IGGÖ nach Fachtagung: Ausgestaltung des Zusammenlebens nur im partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Staat und Religionen möglich

IGGÖ nach Fachtagung: Ausgestaltung des Zusammenlebens nur im partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Staat und Religionen möglich

Mit ihrer Fachtagung zum Thema „Islamgesetz 2015 – Ein Best Practice Modell?“ hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) am 21. November 2022 einen Rahmen für offene Diskussionen unterschiedlicher Expert*innen zur inadäquaten Zusammenfassung zweier Religionsgesellschaften in einem einzigen Religionsgesetz, zu im Raum stehenden Eingriffen in das Grundrecht auf Religions- und Vereinigungsfreiheit und die inneren Angelegenheiten der IGGÖ sowie ihre Schlechterstellung gegenüber anderen Kirchen und Religionsgesellschaften geschaffen.

Die Debatte zur Änderung des Islamgesetzes 2015 und dessen Novellierung 2021 wurde von kritischen Stimmen innerhalb und außerhalb der muslimischen Gemeinschaft begleitet. So wies etwa Stefan Schima von der Universität Wien darauf hin, dass das Islamgesetz Regelungen und Verwaltungsstrafbestimmungen enthält, die durchaus singulär in der religionsrechtlichen Landschaft Österreichs sind.

IGGÖ-Präsident Ümit Vural betonte in seiner Ansprache bestehende Herausforderungen nicht in Abrede stellen zu wollen. Es ginge aber darum, adäquate Maßnahmen konstruktiv auf partnerschaftlicher Basis zu formulieren, „im bewährten Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionen, auf das wir in Österreich sonst so stolz blicken.“

Einen Paradigmenwechsel im staatlichen Umgang mit Religionen und den von Misstrauen gekennzeichneten Grundton im Islamgesetz konstatierte auch der Evangelische Bischof Michael Chalupka. Alarmierend sei vor allem die inadäquate Einbindung der IGGÖ in den Novellierungsprozess für grundsätzlich alle Religionsgemeinschaften im Land: Aus der Abschaffung des Karfreitags als Feiertag wisse die Evangelische Kirche, „dass Einbeziehung nicht immer Dialog heißt und schon gar nicht Einigung“, so Chalupka.

Eine Expert*innenkommission soll nun innerhalb eines Jahres die Ergebnisse aus der Fachtagung aufarbeiten und der Bundesregierung konkrete Verbesserungsvorschläge präsentieren. Die Inhalte der Fachtagung werden zudem in einer Publikation veröffentlicht.

„Unsere beständige Aufgabe als Glaubensgemeinschaft ist es sicherzustellen, dass Muslim*innen in Österreich ihre Religion entsprechend der verfassungsgesetzlich gewährleisteten Religionsfreiheit praktizieren können,“ so Vural. Um ihren gesetzlichen Auftrag adäquat ausführen und eine Unabhängigkeit vom Ausland garantieren zu können, müsse die IGGÖ jedenfalls mehr Unterstützung vom Staat erfahren, ergänzte Murat Özdemir, Mitglied im Obersten Rat.

Tag der offenen Moschee 2022

Tag der offenen Moschee 2022
Sonntag, 23. Oktober 2022

Am Sonntag, den 23. Oktober 2022 fand nach einer langen coronabedingten Pause österreichweit der „Tag der offenen Moschee“ statt.

Mit dieser Veranstaltung möchte die Islamische Glaubensgemeinschaft die Vielfalt des muslimischen Lebens in Österreich aufzeigen und einen Raum für Begegnungen und persönliche Gespräche schaffen. Genauso vielfältig wie unsere Mitglieder sind nämlich auch unsere Moscheen, die sich in den vergangenen Jahren von kaum wahrnehmbaren Gebetshäusern zu öffentlich zugänglichen, sichtbaren und würdigen Gebetsstätten in unterschiedlichen architektonischen Formen entwickelt haben und immer mehr in ihrem sozialen Gemeinwesen verankert sind. Wir hoffen, dass wir durch diesen Aktionstag den Wunsch nach Öffnung und Teilhabe am öffentlichen Leben mit unseren Gästen teilen konnten!

