am meisten gefährdeten Personen vor dem Coronavirus zu schützen, ist die Inanspruchnahme einer Schutzimpfung. Ich selbst werde mich daher aus einer solidarischen Haltung der Gesellschaft gegenüber jedenfalls impfen lassen“, betont Vural. Der theologische Beratungsrat der IGGÖ hat die Empfehlung, sich impfen zu lassen, bereits vor einigen Wochen ausgesprochen und hält nun auch ausdrücklich fest, dass der Erhalt einer Corona-Schutzimpfung das Fasten im Ramadan nicht bricht.

„Wir befinden uns in der hoffentlich letzten Phase einer kollektiven Anstrengung zur Bekämpfung der Coronapandemie in Österreich. Für alle Musliminnen und Muslime, die den Ramadan begehen, gilt es nun, aus dieser gesegneten Zeit im engsten familiären Kreis neue Kraft für die letzten Meter zu schöpfen. Im Namen unserer Glaubensgemeinschaft wünsche ich einen gesegneten Ramadan und all unseren Mitmenschen Gesundheit und Geduld für die kommenden Wochen“, so Vural abschließend.

Menschen, die mit den Auswirkungen der Coronakrise zu kämpfen haben und seelischen oder familiären Problemen gegenüberstehen, bietet die IGGÖ durch ihre psycho-soziale Beratungsstelle sowie der während der Pandemie neu eingerichteten Telefonseelsorge befähigte und verschwiegene GesprächspartnerInnen an, die ihnen bei der Bewältigung von Problemen beistehen und ihre Anonymität achten.

März 2021: Aktualisierter Leitfaden für Moscheen und islamische Einrichtungen

Ab sofort verschärfte Schutzmaßnahmen in allen Moscheen und islamischen Einrichtungen österreichweit

Mit einem aktualisierten Leitfaden reagiert die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich auf die aktuell erneut ansteigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus im ganzen Land.

Gemeinschafts- und Freitagsgebete sind in allen Moscheen österreichweit weiterhin unter Einhaltung der angeführten Schutz- und Hygienemaßnahmen möglich.

Präventionskonzept für den Moscheeunterricht

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich empfiehlt all ihren Einrichtungen, bei der Umsetzung des Moscheeunterrichts und der Kinder- und Jugendarbeit das speziell dafür ausgearbeitete aktuelle Hygiene- und Präventionskonzept zu beachten.

HINWEIS: In Wien, Niederösterreich und im Burgenland sind alle Gemeinschaftsaktivitäten, einschließlich dem Moscheeunterricht aufgrund des starken Anstiegs der Coronainfektionen bis auf Weiteres auszusetzen bzw. auf Online-Unterricht umzustellen.

Verschärfungen für den Osten Österreichs

Regionale Verschärfungen sind bis auf Weiteres für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland vorgesehen, wo bis auf die Gemeinschafts- und Freitagsgebete alle Gemeindeaktivitäten einschließlich des Moscheeunterrichts auszusetzen sind. Dieser soll wo möglich auf Online-Unterricht umgestellt werden.

IGGÖ ad Weltfrauentag: Gleichbehandlungsstelle nimmt Arbeit auf

IGGÖ ad Weltfrauentag: Gleichbehandlungsstelle nimmt Arbeit auf
Neues Referat für Gleichbehandlung und Frauenförderung soll gleichwertige Beteiligung und Sichtbarkeit von Frauen vorantreiben

Wien (OTS/IGGÖ) – Der heutige Weltfrauentag würdigt den Einsatz all jener Frauen, die sich oft gegen erheblichen Widerstand für Chancengleichheit und Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzen. Zwar sind die bisherigen Errungenschaften der Frauenrechtsbewegungen zweifellos beträchtlich, aber sie greifen bei weitem nicht in allen Lebensbereichen. Ein Blick auf die Besetzung von Führungspositionen verdeutlicht diese Asymmetrie. Die Situation von Musliminnen bildet innerhalb dieser gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse keine Ausnahme.

Auf das bestehende Ungleichgewicht reagiert nun auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ). Zwar ist der Frauenanteil an wichtigen Schlüsselpositionen innerhalb der Glaubensgemeinschaft in den letzten Jahren stetig gestiegen, in ihren politischen Gremien sind Frauen dennoch immer noch unterrepräsentiert. Das musste auch Präsident Ümit Vural nach dem Rücktritt der Frauensprecherin der IGGÖ im vergangenen Sommer eingestehen. Als unmittelbare Folge wurden in einem ersten Schritt drei Posten mit kompetenten jungen Frauen im höchsten Entscheidungsgremium, dem Oberster Rat besetzt.

