IGGÖ führt verpflichtenden Lehrgang für Halal-Ermächtigungen ein

IGGÖ führt verpflichtenden Lehrgang für Halal-Ermächtigungen ein

Wien (OTS/IGGÖ) – Vielen der über 700.000 österreichischen Muslim*innen ist die Verfügbarkeit von Halal-Lebensmittel, also jenen, die den islamischen Speisegeboten entsprechen, ein großes Anliegen. Ob Produzent*innen jedoch tatsächlich die vorgegebenen Qualitätsstandards erfüllen, war in der Vergangenheit nicht immer uneingeschränkt nachvollziehbar.

Gerade rund um das islamische Opferfest, das dieses Jahr am Samstag, den 9. Juli 2022 beginnt, gewinnt diese Frage jedoch an Bedeutung, gehen doch zu dieser Zeit bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) für gewöhnlich die Mehrzahl der Anträge auf sogenannte Halal-Ermächtigungen ein, deren Erwerb für Produzent*innen Voraussetzung für die Durchführung von Schächtungen nach islamischem Ritus ist.

„Als Religionsgemeinschaft müssen wir dafür Sorge tragen, dass alle Prozesse in der Produktion von Halal-Lebensmitteln tatsächlich den religiösen Bestimmungen sowie den gesetzlichen Regelungen in Österreich entsprechen. Deshalb setzen wir uns für eine deutliche Erhöhung der Standards für Halal-Produkte ein“, teilt IGGÖ-Präsident Ümit Vural mit.

Zu diesem Zweck hat die IGGÖ in den vergangenen Monaten im Austausch mit dem zuständigen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) und Tierschutzorganisationen intensiv an der Etablierung eines maßgeschneiderten Lehrgangs für Unternehmen und Personen, die bei der IGGÖ um eine Halal-Zertifizierung ihrer Produkte bzw. um eine Halal-Ermächtigung ansuchen, gearbeitet. Zu den Inhalten der Fortbildung zählen unter anderem islamisch-theologische Grundlagen und die Anforderungen an Halal-Lebensmittel, Erläuterungen zu den Abläufen des Zertifizierungsprozesses, die Vermittlung von Kenntnissen aus dem Bereich des Tierschutzgesetzes und der Tierhaltung sowie Grundlagen der Hygiene.

Diese Fortbildung wurde nun erstmals im Juni 2022 von Fachexpert*innen im Bildungshaus der IGGÖ angeboten. Eine positive Absolvierung gilt ab sofort als Voraussetzung für jede zukünftige Verleihung einer Halal-Ermächtigung oder Zertifizierung durch die IGGÖ und war daher auch verpflichtend für all jene, die um eine Genehmigung für Schächtungen anlässlich des diesjährigen Opferfestes angesucht haben. Verstöße gegen die im Lehrgang vermittelten Richtlinien führen ab sofort zu einem sofortigen Entzug der Berechtigung.

„Durch unsere neuen Zertifizierungsverfahren wollen wir nicht nur das Vertrauen der österreichischen Muslim*innen in die Halal-Konformität der von ihnen erworbenen Lebensmittel stärken, sondern nicht zuletzt auch die in der Bevölkerung zum Teil bestehenden Vorbehalte gegen bestimmte islamische Riten abbauen,“ so Vural abschließend.

IGGÖ veranstaltet Gedenkwoche für die Opfer des Genozids in Srebrenica

IGGÖ veranstaltet Gedenkwoche für die Opfer des Genozids in Srebrenica

Wien (OTS/IGGÖ) – Der Genozid an den bosnischen Muslim*innen in Srebrenica, der als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gilt, jährt sich in den kommenden Tagen zum 27. Mal.

Aus diesem traurigen Anlass veranstaltet die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) wie schon in den vergangenen Jahren eine Gedenkwoche für die Opfer und Hinterbliebenen dieses traurigen Höhepunktes des Bosnienkrieges.

Trotz deutlicher Hinweise auf ein bevorstehendes Massaker schritt die internationale Gemeinschaft im Juli 1995 nicht ein. Tausende Menschen wurden vor den Augen von Blauhelmsoldaten in einer Schutzzone der Vereinten Nationen ermordet. Diese Untätigkeit hat ein tiefsitzendes Trauma in der muslimischen Gemeinschaft hinterlassen, wie Džemal Šibljaković, Leiter der Sozialabteilung der IGGÖ anmerkt: „Viele unserer Mitglieder haben die schrecklichen Gräueltaten der Jugoslawienkriege selbst miterlebt und nicht nur Familienangehörige, sondern auch ihre Heimat verloren. Gleichzeitig ringen sie immer noch mit der Leugnung und Relativierung dieses Genozids und sind nun zurecht empört zu hören, es herrsche derzeit der erste Krieg auf europäischem Boden seit 1945.“

Indes begrüßt IGGÖ-Präsident Ümit Vural den Entschließungsantrag des österreichischen Nationalrates, der von der Bundesregierung ein Engagement für das Gedenken an Srebrenica einfordert: „Auch vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine ist eine aktive Friedenserziehung und die Schaffung einer Erinnerungskultur eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.“

Die öffentliche Veranstaltungsreihe der IGGÖ findet von 4. bis 11. Juli 2022 statt.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Um Anmeldung unter events@derislam.at wird gebeten.

Zum Veranstaltungsprogramm: https://www.derislam.at/srebrenica/

IGGÖ-Führung wird weiblicher: Präsident Vural begrüßt neues Mitglied im Obersten Rat

IGGÖ-Führung wird weiblicher: Präsident Vural begrüßt neues Mitglied im Obersten Rat

Wien (OTS/IGGÖ) – Für Präsident Vural ist die Stärkung der Frauen eine entscheidende Frage für die Zukunft der muslimischen Gemeinde. Daher geht die IGGÖ mutig voran und hinkt nicht mehr hinterher.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unserer neuen Kollegin Mashaer Ali Hamad im Obersten Rat und darauf, dass sie mithelfen wird, den Musliminnen Stimme und Vorbild zu sein“, so Vural zur Wahl. Ein Teil des versprochenen Reformweges ist die systematische Stärkung der muslimischen Frauen in der IGGÖ. Damit entfaltet die IGGÖ auch eine Vorbildwirkung für die muslimischen Gemeinden in Österreich.

„Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich auf die Arbeit im obersten Verwaltungsorgan der IGGÖ“, so Frau Ali Hamad zu ihrer Wahl.

Die Wahl Ali Hamad´s, die von der Arabischen Kultusgemeinde entsendet wird, ist auch ein klares Zeichen dafür, dass die Kultusgemeinde die Herausforderungen der Vergangenheit gemeistert hat und heute ein wichtiger Bestandteil des großen Ganzen ist.

Wir danken dem ehemaligen Mitglied des Obersten Rates Herrn Muhammed Al-Khoutani für seine Dienste und wünschen ihm alles Gute für seine weitere Zukunft.

IGGÖ ad Gemeindebildung: Erfolgreicher Abschluss des Lehrganges zum Thema Moscheepädagogik

IGGÖ ad Gemeindebildung: Erfolgreicher Abschluss des Lehrganges zum Thema Moscheepädagogik

Wien (OTS/IGGÖ) – Veränderungen im Islamgesetz 2015 stellen Moscheen und Einrichtungen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) vor neue rechtliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Die IGGÖ begegnet diesen Herausforderungen proaktiv und hat daher mit Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen einen Lehrgang konzipiert, welcher eigens auf die Bedürfnisse von Moscheegemeinden zugeschnitten ist.

Im Rahmen umfassender Professionalisierungsschritte wurde ein erster Lehrgang zum Thema Moscheepädagogik konzipiert. Dieser fand in Kooperation mit dem Islamischen Zentrum Wien statt und wurde vorige Woche im ersten Durchgang erfolgreich beendet.

„Der Lehrgang ‚Moscheepädagogik: Moschee im Wandel – zwischen Gottesdienst und Sozialraum‘ zielt auf die Weiterbildung von Moscheefunktionär*innen ab (z.B. Vorstandsmitglieder, Imame, Vertreter*innen der Jugend- und Frauenabteilungen usw.). Unser Ziel ist, sie dabei zu unterstützen den alltäglichen Herausforderungen in ihren Einrichtungen gerecht zu werden und etwaige bürokratische Hürden erfolgreich zu bewältigen“, so Präsident Ümit Vural.

Die IGGÖ gratuliert allen Absolvent*innen des Lehrganges und arbeitet weiterhin daran, Gemeinden und Mitglieder mit wertvollen Fortbildungsmaßnahmen zu unterstützen.

IGGÖ ad Ramadanfest: Geist des Ramadan auch in Zukunft bewahren

IGGÖ ad Ramadanfest: Geist des Ramadan auch in Zukunft bewahren

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) blickt auf einen Monat der gelebten Solidarität sowie des innermuslimischen und interreligiösen Austauschs zurück. Lebendige Traditionen des Ramadans waren nach den coronabedingten Einschränkungen der vergangenen Jahre heuer wieder möglich, so zum Beispiel das Fastenbrechen im größeren Kreis.

Ein Höhepunkt der vergangenen Wochen war für die IGGÖ unbestritten der interreligiöse Iftar im Palais Niederösterreich mit Repräsentant*innen der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Vertreter*innen aus den Bereichen der Diplomatie, Politik, Bildung und Zivilgesellschaft. Dem IGGÖ-Motto „Einheit in Vielfalt, Stärke im Zusammenhalt“ folgend lud dieser Abend der Begegnung nicht nur zum freundschaftlichen Austausch und vielen interessanten Gesprächen ein, sondern zeigte vor allem auf, dass die gesellschaftliche Pluralität nicht nur Realität, sondern die der Förderung einer lebenswerten, friedlichen, offenen und starken Gesellschaft zugrunde liegende Stärke ist.

Auch der von der IGGÖ organisierte interreligiöse Iftar am Afro-Asiatischen-Institut in Wien sowie die zahlreichen Veranstaltungen der Islamischen Religionsgemeinden in den Bundesländern, der Moschee- und Kultusgemeinden sowie der Jugendorganisationen der IGGÖ gründeten auf dem Gedanken der Förderung des gedeihlichen Miteinanders.

IGGÖ-Präsident Ümit Vural folgte auch der Einladung von Kultusministerin Susanne Raab zum gemeinsamen Iftar, die er als Zeichen einer zukünftigen konstruktiven, konsensorientierten Zusammenarbeit wertet: „In Österreich begründet sich der Dialog zwischen Politik und Religionen auf einem bewährten Kooperationsmodell. Wir stehen in Österreich, in Europa, vor vielfältigen Herausforderungen, die wir nur durch die Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders meistern können. In allen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung kann es unterschiedliche Meinungen und Ansichten geben, über die es sich jedoch respektvoll auszutauschen gilt. Ich hoffe daher, dass wir den Geist des Ramadans, den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl auch in die kommende Zeit mitnehmen können.“

Indes liefen auch die Spendensammlungen der Hilfsorganisation KARIMA der IGGÖ sowie der muslimischen Einrichtungen und Hilfsorganisationen weiter.

„In diesen Tagen wollen wir trotz der Freuden des Ramadanfestes nicht auf die Menschen in den zahlreichen Krisenregionen dieser Welt vergessen, in der Ukraine ebenso wie im Nahen Osten, am Horn von Afrika, im Jemen oder in Afghanistan. Unsere humanitären Bemühungen und Gebete sind auch weiterhin bei all jenen, die Ungerechtigkeit und Unterdrückung erfahren“, so Vural abschließend.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Muslim*innen in Österreich ein gesegnetes, friedvolles und frohes Fest! Eid mubarak!

IGGÖ ad Ramadan: Zeit für Barmherzigkeit

IGGÖ ad Ramadan: Zeit für Barmherzigkeit

Wien (OTS/IGGÖ) – Am Samstag, den 2. April 2022 begeht die muslimische Gemeinschaft den ersten Tag des islamischen Fastenmonats Ramadan, den die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) in diesem Jahr unter das Motto „Zeit für Barmherzigkeit“ stellt.