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen, Nachbar*innnen, Vertreter*innen der Kirchen und Religionsgemeinschaften, Abgeordneten zum Nationalrat, den Landtagen und Gemeinderäten für den Besuch, das große Interesse und die persönlichen Gespräche bedanken!

Einen großen Dank auch an unsere Bundesländervertretungen, die Islamischen Religionsgemeinden, den Funktionär*innen aller teilnehmenden Kultusgemeinden und der Moscheegemeinden für ihr großes Engagement und den Willen, diesen Tag zu einem ganz besonderen zu machen!

AVISO: IGGÖ veranstaltet Tag der offenen Moschee

AVISO: IGGÖ veranstaltet Tag der offenen Moschee

Über 700.000 Muslim*innen leben aktuell in Österreich. Trotz des gewachsenen Interesses, das Politik, Gesellschaft und Medien ihnen entgegenbringen, werden sie immer noch sehr stark als homogene Gruppe gesehen. Dabei sind die muslimischen Communities von einer enormen inneren Vielfalt geprägt.

Die Moscheen der IGGÖ haben sich in den vergangenen Jahren von kaum wahrnehmbaren Gebetshäusern zu sichtbaren Moscheen in unterschiedlichen architektonischen Formen entwickelt, die als Orte der Andacht, des Gebets und des religiösen Studiums mittlerweile einen wesentlichen Teil der religiösen Infrastruktur in Österreich bilden. Gleichzeitig erfahren sie als soziale Knotenpunkte durch eine schrittweise Öffnung eine vermehrte Verankerung innerhalb eines sozialen Gemeinwesens, ihres Stadtteils oder Grätzels.

Um einen nachhaltigen Dialog mit der Öffentlichkeit zu fördern und die Vielfalt des muslimischen Lebens in Österreich zu veranschaulichen, öffnen die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) und ihre Einrichtungen am Sonntag, den 23. Oktober 2022 als „Tag der offenen Moschee“ ihre Türen einem interessierten Publikum.
„Als Islamische Glaubensgemeinschaft möchten wir unsere Moscheen bei der Öffnung nach außen unterstützen. Der Abbau nachbarschaftlicher Barrieren durch persönliche Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Religionen, Kulturen, Weltanschauungen und ethnischer Herkunft und die Förderung einer Neugier für andere Traditionen und Kulturen trägt zu einer Stärkung des sozialen Zusammenhalts und des Wir-Gefühls in der Gesellschaft entschieden bei. Viele unserer Moscheen leisten in diesem Bereich bereits hervorragende Arbeit und können in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion übernehmen,“ erläutert IGGÖ-Präsident Ümit Vural die Idee hinter der Wiederaufnahme dieses Aktionstages nach einer mehrjährigen coronabedingten Pause.

Liste der teilnehmenden Moscheen

IGGÖ ad Religionsfreiheit: Sicherheit religiöser Stätten und Gemeinschaften stärken

IGGÖ ad Religionsfreiheit: Sicherheit religiöser Stätten und Gemeinschaften stärken

Als Reaktion auf die vermehrten Angriffe auf religiöse Stätten in Österreich fanden vergangene Woche im Rahmen des von der Europäischen Kommission finanzierte Projekts “Strengthening the security and resilience of at-risk religious sites and communities” (SOAR) Schulungen und Workshops für Funktionär*innen der IGGÖ und ihrer Moscheen statt, die den Teilnehmer*innen Kenntnisse in Bereichen wie Raumplanung, kommunale Sicherheit, Resilienzaufbau und Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden vermitteln und sie darin schulen sollten, auf Sicherheitsbedrohungen adäquat zu reagieren.