Nach einem mehrmonatigen Arbeitsprozess schlossen diese Frauen schließlich vergangene Woche die Vorbereitungen für die Konstituierung des neuen „Referats für Gleichbehandlung und Frauenförderung“ der IGGÖ ab, das sich der Auseinandersetzung mit genderspezifischen Aspekten innerhalb der IGGÖ, der muslimischen Community und der Gesamtgesellschaft widmen wird.

„Das Referat wird zur Sensibilisierung für Frauenanliegen und die Gleichstellung von Frauen und Männern beitragen, indem es geschlechterspezifische Benachteiligungen, Diskriminierung und Problemlagen innerhalb der IGGÖ sichtbar macht,“ so Elif Dagli, Vorsitzende des Referats. Ihr Team soll Strategien entwickeln, um den Zugang von Frauen zu islamischen Institutionen sowie die gleichberechtigte Beteiligung an der Gestaltung, Organisation und Führung der muslimischen Gemeinschaft zu erwirken.

„Unsere Gemeinschaft kann es sich nicht länger leisten, auf die Talente und Fähigkeiten der Hälfte ihrer Mitglieder zu verzichten. So ist es uns besonders wichtig, dass das möglichst vielfältige Team völlig unabhängig von Verbänden, die der IGGÖ angehören, agieren kann,“ resümierte auch Arefe Yildiz, die gemeinsam mit Dagli den Vorsitz innehat.

„Unsere Glaubensgemeinschaft ist nur dann für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet, wenn sie dazu bereit ist, althergebrachte Ansichten und Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen. Daher bin ich sehr froh, dass mit der Einrichtung des neuen Referats Frauen innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft durch die faktische Übernahme von Verantwortung, Einflussnahme und Selbstbestimmung ein starkes Zeichen setzen werden,“ zeigt sich Präsident Vural anlässlich der Konstituierung des neuen Referats erfreut. Er hofft mit dieser neuen Einrichtung innerhalb der IGGÖ der Umsetzung seines Antrittsversprechens, die gleichwertige Beteiligung von Frauen und Männern in allen Bereichen der muslimischen Gemeinschaft zu erwirken, einen Schritt nähergekommen zu sein.

Veranstaltungstipp:
Diskursreihe „Muslimische Frauen als Akteurinnen von gesellschaftlichen Entwicklungen: Leadership, Engagement & Aktivismus
Die Veranstaltungen finden online statt.

IGGÖ ad Kommissionsbericht: Deradikalisierungsarbeit jetzt reformieren!

IGGÖ ad Kommissionsbericht: Deradikalisierungsarbeit jetzt reformieren!

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) setzt sich seit Jahren sowohl gesamtgesellschaftlich, als auch speziell im Strafvollzug aktiv gegen Radikalisierung und Extremismus ein. Sowohl die wichtige Präventionsarbeit der islamischen Gefängnisseelsorge als auch die facettenreiche Tätigkeit der Kontaktstelle für Extremismusprävention und Deradikalisierung der IGGÖ werden dabei zum größten Teil ehrenamtlich erbracht. Bedauerlicherweise wird diese wertvolle Arbeit indes weder gewürdigt noch ausreichend gefördert.

„Der Endbericht der Untersuchungskommission zeigt deutlich, dass eine Umstrukturierung der Extremismusprävention und Deradikalisierungsarbeit dringend notwendig ist. Als Glaubensgemeinschaft bieten wir den Behörden zum wiederholten Male unsere Unterstützung an“, erklärt IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

Die fehlende Einbindung der IGGÖ im Umgang mit extremistischen Personengruppen seitens der Sicherheitsbehörden und des Justizministeriums hat in der Vergangenheit bereits zu Kritik geführt. „Ich ersuche die politischen VerantwortungstägerInnen daher, die Erkenntnisse der Untersuchungskommission zum Anlass zu nehmen, einen Neuanfang zu starten und die Zusammenarbeit mit der IGGÖ zu intensivieren“, so Vural abschließend.

Aktuelle COVID-19 Schutzmaßnahmen

Aktuelle COVID-19 Schutzmaßnahmen

Ab Sonntag, den 7. Feber 2021 können in allen Moscheen der Islamischen Glaubensgemeinschaft österreichweit die Gemeinschafts- und Freitagsgebete unter Berücksichtigung folgender Schutz- und Hygienemaßnahmen wiederaufgenommen werden:

  • Verpflichtendes Tragen von FFP2-Masken
  • Einhaltung eines Mindestabstands von 2m
  • Mitbringen eines eigenen Gebetsteppichs
  • Bereitstellung von Desinfektionsmittel am Eingang und Ausgang der Moschee
  • Keine Umarmungen und kein Händeschütteln

IGGÖ ad Aslan: Die Islamische Glaubensgemeinschaft ersucht Universität um Stellungnahme