„Der Ramadan ist die Zeit der Barmherzigkeit Gottes, aber auch die Zeit, in der die Menschen sich barmherzig und wohltätig zeigen sollten. Ich bin dankerfüllt, dass wir uns als Religionsgemeinschaft mit unserer Wohltätigkeitsorganisation KARIMA (Karitative Muslimische Arbeitsgemeinschaft) an der Unterstützung von Menschen in Notsituationen beteiligen und unseren Beitrag zur Stabilisierung und Sicherheit in Zeiten enormer Unsicherheit leisten können“, so IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

In den vergangenen zwei Jahren hat die muslimische Gemeinschaft im Ramadan sehr strenge Corona-Schutzmaßnahmen bis hin zur Aussetzung der Gemeinschaftsgebete und des traditionellen Fastenbrechens in den Moscheen erlebt. Allen Hoffnungen zum Trotz wirft die Coronapandemie auch in diesem Jahr einen Schatten auf die bevorstehenden Wochen. Die IGGÖ weist daher auf die von ihr festgelegten Maßnahmen für ihre Moscheen und Einrichtungen hin, die insbesondere das Tragen einer FFP2-Maske vorsehen.

Präsident Vural betont: „Der Ramadan ist die Zeit der Gemeinschaft. Ich möchte allen Musliminnen und Muslimen ermöglichen, dieses außergewöhnliche Gemeinschaftsgefühl in einem sicheren Umfeld zu genießen. Alte, Erkrankte und auch unsere Jüngsten waren es, die in den vergangenen zwei Jahren die meisten Einschränkungen erfahren haben und sie sind es, denen unsere uneingeschränkte Solidarität auch weiterhin gelten sollte!“

Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten und frohen Ramadan und all ihren Mitmenschen alles Gute und viel Gesundheit!

IGGÖ ad Corona: Erste Impfstation in Wiener Moschee eröffnet

IGGÖ ad Corona: Erste Impfstation in Wiener Moschee eröffnet

Wien (OTS/IGGÖ) – In Kooperation mit der Stadt Wien konnte die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) diese Woche eine erste fixe Impftstation in den Räumlichkeiten einer Moschee im 10. Wiener Gemeindebezirk eröffnen.

Bereits in den vergangenen Monaten haben die Impfbusse der Stadt Wien regelmäßig während der Freitagsgebete vor Moscheen der IGGÖ einen Stopp eingelegt. Aufgrund der hohen Nachfrage durch Moscheebesucher*innen wurde nun beschlossen, das Impfangebot in muslimischen Gebetshäusern auf die ganze Woche auszuweiten.

„Ich bedanke mich recht herzlich bei Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und seinem Team für das umsichtige Coronamanagement in unserer Bundeshauptstadt und den regelmäßigen Austausch, der mit unserer Glaubensgemeinschaft gepflegt wird. Ich bin zuversichtlich, dass ein in vertrauter Umgebung zur Verfügung gestelltes Impfangebot innerhalb der muslimischen Community auf großen Zuspruch stoßen wird“, zeigt sich IGGÖ-Präsident Ümit Vural positiv gestimmt..

Derzeit laufen Gespräche zur Einrichtung weiterer Impfstationen, die kommende Woche eröffnet werden soll.

„Sowie die Mehrheit der islamischen Gelehrten weltweit, rät auch unser theologischer Beratungsrat den Muslim*innen seit der Zulassung der Impfstoffe dazu, den Empfehlungen der Gesundheitsexpert*innen zu folgen und sich impfen zu lassen – gilt doch im Islam das Prinzip, Schaden abzuwenden, bevor er auftritt!“, so Vural abschließend.

Impfstation
Adresse: ATIB Moschee, Gudrunstraße 184, 1100 Wien

Neue COVID-19-Maßnahmen ab 15. September 2021

Neue COVID-19-Maßnahmen ab 15. September 2021

IGGÖ ad Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen: Rechtliche und moralische Verpflichtung Österreichs!

IGGÖ ad Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen: Rechtliche und moralische Verpflichtung Österreichs!

Wien (OTS/IGGÖ) – Bereits vergangene Woche hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) gewarnt, dass den medialen Ankündigungen der Taliban, was den Schutz der Zivilbevölkerung und der Wahrung ihrer Rechte angeht, mit großer Skepsis zu begegnen sei. Nun mehren sich Berichte von schweren Menschenrechtsverletzungen gegenüber Zivilist*innen, die in den vergangenen Jahren für internationale Organisationen und ausländische Staaten tätig waren.

Die erneute Machtübernahme der Taliban bedeutet für die afghanische Bevölkerung die Rückkehr in eine von einem pervertierten Islamverständnis geprägte Gewaltherrschaft, in der mit der massiven Einschränkung der Selbstbestimmung afghanischer Mädchen und Frauen, der Diskriminierung und Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten und kritischer Stimmen sowie brutaler Körperstrafen und Hinrichtungen zu rechnen ist.

Während die internationale Staatengemeinschaft zur Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen, wie Journalist*innen, Künstler*innen oder Menschenrechtsaktivist*innen aufruft, lehnt die österreichische Bundesregierung indes aus innenpolitischem Kalkül eine solche strikt ab und fordert zudem die Errichtung von Abschiebezentren in der Region.

„Die Aussagen der Regierungsspitzen sind angesichts der tragischen Bilder und Berichte, die uns aus Afghanistan erreichen, unangebracht und deplatziert“, zeigt sich IGGÖ-Präsident Ümit Vural verstört. „Österreich ist rechtlich zur Einhaltung sowohl der Europäischen Menschenrechtskonvention als auch der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet.

Angesicht der dramatischen Lage in Afghanistan muss sich die Bundesregierung an einer europaweiten humanitären Aufnahme von besonders vulnerablen Personen solidarisch beteiligen und damit ein Zeichen der Menschlichkeit und des Mitgefühls setzen, so Vural.