„Die Moscheen unserer Glaubensgemeinschaft entwickeln sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt von kaum wahrnehmbaren Gebetshäusern zu öffentlich zugänglichen, sichtbaren und würdigen Gebäuden, die sich vermehrt durch ihre vielfältigen sozialen Angebote, interkulturelle und interreligiöse Zusammentreffen und die Kontaktsuche zur Nachbarschaft auszeichnen. Das ist eine sehr positive Entwicklung. Gleichzeitig steigt mit der Sichtbarkeit aber auch die Gefahr von Angriffen auf eben diese Gemeinden“, erläuterte IGGÖ-Präsident Ümit Vural den Hintergrund des Projekts, das die IGGÖ in Kooperation mit der Organisation Enhancing Faith Institutions durchführt.

„Mit diesem Projekt geben die Initiator*innen von SOAR und die Europäischen Kommission ein klares Bekenntnis zur Achtung der Würde der Gotteshäuser aller Religionen und den Schutz religiöser Gemeinschaften sowie deren Grundrecht der freien Religionsausübung ab. Ein Bekenntnis, dass ich von politischen Verantwortungsträger*innen in Österreich auch erwarten würde. Dabei stellt jeder Angriff auf ein Gotteshaus, gleich welcher Kirche und Religionsgemeinschaft, letztlich eine Gefährdung des friedlichen Zusammenlebens in unserer gemeinsamen Heimat dar“, so Vural abschließend.

Wahlaufruf zur Bundespräsidentenwahl 2022

Wahlaufruf zur Bundespräsidentenwahl 2022

Diesen Sonntag, den 9. Oktober 2022 findet die österreichische Bundespräsidentenwahl statt.

Nutzen Sie Ihr Wahlrecht gegen menschenfeindliche und diskriminierende Politik, übernehmen Sie Verantwortung und denken Sie dabei vor allem an die jungen Generationen und ihre Zukunft!

Viele Bürger*innen sind aufgrund hoher Einbürgerungshürden weiterhin von der Wahl ausgeschlossen und das obwohl sie schon seit Langem in Österreich wohnen oder sogar hier geboren sind. Als Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich fordern wir daher von den politischen Verantwortungsträger*innen einen aktiven Einsatz für den Aufbau einer gerechten und inklusiven Gesellschaft, in dem sie Bürger*innen eine aktive Teilhabe und Einflussnahme auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen in dem Land, in dem sie leben ermöglichen.

Die Wahllokale haben am Wahltag idR von 7 bis längstens 17 Uhr geöffnet.
Vergessen Sie nicht, Ihren Identitätsnachweis mitzuführen!

IGGÖ ad Empowerment: Aktionswoche widmet sich Förderung der Chancengleichheit und Gestaltungsmacht muslimischer Frauen

IGGÖ ad Empowerment: Aktionswoche widmet sich Förderung der Chancengleichheit und Gestaltungsmacht muslimischer Frauen

Wien (OTS/IGGÖ) – Mit der Aktionswoche „Creating Spaces – Entfaltungsräume für muslimische Mädchen und Frauen” leistet das vor einem halben Jahr gegründete Referat für Gleichbehandlung und Frauenförderung der IGGÖ einen bedeutenden Beitrag zur Auseinandersetzung mit Geschlechterungerechtigkeiten sowohl auf gesamtgesellschaftlicher Ebene als auch innerhalb der muslimischen Gemeinschaft.

Ausgangslage für die Gestaltung der Aktionswoche war das Videoprojekt „Aber wir wollen!“, in dem muslimische Frauen unterschiedlicher Communities und Backgrounds ihre Erfahrungen mit Einschränkungen innerhalb ihres persönlichen Erlebnis- und Entfaltungsraumes durch tradierte Geschlechter- und Familienhierarchien sowie rigider Vorstellungen bezüglich sozialer Verhaltensweisen und Rollenmuster mitteilen.

Im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion werden die im Video beschriebenen gesellschaftlichen Be- und Verhinderungen, die den Frauen widerfahren, mit der islamischen Theologin Canan Bayram, der Sozialpädagogin Eşim Karakuyu und der Journalistin Nour Khelifi reflektiert und mögliche alternative Handlungsmuster aufgezeigt.