IGGÖ ad Aslan: Die Islamische Glaubensgemeinschaft ersucht Universität um Stellungnahme

Wien (OTS/IGGÖ) – Univ. Prof. Dr. Ednan Aslan hat sich gestern im Namen der VertreterInnen des Fachbereichs Islamische Religionspädagogik am Institut für Islamisch-Theologische Studien der Universität Wien mit einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf zur Novellierung des Islamgesetzes gemeldet. Er greift darin die Tätigkeit der Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) an, spricht ihr die Vertretungsbefugnis der österreichischen MuslimInnen ab und wirft ihr vor, Handlanger ausländischer Geldgeber zu sein. Tatsächlich ist Prof. Aslan seit 13 Jahren nicht mehr in der IGGÖ engagiert und hat somit keinen Einblick in die Gebarung und den eingeschlagenen Reformprozess der IGGÖ.

Die IGGÖ weist die Vorwürfe Aslans aufs Entschiedenste zurück und zeigt sich befremdet, dass sich ein Religionspädagogisches Institut der Universität Wien ohne fundiertes Wissen um die Tätigkeit der IGGÖ öffentlich für eine Schlechterstellung einer staatlich anerkannten Religionsgesellschaft ausspricht. Die IGGÖ ersucht den Rektor der Universität Wien sowie den Vorstand des Instituts, der nach eigener Aussage nicht über die Initiative Aslans informiert war, um Aufklärung des Sachverhaltes.

IGGÖ ad Islamgesetz: Klares Nein zu Regierungsplänen

IGGÖ ad Islamgesetz: Klares Nein zu Regierungsplänen

Wien (OTS/IGGÖ) – “Reformieren, aber richtig!”  mit dieser Begründung lehnt Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf zur Änderung des IslamG ab. Die bereits seit der Novellierung 2015 bestehen Probleme würden nur weiter verschärft, sinnvolle Verbesserungen fehlen im Gesetzestext hingegen komplett: „Es wäre aus unserer Sicht verantwortungslos, einem solch unausgegorenen Vorschlag zuzustimmen.“, resümiert Vural.

Der vorgelegte Gesetzesentwurf enthält eine bedeutende Schlechterstellung im Vergleich zu religionsrechtlichen Spezialgesetzen anderer staatlich anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften sowie gravierende und nicht akzeptable Eingriffe in das Grundrecht auf Religionsfreiheit und in die inneren Angelegenheiten der IGGÖ. „Das Islamgesetz muss dringend von allen diskriminierenden und sicherheitsrechtlichen Aspekten befreit werden, damit es endlich funktionieren kann”, ist Vural überzeugt. Er fordert eine konsequente und strikte Trennung zwischen sicherheitspolizeilichen und religionsrechtlichen Regelungen.

Die IGGÖ ruft die Bundesregierung daher in ihrer dem Parlament übermittelten Stellungnahme dringend dazu auf, die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen in ihrer Gesamtheit zu verwerfen und zu einer gemeinsamen und konsensorientierten Novellierung des IslamG mit der IGGÖ zurückzukehren.

„Ich möchte explizit festhalten, dass der Kampf gegen Terror und Extremismus nur gemeinsam bewältigt werden kann. Die Novellierung eines Religionsgesetzes im Kontext von Terrorbekämpfung konterkariert indes alle Bemühungen in diese Richtung und erfolgt ausdrücklich gegen den Willen der Islamischen Glaubensgemeinschaft.“, so Vural abschließend.

IGGÖ zur Aufnahme von Flüchtlingen: Genug der hässlichen Bilder!

IGGÖ zur Aufnahme von Flüchtlingen: Genug der hässlichen Bilder!

Wien (OTS/IGGÖ) – Die griechischen Inseln sind leider nicht der einzige Ort, an dem sich die europäische Politik aktuell aus ihrer Verantwortung zieht. So schließt sich der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural in seinen Weihnachtsgrüßen heute den zahlreichen Aufforderungen unterschiedlicher kirchlicher und politischer Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Personen des öffentlichen Lebens an, die griechischen Elendslager endlich zu evakuieren.

“Viele Gemeinden haben bereits konkrete Angebote gemacht oder ihre Bereitschaft signalisiert, die Aufnahme Geflüchteter durch deren Aufnahme zu unterstützen. Auch die muslimische Gemeinschaft steht bereit, sich in ihrer Betreuung zu engagieren”, sichert Vural zu.

Eine fehlende gesamteuropäische Flüchtlingspolitik ist keine Entschuldigung für den dramatischen Notstand in den Lagern. Dass die unmenschlichen Lebensbedingungen als Abschreckung für weitere Flüchtlinge politisch nicht nur geduldet, sondern sogar gewollt herbeigeführt sind, darf gesellschaftlich nicht länger toleriert werden.