Zudem müssen auch die Rechte bereits in Österreich lebender Afghan*innen gewahrt, ausständige Asylentscheidungen beschleunigt und eine rasche Zusammenführung mit ihren nun gefährdeten Familienangehörigen ermöglicht werden, gibt Vural zu bedenken.

Terminaviso: Impfaktion der IGGÖ

Terminaviso: Impfaktion der IGGÖ

Wien (OTS/IGGÖ) – Im Rahmen der Impfkampagne der Stadt Wien macht der Impfbus diesen Freitag, 20. August 2021, Station vor einer Wiener Moschee in der Gudrunstraße 184 in Wien Favoriten. Von 11 bis 20 Uhr haben Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit eine Impfung zu bekommen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Lediglich ein Ausweis und die E-Card, falls vorhanden, sind mitzunehmen.

Weitere Termine und Informationen sind abrufbar unter: https://coronavirus.wien.gv.at/impfen-ohne-termin/

IGGÖ ad Islamgesetz: Für das Recht auf Gleichbehandlung!

IGGÖ ad Islamgesetz: Für das Recht auf Gleichbehandlung!

Der Rassismus gegenüber MuslimInnen ist real und hat sich in den Monaten seit dem Terroranschlag in Wien noch weiter verschärft.

Heute wird in der Plenarsitzung des Nationalrates über die umstrittene Novellierung des Islamgesetzes von 2015 abgestimmt, die im Kontext des Anti-Terror-Pakets präsentiert wurde. In den Bestimmungen sollen Mechanismen verankert werden, die sich in den Gesetzen anderer staatlich anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften nicht finden, wie in zahlreichen Stellungnahmen während der parlamentarischen Begutachtungsphase bemängelt wurde. Diesen wurden von der Bundesregierung jedoch keinerlei Beachtung geschenkt.

Die Diskriminierung von MuslimInnen wird damit abermals auf eine institutionalisierte Ebene gehoben, kritisiert Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ): „Das gewählte Framing und die mangelhafte Einbindung der betroffenen Religionsgesellschaft beweist, dass die Bundesregierung nicht an konsensorientierten Gesprächen und an der Formulierung wirksamer Maßnahmen in der Extremismusprävention interessiert ist, sondern lediglich von den eigenen Versäumnissen ablenken und auf dem Rücken österreichischer Musliminnen und Muslime politisches Kleingeld wechseln möchte. Zumindest die Grünen als deklarierte Menschenrechtspartei und die Opposition sollten sich an dieser Form der Politik nicht beteiligen“, so Vural.

Zahlreiche PolitikerInnen sprechen sich regelmäßig gegen die Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen aus. Vural erwarte sich, dass sich diese Haltung auch im heutigen Abstimmungsverhalten widerspiegelt: „In den vergangenen Wochen habe ich mich um einen intensiven Austausch mit Abgeordneten unterschiedlicher Couleur bemüht, um den Standpunkt der IGGÖ zu erläutern. Der Nationalrat kann einem Gesetz, das eine einzige Religionsgemeinschaft grundsätzlich ungleich behandelt und einen nie dagewesenen Bruch mit dem bewährten Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionen darstellt, nicht zustimmen!“

Sollte das Gesetz in dieser Form verabschiedet werden, könne er rechtliche Schritte nicht ausschließen: „Ich werde auch weiterhin konsequent für die Gleichbehandlung ausnahmslos aller Bürgerinnen und Bürger Österreichs eintreten und dafür, wenn notwendig, auch den Rechtsweg beschreiten“, kündigt Vural abschließend an.

IGGÖ ad Islamlandkarte: Angriffe reißen nicht ab – Webseite muss dauerhaft vom Netz!

IGGÖ ad Islamlandkarte: Angriffe reißen nicht ab - Webseite muss dauerhaft vom Netz!

Wien (OTS/IGGÖ) – Nach Wien, Niederösterreich und Oberösterreich sind die bereits bekannten Warnschilder rechtsextremer Gruppierungen nun auch erstmals in der Steiermark an einer Moschee der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) angebracht worden. Es ist der bereits zweite Angriff auf diese sichtbare Moschee seit Bundesministerin Raab und ihre Dokumentationsstelle durch die Veröffentlichung der sogenannten Islamlandkarte pauschal alle muslimischen Einrichtungen zur Zielscheibe für Hass und Hetze gemacht haben. Trotz massiver Kritik ist die Islamlandkarte nun nach einigen Tagen der Deaktivierung wieder für die Öffentlichkeit einsehbar, und zwar ohne der angekündigten Sicherheitsmaßnahmen wie einer Registrierpflicht für UserInnen.

Problematisch sind dabei nicht nur datenschutzrechtliche Aspekte, sondern vor allem die Einbettung in die Arbeit einer Institution, die vorgibt, sich auf wissenschaftlicher Basis und ohne politische Einflussnahme mit Extremismus und Radikalisierung auseinandersetzen zu wollen. Nicht ohne Grund hat die Universität Wien die Verwendung ihres Logos auf der Webseite untersagt. Eine Kritik, der sich die Verantwortlichen beharrlich verweigern, wie IGGÖ-Präsident Ümit Vural erklärt: „Unsere Befürchtung, dass die Islamlandkarte zu einer Stigmatisierung von MuslimInnen führen und eine Gefährdung für die Sicherheit islamischer Einrichtungen darstellen könnte, wurden von VertreterInnen anderer Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie zahlreichen PolitikerInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen geteilt.“

Bestätigt haben sich diese Sorgen noch am Tag der Veröffentlichung: Die IGGÖ musste prompt um vermehrten Polizeischutz ihrer Moscheen ansuchen und auch MuslimInnen und als muslimisch gelesene Personen sehen sich seither einem Anstieg an Anfeindungen auf offener Straße und im Internet ausgesetzt.

„Die halbherzigen Versuche der Verantwortlichen, sich von einer Instrumentalisierung durch Rechtsextreme zu distanzieren, wirken vor diesem Hintergrund mehr als scheinheilig. Die HerausgeberInnen halten verbissen an einem Projekt fest, dessen Auswirkungen nicht nur zu erwarten gewesen, sondern mittlerweile täglich zu beobachten sind und setzen damit Gotteshäuser einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft und ihre AnhängerInnen wissentlich einer Gefahr aus“, zeigt sich Vural besorgt.