„Mit der diesjährigen Aktionswoche setzen wir einen wesentlichen Anstoß, Mädchen und Frauen innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft langfristig wirkliche Chancengleichheit und Gestaltungsmacht einzuräumen. Mein Anspruch an die IGGÖ unter meiner Leitung ist deren Entwicklung hin zu einer Institution, die von gleichwertiger Beteiligung und Sichtbarkeit von Frauen und Männern in allen Bereichen geprägt ist“, so IGGÖ-Präsident Ümit Vural zum Auftakt der Aktionswoche.

Die IGGÖ erwartet sich von der Aktionswoche Erkenntnisse, die zur Formulierung eines Leitfadens für die Schaffung eines Angebots mädchen- und frauenspezifischer Projekte des Referats für Gleichbehandlung und Frauenförderung und die Gemeinschaft Junger Muslim*innen führen.

Die Podiumsdiskussion findet am Dienstag, den 5. Oktober 2021 ab 18 Uhr im Bildungshaus der IGGÖ in der Herbststraße 6-10, 1160 Wien statt und wird live auf der Facebook-Seite der IGGÖ (@iggioe) übertragen.

Das detaillierte Rahmenprogramm zur Aktionswoche finden Sie auf der Webseite der IGGÖ.

IGGÖ ad Ukraine: Mufti aus der Ukraine auf Einladung der IGGÖ in Wien

IGGÖ ad Ukraine: Mufti aus der Ukraine auf Einladung der IGGÖ in Wien

Wien (OTS/IGGÖ) – Auf Einladung des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, ist der seit 2016 amtierende Mufti und Leiter der 2014 nach der Annexion der Krim durch Russland gegründete Geistlichen Verwaltung der Muslime der Krim, Sheikh Ayder Isa Rustemov, für einige Tage auf Besuch in Wien.

Seit März 2022 unterstützt die IGGÖ mit ihrer Hilfsorganisation KARIMA notleidende Menschen im Kriegsgebiet und in Österreich ankommende Geflüchtete. Beim Treffen mit Rustemov soll nun die Koordination für Hilfsmaßnahmen für die ukrainische muslimische Gemeinde und darüber hinaus bedürftige Communities besprochen werden.

IGGÖ ad Vandalismus: Angriffe auf Gotteshäuser müssen ernst genommen werden!

IGGÖ ad Vandalismus: Angriffe auf Gotteshäuser müssen ernst genommen werden!

Wien (OTS/IGGÖ) – In den vergangenen Wochen ist es vermehrt zu Angriffen auf Moscheen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) gekommen. Dabei handelt es sich um Akte von Vandalismus und Sachbeschädigung sowie die Anbringung von Droh- und Hassbotschaften mit zutiefst rassistischen, verhetzenden und zum Teil auch die nationalsozialistischen Verbrechen verherrlichenden Inhalten.

IGGÖ-Präsident Vural stellt klar, dass Moscheen keine Orte für die Austragung politischer Konflikte und Stimmungsmache, sondern Stätten der Begegnung, des gemeinschaftlichen Gebets und der Andacht sind und verurteilt jedwede Gefährdung des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und Religionen in unserem Land aufs Schärfste: „Der Umgang mit unseren Gotteshäusern erfüllt uns mit Sorge, Angst und Unmut. Ich fordere ein klares Bekenntnis der politischen Verantwortungsträger*innen zur Achtung der Würde von Gotteshäusern aller Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich, die Sicherstellung des notwendigen Schutzes und damit auch jene des verfassungsrechtlich garantierten Grundrechts der freien Ausübung religiöser Praxis.“

Jede einzelne Tat wurde zur Anzeige gebracht. „Ich bedanke mich bei den zuständigen Sicherheitsbehörden, die die Vorfälle ernstgenommen und Ermittlungen aufgenommen haben, sowie bei jenen Gemeindevorständen, die ihre Solidarität mit den betroffenen Gemeinden zum Ausdruck gebracht haben“, so Vural.