Das Vorenthalten medizinischer Versorgung, der Entzug menschenwürdiger Unterkünfte, die Verweigerung fairer Asylprozesse und das illegale gewaltsame Zurückdrängen von Flüchtlingen stellen eine unerträgliche Missachtung der Europäischen Menschenrechtskonvention dar. „Wir haben genug von den hässlichen Bildern! Als Europäer berufen wir uns zurecht auf humanitäre Werte: Menschenwürde, Nächstenliebe und Barmherzigkeit kennen weder Herkunft, Religion, noch Staatsgrenzen“, so Vural.

Die IGGÖ fordert daher die politischen EntscheidungsträgerInnen dazu auf, der Demütigung der Schutzsuchenden unverzüglich ein Ende zu setzen und der Aufnahme eines adäquaten Kontingents Geflüchteter, die sich derzeit in griechischen Lagern befinden, zuzustimmen.

Leitfaden zur erneuten Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Leitfaden zur erneuten Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Die Bundesregierung hat angesichts des dramatischen Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Österreich ab Sonntag, den 27. Dezember 2020 geltende Maßnahmen formuliert, die das öffentliche Leben in Österreich erneut drastisch einschränken.

VertreterInnen aller anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften haben gemeinschaftlich entschieden, als Selbstverpflichtung und aus einem Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber heraus, alle Aktivitäten in ihren religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich verzichtet daher auf die Abhaltung von Gemeinschafts- und Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit ab Montag, den 28. Dezember 2020 bis einschließlich Sonntag, den 17. Jänner 2021.

Leitfaden am 28. Dezember 2020

IGGÖ ad „Kopftuchverbot“: VfGH beendet populistische Verbotspolitik

IGGÖ ad „Kopftuchverbot“: VfGH beendet populistische Verbotspolitik

Wien (OTS/IGGÖ) – Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat am Freitagnachmittag seine Entscheidung bezüglich des sogenannten „Kopftuchverbots“ an Volksschulen bekanntgegeben. Gegen die im Mai 2019 erfolgte Änderung des Schulunterrichtsgesetzes hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) im Jänner 2020 Beschwerde eingebracht.

IGGÖ-Präsident Ümit Vural hat von Anfang an betont, dass mit der Beschwerde nicht das verfrühte Tragen eines Kopftuchs bei Kindern oder ein elterlicher Zwang diesbezüglich verteidigt werden solle: „Die IGGÖ ist gegen Zwang jeglicher Form. Weder heißen wir eine abwertende Haltung gegenüber Frauen gut, die sich aus persönlicher Überzeugung gegen das Kopftuch entscheiden, noch können wir der Einschränkung der Religionsfreiheit jener Musliminnen zustimmen, die das Kopftuch als integralen Bestandteil ihrer gelebten Glaubenspraxis verstehen.“

Die Beschwerde richtete sich gegen die Aushebelung der durch die Verfassung garantierten Grundrechte, der Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie der Gleichheit vor dem Gesetz. „Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs beweist, dass unser Vertrauen in den Rechtsstaat und unsere Geduld sich ausgezahlt haben“, zeigt sich Vural zufrieden.

„Die Durchsetzung der Chancengleichheit und Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft erreicht man nicht durch Verbote“, bekräftigt der IGGÖ-Präsident noch einmal seinen Standpunkt, „sondern durch die Stärkung der Menschen-, Frauen- und Kinderrechte und die Förderung des Bewusstseins, dass Zwang niemals zulässig ist.“

Er werde auch weiterhin das uneingeschränkte Bekenntnis zu den Grundrechten aller BürgerInnen in Österreich einfordern, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder des sozialen Status. Gleichzeitig appelliert die IGGÖ an politische EntscheidungsträgerInnen, Maßnahmen zu ergreifen, um die zunehmend rassistischen Tendenzen in Österreich einzudämmen, die einer sozialen Kohäsion entgegenstehen.

Leitfaden zur Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Leitfaden zur Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Bei einer Videokonferenz haben heute Vormittag die VertreterInnen aller anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften entschieden, als Selbstverpflichtung und aus einem Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber heraus, alle Aktivitäten in den religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich setzt daher die Gemeinschafts- und Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit ab Dienstag, den 17. November 2020 bis einschließlich Sonntag, den 6. Dezember 2020 aus.

Bitte beachten Sie unseren ab 16. November 2020 bis 6. Dezember 2020 geltenden Leitfaden für Moscheen und islamische Einrichtungen. Wir bitten Sie dringend, die Maßnahmen und Beschränkungen pflichtbewusst mitzutragen und umzusetzen.

Leitfaden