Die IGGÖ hat bereits am 3. Juni 2021 eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht und ihre Einrichtungen dabei unterstützt, von ihrem Recht auf Beschwerde bei der Datenschutzbehörde Gebrauch zu machen, um die Löschung ihrer Daten zu erwirken. Präsident Vural fordert heute indes einmal mehr die dauerhafte Deaktivierung der Webseite: „Diese Politik der Spaltung muss ein Ende haben – es reicht!“

Aktualisierung der Schutzmaßnahmen ab 10.6.2021

Aktualisierung der COVID-19-Schutzmaßnahmen ab 10.6.2021

m Hinblick auf die geänderten Rahmenbedingungen und die neue COVID-19-Öffnungsverordnung, die ab 10.6. in Kraft tritt, ergeben sich auch für die Abhaltung von Gottesdiensten erneute Erleichterungen.

So ist nunmehr ein Personen-Mindestabstand von 1 Meter statt bisher 2 Metern vorgesehen. Weiters entfällt für das Gebet im Freien die bisherige Maskenpflicht (§ 13 Abs. 6 neu).

Ab morgen gelten daher österreichweit in allen Moscheen folgende Schutzmaßnahmen:

  • Verringerter Sicherheitsabstand von 1m
  • Verpflichtendes und durchgehendes Tragen einer FFP2-Maske im Innenraum
  • Beim Gebet im Freien kann auf das Tragen einer Schutzmaske verzichtet werden
  • Mitnahme eines eigenen Gebetsteppichs
  • Verzicht auf Händeschütteln und Umarmungen
  • Bereitstellung von Händedesinfektionsmittel und regelmäßige
  • Desinfektion häufig genutzter Flächen
  • Menschenansammlungen vor und im Gebäude sind zu vermeiden
  • Regelmäßige Testung des Moscheepersonals empfohlen
  • Personen mit Krankheitssymptomen ist der Besuch untersagt
  • Angehörigen von Risikogruppen wird empfohlen, die Moschee zu meiden

Wir danken für Ihr Verständnis und die gute Zusammenarbeit!

Ethische Dimensionen des islamischen Religionsunterrichts

Ethische Dimensionen des islamischen Religionsunterrichts

Mit der Einführung des Ethikunterrichts rücken auch die Leistungen des Religionsunterrichts in den Fokus. Was kann guter Religionsunterricht bewirken, um junge Menschen aufs Leben vorzubereiten und dabei zu stärken?

Das Schulamt der IGGÖ hat dazu die ethischen Dimensionen des Islamischen Religionsunterrichts der höheren Schulklassen herausgearbeitet. Bei einer Pressekonferenz am 7. Juni wurde eine gemeinsame Erklärung zu Religions- und Ethikunterricht des BMBWF und Vertreter*innen der Kirchen und Religionsgesellschaften präsentiert. Dabei war Gelegenheit, die Thematik aus muslimischer Perspektive darzustellen:

„Im RU stehen die Schüler*innen mit ihren aus ihrer Lebenswirklichkeit resultierenden Fragen im Mittelpunkt. Guter Religionsunterricht trägt zu in den Zielbestimmungen österreichischer Schule festgehaltenen Werten bei – Offenheit, Dialogfähigkeit, Pluralitätsfähigkeit. So präsent wie „Islam“ im öffentlichen Diskurs ist, bringt das vor allem das Bedürfnis mit sich, für sich selbst Klarheit zu gewinnen. Denn Außensicht und Innenwahrnehmung klaffen auseinander. Da geht es auch um Identität. In einer Kultur offenen, dialogischen Austausches entsteht Bewusstsein für Vielfalt, auch innere Vielfalt. Und dass es zusammengeht, sich gleichzeitig als muslimisch wahrzunehmen und zu Werten wie Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Grund- und Freiheitsrechten zu stehen.“ (Präsident Ümit Vural)

„Meiner Meinung nach bringt der Ethikunterricht natürlich viele Vorteile mit sich, aber meiner jüngeren Schwester würde ich den islamischen Religionsunterricht mehr empfehlen. Denn gerade für junge Musliminnen entstehen viele Fragen im Alltag, besonders weil auf der einen Seite Islam ein Thema ist, das in den Medien sehr präsent ist und auf der anderen Seite das weibliche Geschlecht es allgemein schwieriger hat, besonders wenn man ein Kopftuch trägt. Ich habe im Religionsunterricht immer die andere Seite meiner Religion, die durch die Medien oft nicht repräsentiert wird, gelernt z.B. wie wichtig und respektiert Frauen sind, deshalb würde ich’s super finden, wenn die jungen Menschen weiterhin eine Möglichkeit haben, ihre Religion besser kennenzulernen und darauf vorbereitet sind, in der Zukunft Missverständnisse klarzustellen.  Natürlich würden viele Themen sich gut dafür eignen, in einer gemischten Gruppe diskutiert zu werden z.B. könnten Ethiklehrer und Religionslehrer gemeinsame Stunden vorbereiten. Das wäre sowohl interessant als auch lehrreich.“ (Maryam Rachidi, maturierte gerade am BORG 3 in Wien)

Offener Brief an Bundesministerin Raab

Offener Brief an Bundesministerin Raab
Kultusgemeinden der IGGÖ: Die „Islamlandkarte“ gefährdet die Sicherheit unserer Einrichtungen und Mitglieder!

An

MMag.a Dr.in Susanne Raab
Bundesministerin für Frauen, Integration, Familie und Jugend im Bundeskanzleramt

Österreichischen Fonds zur Dokumentation von religiös motiviertem politischen Extremismus (Dokumentationstelle Politischer Islam)

Institut für islamisch-theologische Studien
Universität Wien

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir, die Kultusgemeinden der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, fordern Sie auf, unverzüglich die Veranlassung der Offline-Stellung der von Ihnen vergangene Woche präsentierten „Islamlandkarte“ zu veranlassen.