Die IGGÖ nimmt die Angriffe zum Anlass, die Tradition des „Tages der offenen Moschee“ noch diesen Herbst wiederaufzunehmen, um Begegnungsmöglichkeiten zwischen interessierten Mitbürger*innen und den muslimischen Gemeinden zu schaffen und zu einem in unserer pluralistischen Gesellschaft unverzichtbaren Austausch beizutragen.

Neuerlicher Vandalismusakt am Gelände der Seestadt Aspern

Neuerlicher Vandalismusakt am Gelände der Seestadt Aspern

Als Vertreter der acht Religionsgemeinschaften, die sich im Verein “Campus der Religionen” zusammengeschlossen haben, sind wir sehr betroffen über den neuerlichen Vandalismusakt am Gelände der Seestadt Aspern.
Eine derartige Schmähung und Herabwürdigung können und werden wir im Einklang mit den Verantwortlichen der Stadt Wien nicht dulden.

Wir halten daher fest:

  1. Wenn eine Religion unter uns angegriffen wird, sind alle angegriffen.
  2. Wir verurteilen jede Form von Antisemitismus – in Wort oder symbolisch gesetzter Tat.
  3. Wir treten füreinander ein und lassen uns durch solche Herabwürdigung einer religiösen Tradition nicht auseinanderdividieren.
  4. Gerade durch unsere Klarheit eines Miteinanders suchen wir einen sozialen Frieden für Österreich und für Wien, der über solche Geschehnisse hinausweist.

Trotz verstärkter Beobachtung ist es wieder zu einer Beschädigung einer Fahne am Baufeld in der Seestadt Aspern gekommen.  Da dies allerdings nicht unbeobachtet blieb und auf sozialen Medien Bilder entstanden sind, hoffen wir einerseits auf eine rechtmäßige Aufarbeitung.

Andererseits setzen wir auch auf das Gespräch mit den mutmaßlichen Verantwortlichen dieser Verletzung religiösen und sozialen Friedens in unserer österreichischen Gesellschaft. Wir wollen auch ihnen zeigen, dass wir jederzeit für eine Aussprache offen sind und bereit sind, ihnen die Hand zu reichen.

IGGÖ führt verpflichtenden Lehrgang für Halal-Ermächtigungen ein

IGGÖ führt verpflichtenden Lehrgang für Halal-Ermächtigungen ein

Wien (OTS/IGGÖ) – Vielen der über 700.000 österreichischen Muslim*innen ist die Verfügbarkeit von Halal-Lebensmittel, also jenen, die den islamischen Speisegeboten entsprechen, ein großes Anliegen. Ob Produzent*innen jedoch tatsächlich die vorgegebenen Qualitätsstandards erfüllen, war in der Vergangenheit nicht immer uneingeschränkt nachvollziehbar.

Gerade rund um das islamische Opferfest, das dieses Jahr am Samstag, den 9. Juli 2022 beginnt, gewinnt diese Frage jedoch an Bedeutung, gehen doch zu dieser Zeit bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) für gewöhnlich die Mehrzahl der Anträge auf sogenannte Halal-Ermächtigungen ein, deren Erwerb für Produzent*innen Voraussetzung für die Durchführung von Schächtungen nach islamischem Ritus ist.

„Als Religionsgemeinschaft müssen wir dafür Sorge tragen, dass alle Prozesse in der Produktion von Halal-Lebensmitteln tatsächlich den religiösen Bestimmungen sowie den gesetzlichen Regelungen in Österreich entsprechen. Deshalb setzen wir uns für eine deutliche Erhöhung der Standards für Halal-Produkte ein“, teilt IGGÖ-Präsident Ümit Vural mit.

Zu diesem Zweck hat die IGGÖ in den vergangenen Monaten im Austausch mit dem zuständigen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) und Tierschutzorganisationen intensiv an der Etablierung eines maßgeschneiderten Lehrgangs für Unternehmen und Personen, die bei der IGGÖ um eine Halal-Zertifizierung ihrer Produkte bzw. um eine Halal-Ermächtigung ansuchen, gearbeitet. Zu den Inhalten der Fortbildung zählen unter anderem islamisch-theologische Grundlagen und die Anforderungen an Halal-Lebensmittel, Erläuterungen zu den Abläufen des Zertifizierungsprozesses, die Vermittlung von Kenntnissen aus dem Bereich des Tierschutzgesetzes und der Tierhaltung sowie Grundlagen der Hygiene.