In Österreich gewährleistet die Säkularität der Rechtsordnung, die weltanschauliche Neutralität des Staates und das Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionen die prinzipielle rechtliche Gleichstellung religionsverschiedener BürgerInnen. Wie auch alle anderen staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sind unsere Einrichtungen seit Jahrzehnten um die bundesweite Sicherung der freien und öffentlichen Ausübung der religiösen Bedürfnisse unserer Mitglieder bemüht und setzen uns für ihre positive und solidarische Verankerung in unserer demokratischen Gesellschaftsordnung ein.

Die muslimische Lebensweise ist keineswegs der individuellen Identifikation als integrierter Teil der österreichischen Gesellschaft entgegengesetzt. Um diese Anerkennung zu festigen, muss der Dialog der politischen VerantwortungsträgerInnen mit den muslimischen InteressensvertreterInnen jedoch gepflegt und die Förderung verstärkter Teilhabe von MuslimInnen am gesellschaftlichen Leben unterstützt werden.

Leider müssen wir aktuell miterleben, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Die von Ihnen geführte öffentliche Debatte stilisiert den Islam und die österreichische Gesellschaft zu Gegenpolen und stigmatisiert pauschal alle MuslimInnen und ihre Einrichtungen als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft und demokratische Rechtsordnung. Die veröffentlichte „Islamlandkarte“ nährt diese Verdachtskultur und schürt Misstrauen und Angst, statt für Transparenz und Aufklärung zu sorgen. In keinem Fall jedoch stellt sie ein wirksames Mittel zur Bekämpfung extremistischer Ideologien und Gruppierungen dar.

Wären Sie an einem ehrlichen Dialog interessiert, hätten Sie sich zumindest die Mühe machen müssen, im Vorfeld Ihrer Präsentation an die Islamische Glaubensgemeinschaft und unsere Kultusgemeinden heranzutreten, um etwaige Missverständnisse auszuräumen. Diese Chance ist nun leider vertan.

Wir schließen uns daher der Forderung des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Mag. Ümit Vural an: Nehmen Sie das Projekt vom Netz und riskieren Sie nicht weiter die Sicherheit unserer Einrichtungen und ihrer Mitglieder!

IGGÖ ad Islamlandkarte: Attacken gegen Moscheen – Landkarte muss unverzüglich offline gestellt werden!

IGGÖ ad Islamlandkarte: Attacken gegen Moscheen – Landkarte muss unverzüglich offline gestellt werden!

Seit spätestens gestern Abend sind die zu erwarten gewesenen Auswirkungen der von Bundesministerin Raab und der „Dokumentationsstelle für den Politischen Islam“ herausgegebenen „Islamlandkarte“ nicht mehr zu negieren:

Nachdem bereits in den vergangenen Tagen ein Anstieg islamfeindlicher Attacken auf Privatpersonen konstatiert werden konnten, mehren sich nun auch direkte Angriffe auf islamische Gotteshäuser. So haben rechtsextreme Gruppierungen Moscheen in Wien mit Schildern versehen, auf denen mit direktem Verweis auf die “Islamlandkarte“ vor eben diesen Einrichtungen gewarnt wird.

IGGÖ-Präsident Vural wiederholt heute erneut seine Forderung an die Politik: „Muslimische Einrichtungen befinden sich aufgrund der pauschalen Verurteilung und dem Schüren von Misstrauen in akuter Gefahr. Ich rufe die politischen Verantwortungsträgerinnen energisch dazu auf, diesem unwürdigen Kapitel der Islampolitik unverzüglich ein Ende zu setzen und ihrer Verantwortung für den Schutz der österreichischen Bürgerinnen und Bürger nachzukommen!“

„Moscheen sind Stätten des Gebets und der Andacht. Die Veröffentlichung ihrer Daten im Kontext der Arbeit der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ schafft keine Transparenz und stellt definitiv keinen Service für Musliminnen und Muslime dar – im Gegenteil: sie schürt Hass und fördert die Politik der Ausgrenzung. Als Islamische Glaubensgemeinschaft haben wir bereits Kontakt mit den Sicherheitsbehörden aufgenommen und diese um Schutz für unsere Einrichtungen angesucht“, so Vural abschließend.

IGGÖ ad „Dokumentationsstelle Politischer Islam“: Verknüpfung mit „Islamlandkarte“ bedenklich!

IGGÖ ad „Dokumentationsstelle Politischer Islam“: Verknüpfung mit „Islamlandkarte“ bedenklich!

Nach dem vor Kurzem beschlossenen Anti-Terror-Paket zeugt die heute medienwirksam präsentierte „Islamlandkarte“ der Universität Wien gemeinsam mit VertreterInnen der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ und Integrationsministerin Susanne Raab erneut von der evidenten Absicht der Bundesregierung, pauschal alle in Österreich lebenden MuslimInnen als potenzielle Gefahr für die Gesellschaft und demokratische Rechtsordnung im Land zu stigmatisieren.

„Die seit Gründung der Dokumentationsstelle bestehende Befürchtung der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich einer politischen Einflussnahme und Instrumentalisierung der Wissenschaft hat sich heute bestätigt.“, erklärt IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

Die als Durchbruch unterbreitete „Islamlandkarte“ ist ein seit 2012 bestehendes Projekt, in das die IGGÖ zu keinem Zeitpunkt eingebunden war. Die sich aktuell darauf befindlichen Information sind teilweise stark veraltet und unrichtig. Fatalerweise wurden auch die vom Projektleiter wohl mit dem Ziel der Legitimation eingeholten Stellungnahmen der aufgelisteten Kultusgemeinden der IGGÖ nicht berücksichtigt oder eingearbeitet. Eine tatsächliche Dialogbereitschaft darf daher angezweifelt werden.

Auch bei der Erstellung der drei Grundlagenpapiere der „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ fand keinerlei Austausch mit der IGGÖ statt. Die Dossiers wurden ihr lediglich eine Stunde vor der Pressekonferenz übermittelt. Zu einer heutigen Podiumsdiskussion wurde die IGGÖ zwar eingeladen, ein Raum für einen eigenen Redebeitrag wird ihr dabei jedoch nicht eingeräumt.

„Das ist nicht mein Verständnis von Dialogbereitschaft und Austausch auf Augenhöhe. Die seit der Novellierung des Islamgesetzes im Jahr 2015 innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft angestoßenen Reformprozesse werden von den politischen AkteurInnen konsequent negiert. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, inwiefern diese Art der Politik zu einer Versachlichung der Debatte oder auch zur Förderung der sozialen Kohäsion beitragen soll. Das vermeintliche Ziel, MuslimInnen dabei zu unterstützen, als Teil der österreichischen Gesellschaft wahrgenommen zu werden, wird durch das Projekt vollkommen konterkariert.“, so Vural.

Tatsächlich befeuert die Kampagne nicht nur den kontinuierlich wachsenden Rassismus gegenüber MuslimInnen und als muslimisch gelesene Menschen, sondern setzt muslimische BürgerInnen einem massiven Sicherheitsrisiko aus. In den vergangenen Stunden haben sich zahlreiche besorgte FunktionärInnen, Vereinsvorstände, aber auch einfache Mitglieder der unterschiedlichen muslimischen Communities an die IGGÖ gewandt, deren Namen auf der „Islamlandkarte“ aufscheinen.

IGGÖ ad Anti-Terror-Paket: Irritation über den Alleingang der Bundesregierung

IGGÖ ad Anti-Terror-Paket: Irritation über den Alleingang der Bundesregierung

Mit Bedauern und auch mit Sorge nimmt die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) das gestern präsentierte Ergebnis der Regierungsverhandlungen bezüglich des Anti-Terror-Pakets zur Kenntnis. Dieses definiert einen neuen Straftatbestand für „religiös motivierten Extremismus“, der aber explizit auf den sogenannten „Politischen Islam“ abzielt. Es ist aber insgesamt die gegenständliche Novellierung des Islamgesetzes im Kontext eines Terroranschlags, die die ablehnende Haltung der politischen VerantwortungsträgerInnen gegenüber der muslimischen Bevölkerung in Österreich unübersehbar zu Tage legt.

Schon während der parlamentarischen Begutachtungsphase konstatierten bereits anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften, internationale Organisationen wie die OSCE und Amnesty International sowie eine Vielzahl namhafter JuristInnen, auch der Rechtsanwaltskammertag und nicht zuletzt sogar das Bundesministerium für Justiz selbst, dass im vorgelegten Gesetzestextentwurf zum Islamgesetz eindeutig eine Schlechterstellung im Vergleich zu anderen religionsrechtlichen Spezialgesetzen sowie gravierende Eingriffe in das Grundrecht auf Religionsfreiheit und in die inneren Angelegenheiten der IGGÖ vorliegen. Die Bundesregierung jedoch scheint diesen kritischen Stellungnahmen trotz der ausgewiesenen Expertise ihrer VerfasserInnen keine Beachtung schenken zu wollen. Der Gesetzestext soll der Plenarsitzung des Nationalrates schon demnächst – ohne nennenswerte Veränderungen zum Erstentwurf – zur Abstimmung vorgelegt werden.

„Die angedachten Verschärfungen im Islamgesetz stigmatisieren und kriminalisieren pauschal alle in Österreich lebenden Musliminnen und Muslime. Sie zielen aus Sicht der IGGÖ zweifelsfrei auf eine Kontrolle der gesamten muslimischen Community in Österreich ab. Der Gesetzesentwurf wird von uns daher auch weiterhin explizit als diskriminierend abgelehnt“, hält IGGÖ-Präsident Ümit Vural fest.

Das Angebot der IGGÖ, unterschiedliche Rechtsmeinungen sowie die Erfahrungswerte bezüglich der Herausforderungen bei der Implementierung des Islamgesetzes von 2015 im Rahmen einer gemeinsamen Fachkonferenz mit unabhängigen FachexpertInnen zur Diskussion zu stellen, wurde vom zuständigen Ministerium rundweg abgelehnt. Präsident Vural kritisiert die gesamte Vorgehensweise des Novellierungsprozesses aufs Entschiedenste: „Es ist sehr irritierend, unerklärlich und bedauerlich, dass das zuständige Ministerium auf unser Angebot nicht eingehen wollte. Wenn man schon die Glaubensgemeinschaft nicht in die Novellierung ihres eigenen Gesetzes miteinbeziehen möchte, hätte man offene Fragen zumindest von unabhängigen ExpertInnen klären lassen können, um eine sinnvolle Verbesserung des Islamgesetzes zu erwirken.“

Sollte das Islamgesetz nun tatsächlich in der vorliegenden Form verabschiedet werden, hält Vural rechtliche Schritte für nicht ausgeschlossen. „Mir wäre es wirklich lieber, wenn nicht jede, unsere Glaubensgemeinschaft betreffende Regierungsentscheidung zuletzt vor Gericht geklärt werden müsste. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die politischen VerantwortungsträgerInnen doch einsehen, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit der IGGÖ für alle Beteiligten zielführender wäre und auf lange Frist – gerade was den Kampf gegen den Extremismus betrifft – unerlässlich ist.“, so der IGGÖ-Präsident abschließend.

IGGÖ ad Moscheeschließung: Schiedsgericht ortet mangelnde Begründung durch die Behörden – Rechtspersönlichkeit ist wiederherzustellen

IGGÖ ad Moscheeschließung: Schiedsgericht ortet mangelnde Begründung durch die Behörden – Rechtspersönlichkeit ist wiederherzustellen

Nach dem Terroranschlag vom 2. November 2020 hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) einer ihrer Moscheegemeinden vorsichtshalber die Rechtspersönlichkeit entzogen, nachdem die Behörden ihr gegenüber behauptet hatten, von der Gemeinde ginge im direkten Zusammenhang mit dem Anschlag akute Gefahr aus.