Diese Fortbildung wurde nun erstmals im Juni 2022 von Fachexpert*innen im Bildungshaus der IGGÖ angeboten. Eine positive Absolvierung gilt ab sofort als Voraussetzung für jede zukünftige Verleihung einer Halal-Ermächtigung oder Zertifizierung durch die IGGÖ und war daher auch verpflichtend für all jene, die um eine Genehmigung für Schächtungen anlässlich des diesjährigen Opferfestes angesucht haben. Verstöße gegen die im Lehrgang vermittelten Richtlinien führen ab sofort zu einem sofortigen Entzug der Berechtigung.

„Durch unsere neuen Zertifizierungsverfahren wollen wir nicht nur das Vertrauen der österreichischen Muslim*innen in die Halal-Konformität der von ihnen erworbenen Lebensmittel stärken, sondern nicht zuletzt auch die in der Bevölkerung zum Teil bestehenden Vorbehalte gegen bestimmte islamische Riten abbauen,“ so Vural abschließend.

IGGÖ veranstaltet Gedenkwoche für die Opfer des Genozids in Srebrenica

IGGÖ veranstaltet Gedenkwoche für die Opfer des Genozids in Srebrenica

Wien (OTS/IGGÖ) – Der Genozid an den bosnischen Muslim*innen in Srebrenica, der als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gilt, jährt sich in den kommenden Tagen zum 27. Mal.

Aus diesem traurigen Anlass veranstaltet die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) wie schon in den vergangenen Jahren eine Gedenkwoche für die Opfer und Hinterbliebenen dieses traurigen Höhepunktes des Bosnienkrieges.

Trotz deutlicher Hinweise auf ein bevorstehendes Massaker schritt die internationale Gemeinschaft im Juli 1995 nicht ein. Tausende Menschen wurden vor den Augen von Blauhelmsoldaten in einer Schutzzone der Vereinten Nationen ermordet. Diese Untätigkeit hat ein tiefsitzendes Trauma in der muslimischen Gemeinschaft hinterlassen, wie Džemal Šibljaković, Leiter der Sozialabteilung der IGGÖ anmerkt: „Viele unserer Mitglieder haben die schrecklichen Gräueltaten der Jugoslawienkriege selbst miterlebt und nicht nur Familienangehörige, sondern auch ihre Heimat verloren. Gleichzeitig ringen sie immer noch mit der Leugnung und Relativierung dieses Genozids und sind nun zurecht empört zu hören, es herrsche derzeit der erste Krieg auf europäischem Boden seit 1945.“

Indes begrüßt IGGÖ-Präsident Ümit Vural den Entschließungsantrag des österreichischen Nationalrates, der von der Bundesregierung ein Engagement für das Gedenken an Srebrenica einfordert: „Auch vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine ist eine aktive Friedenserziehung und die Schaffung einer Erinnerungskultur eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.“

Die öffentliche Veranstaltungsreihe der IGGÖ findet von 4. bis 11. Juli 2022 statt.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Um Anmeldung unter events@derislam.at wird gebeten.

Zum Veranstaltungsprogramm: https://www.derislam.at/srebrenica/

IGGÖ-Führung wird weiblicher: Präsident Vural begrüßt neues Mitglied im Obersten Rat

IGGÖ-Führung wird weiblicher: Präsident Vural begrüßt neues Mitglied im Obersten Rat

Wien (OTS/IGGÖ) – Für Präsident Vural ist die Stärkung der Frauen eine entscheidende Frage für die Zukunft der muslimischen Gemeinde. Daher geht die IGGÖ mutig voran und hinkt nicht mehr hinterher.

“Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unserer neuen Kollegin Mashaer Ali Hamad im Obersten Rat und darauf, dass sie mithelfen wird, den Musliminnen Stimme und Vorbild zu sein”, so Vural zur Wahl. Ein Teil des versprochenen Reformweges ist die systematische Stärkung der muslimischen Frauen in der IGGÖ. Damit entfaltet die IGGÖ auch eine Vorbildwirkung für die muslimischen Gemeinden in Österreich.

“Ich bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich auf die Arbeit im obersten Verwaltungsorgan der IGGÖ“, so Frau Ali Hamad zu ihrer Wahl.

Die Wahl Ali Hamad´s, die von der Arabischen Kultusgemeinde entsendet wird, ist auch ein klares Zeichen dafür, dass die Kultusgemeinde die Herausforderungen der Vergangenheit gemeistert hat und heute ein wichtiger Bestandteil des großen Ganzen ist.

Wir danken dem ehemaligen Mitglied des Obersten Rates Herrn Muhammed Al-Khoutani für seine Dienste und wünschen ihm alles Gute für seine weitere Zukunft.

IGGÖ ad Gemeindebildung: Erfolgreicher Abschluss des Lehrganges zum Thema Moscheepädagogik

IGGÖ ad Gemeindebildung: Erfolgreicher Abschluss des Lehrganges zum Thema Moscheepädagogik

Wien (OTS/IGGÖ) – Veränderungen im Islamgesetz 2015 stellen Moscheen und Einrichtungen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) vor neue rechtliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Die IGGÖ begegnet diesen Herausforderungen proaktiv und hat daher mit Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen einen Lehrgang konzipiert, welcher eigens auf die Bedürfnisse von Moscheegemeinden zugeschnitten ist.

Im Rahmen umfassender Professionalisierungsschritte wurde ein erster Lehrgang zum Thema Moscheepädagogik konzipiert. Dieser fand in Kooperation mit dem Islamischen Zentrum Wien statt und wurde vorige Woche im ersten Durchgang erfolgreich beendet.

„Der Lehrgang ‘Moscheepädagogik: Moschee im Wandel – zwischen Gottesdienst und Sozialraum’ zielt auf die Weiterbildung von Moscheefunktionär*innen ab (z.B. Vorstandsmitglieder, Imame, Vertreter*innen der Jugend- und Frauenabteilungen usw.). Unser Ziel ist, sie dabei zu unterstützen den alltäglichen Herausforderungen in ihren Einrichtungen gerecht zu werden und etwaige bürokratische Hürden erfolgreich zu bewältigen“, so Präsident Ümit Vural.

Die IGGÖ gratuliert allen Absolvent*innen des Lehrganges und arbeitet weiterhin daran, Gemeinden und Mitglieder mit wertvollen Fortbildungsmaßnahmen zu unterstützen.

IGGÖ ad Ramadanfest: Geist des Ramadan auch in Zukunft bewahren

IGGÖ ad Ramadanfest: Geist des Ramadan auch in Zukunft bewahren

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) blickt auf einen Monat der gelebten Solidarität sowie des innermuslimischen und interreligiösen Austauschs zurück. Lebendige Traditionen des Ramadans waren nach den coronabedingten Einschränkungen der vergangenen Jahre heuer wieder möglich, so zum Beispiel das Fastenbrechen im größeren Kreis.

Ein Höhepunkt der vergangenen Wochen war für die IGGÖ unbestritten der interreligiöse Iftar im Palais Niederösterreich mit Repräsentant*innen der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Vertreter*innen aus den Bereichen der Diplomatie, Politik, Bildung und Zivilgesellschaft. Dem IGGÖ-Motto „Einheit in Vielfalt, Stärke im Zusammenhalt“ folgend lud dieser Abend der Begegnung nicht nur zum freundschaftlichen Austausch und vielen interessanten Gesprächen ein, sondern zeigte vor allem auf, dass die gesellschaftliche Pluralität nicht nur Realität, sondern die der Förderung einer lebenswerten, friedlichen, offenen und starken Gesellschaft zugrunde liegende Stärke ist.