Das interne Schiedsgericht der IGGÖ hat nun jedoch nach sorgfältiger Prüfung des Falles festgestellt, dass die Behörden für diese Vorwürfe keine Beweise vorbringen können und daher den Beschluss der IGGÖ vom 6. November 2020 aufgehoben. Die Rechtspersönlichkeit der Moscheegemeinde ist folglich wiederherzustellen, um dieser die Wiederaufnahme von Kultushandlungen zu ermöglichen.

„Wie sich nun herausstellte, kann die an uns herangetragene Behauptung der Gefahr in Verzug nicht belegt werden. Genau diese Behauptung war es indes, aufgrund derer wir uns als Glaubensgemeinschaft zu einer zügigen Handlung zum Schutz der Gesellschaft und der Gemeinde gezwungen sahen. Die Schließung eines Gotteshauses muss in einem Rechtsstaat aber sachlich belegt sein und darf auf keinen Fall willkürlich erfolgen. Reine Beschuldigungen reichen ohne Beweise nicht aus.“, kommentiert IGGÖ-Präsident Ümit Vural die Entscheidung des Schiedsgerichts.

Nichtsdestotrotz sieht Vural Handlungsbedarf, was die betroffene Moscheegemeinde angeht: „Wir müssen uns als Gemeinschaft die Frage gefallen lassen, wie die Moschee überhaupt in den Verdacht der Behörden kommen konnte. Daher freut es mich, dass der Vorstand sich dazu bereiterklärt hat, unser erweitertes Betreuungsangebot in Anspruch zu nehmen, um eine transparentere Gemeindearbeit aufzubauen.“, so Vural abschließend.

IGGÖ ad Ramadan: Neue Kraft für die letzte Phase der Coronapandemie schöpfen

IGGÖ ad Ramadan: Neue Kraft für die letzte Phase der Coronapandemie schöpfen

Wien (OTS/IGGÖ) – Im Schatten der Coronapandemie begeht die muslimische Gemeinschaft weltweit am Dienstag, den 13. April 2021 den ersten Fastentag des diesjährigen islamischen Monats Ramadan. Laut GesundheitsexpertInnen deutet auch weiter nichts darauf hin, dass das Fasten das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus erhöhen könnte. Geistig und körperlich gesunde Menschen, die die religiöse Reife erreicht haben, können daher auch dieses Jahr wie gewohnt fasten. Für viele Gruppen wird das Fasten unabhängig von der Coronapandemie jedoch als nicht obligatorisch angesehen, beispielsweise unter Kindern, Personen mit körperlichen oder intellektuellen Einschränkungen, chronisch Kranken und Hochbetagten.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat bereits im März des vergangenen Jahres ein ausführliches Sicherheits- und Hygienekonzept für ihre rund 350 Moscheen österreichweit ausgearbeitet und regelmäßig überarbeitet. Die Bildung von Corona-Clustern in Moscheen konnte so bislang vermieden werden. Der aktuelle Leitfaden „Sicher durch den Ramadan“ sieht unter anderem das konsequente Einhalten von Sicherheitsabständen, das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske und der Verwendung eigener Gebetsteppiche sowie die regelmäßige Testung des Moscheepersonals vor. Einrichtungen indes, die die Einhaltung der strengen Präventionsmaßnahmen nicht gewährleisten können, wird dringend empfohlen, ihre Tore geschlossen zu halten.

„Der Schutz und die Gesundheit unserer Mitmenschen haben für uns weiterhin absolute Priorität. Den Fastenmonat Ramadan begehen wir daher unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen, schließlich liegt es auch im Interesse unserer Glaubensgemeinschaft, dass in unseren Gotteshäusern keine Ansteckungen stattfinden. Auf die Freude des gemeinschaftlichen Fastenbrechens in den Moscheen müssen wir in diesem Jahr folglich leider verzichten“, zeigt sich IGGÖ-Präsident Ümit Vural betroffen.

Wie lange die Maßnahmen Gültigkeit haben werden und ob die Verrichtung öffentlicher Gottesdienste bis zum Ende des Ramadans möglich sein wird, hängt maßgeblich von den Beschlüssen der Bundesregierung, den Empfehlungen der GesundheitsexpertInnen sowie der Beratung mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften ab.

Ein besonderes Anliegen der IGGÖ ist die Förderung der Impfbereitschaft der muslimischen Community, innerhalb derer kontroverse Debatten, was die Sicherheit und die Inhaltsstoffe der Corona-Schutzimpfung betrifft, geführt werden. „Der sicherste und effektivste Weg, sich selbst, unsere Mitmenschen und vor allem die am meisten gefährdeten Personen vor dem Coronavirus zu schützen, ist die Inanspruchnahme einer Schutzimpfung. Ich selbst werde mich daher aus einer solidarischen Haltung der Gesellschaft gegenüber jedenfalls impfen lassen“, betont Vural. Der theologische Beratungsrat der IGGÖ hat die Empfehlung, sich impfen zu lassen, bereits vor einigen Wochen ausgesprochen und hält nun auch ausdrücklich fest, dass der Erhalt einer Corona-Schutzimpfung das Fasten im Ramadan nicht bricht.

„Wir befinden uns in der hoffentlich letzten Phase einer kollektiven Anstrengung zur Bekämpfung der Coronapandemie in Österreich. Für alle Musliminnen und Muslime, die den Ramadan begehen, gilt es nun, aus dieser gesegneten Zeit im engsten familiären Kreis neue Kraft für die letzten Meter zu schöpfen. Im Namen unserer Glaubensgemeinschaft wünsche ich einen gesegneten Ramadan und all unseren Mitmenschen Gesundheit und Geduld für die kommenden Wochen“, so Vural abschließend.

Menschen, die mit den Auswirkungen der Coronakrise zu kämpfen haben und seelischen oder familiären Problemen gegenüberstehen, bietet die IGGÖ durch ihre psycho-soziale Beratungsstelle sowie der während der Pandemie neu eingerichteten Telefonseelsorge befähigte und verschwiegene GesprächspartnerInnen an, die ihnen bei der Bewältigung von Problemen beistehen und ihre Anonymität achten.