Auch der von der IGGÖ organisierte interreligiöse Iftar am Afro-Asiatischen-Institut in Wien sowie die zahlreichen Veranstaltungen der Islamischen Religionsgemeinden in den Bundesländern, der Moschee- und Kultusgemeinden sowie der Jugendorganisationen der IGGÖ gründeten auf dem Gedanken der Förderung des gedeihlichen Miteinanders.

IGGÖ-Präsident Ümit Vural folgte auch der Einladung von Kultusministerin Susanne Raab zum gemeinsamen Iftar, die er als Zeichen einer zukünftigen konstruktiven, konsensorientierten Zusammenarbeit wertet: „In Österreich begründet sich der Dialog zwischen Politik und Religionen auf einem bewährten Kooperationsmodell. Wir stehen in Österreich, in Europa, vor vielfältigen Herausforderungen, die wir nur durch die Stärkung des gesellschaftlichen Miteinanders meistern können. In allen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung kann es unterschiedliche Meinungen und Ansichten geben, über die es sich jedoch respektvoll auszutauschen gilt. Ich hoffe daher, dass wir den Geist des Ramadans, den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl auch in die kommende Zeit mitnehmen können.“

Indes liefen auch die Spendensammlungen der Hilfsorganisation KARIMA der IGGÖ sowie der muslimischen Einrichtungen und Hilfsorganisationen weiter.

„In diesen Tagen wollen wir trotz der Freuden des Ramadanfestes nicht auf die Menschen in den zahlreichen Krisenregionen dieser Welt vergessen, in der Ukraine ebenso wie im Nahen Osten, am Horn von Afrika, im Jemen oder in Afghanistan. Unsere humanitären Bemühungen und Gebete sind auch weiterhin bei all jenen, die Ungerechtigkeit und Unterdrückung erfahren“, so Vural abschließend.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Muslim*innen in Österreich ein gesegnetes, friedvolles und frohes Fest! Eid mubarak!

IGGÖ ad Ramadan: Zeit für Barmherzigkeit

IGGÖ ad Ramadan: Zeit für Barmherzigkeit

Wien (OTS/IGGÖ) – Am Samstag, den 2. April 2022 begeht die muslimische Gemeinschaft den ersten Tag des islamischen Fastenmonats Ramadan, den die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) in diesem Jahr unter das Motto „Zeit für Barmherzigkeit“ stellt.

„Der Ramadan ist die Zeit der Barmherzigkeit Gottes, aber auch die Zeit, in der die Menschen sich barmherzig und wohltätig zeigen sollten. Ich bin dankerfüllt, dass wir uns als Religionsgemeinschaft mit unserer Wohltätigkeitsorganisation KARIMA (Karitative Muslimische Arbeitsgemeinschaft) an der Unterstützung von Menschen in Notsituationen beteiligen und unseren Beitrag zur Stabilisierung und Sicherheit in Zeiten enormer Unsicherheit leisten können“, so IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

In den vergangenen zwei Jahren hat die muslimische Gemeinschaft im Ramadan sehr strenge Corona-Schutzmaßnahmen bis hin zur Aussetzung der Gemeinschaftsgebete und des traditionellen Fastenbrechens in den Moscheen erlebt. Allen Hoffnungen zum Trotz wirft die Coronapandemie auch in diesem Jahr einen Schatten auf die bevorstehenden Wochen. Die IGGÖ weist daher auf die von ihr festgelegten Maßnahmen für ihre Moscheen und Einrichtungen hin, die insbesondere das Tragen einer FFP2-Maske vorsehen.

Präsident Vural betont: „Der Ramadan ist die Zeit der Gemeinschaft. Ich möchte allen Musliminnen und Muslimen ermöglichen, dieses außergewöhnliche Gemeinschaftsgefühl in einem sicheren Umfeld zu genießen. Alte, Erkrankte und auch unsere Jüngsten waren es, die in den vergangenen zwei Jahren die meisten Einschränkungen erfahren haben und sie sind es, denen unsere uneingeschränkte Solidarität auch weiterhin gelten sollte!“

Die Islamische Glaubensgemeinschaft wünscht allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten und frohen Ramadan und all ihren Mitmenschen alles Gute und viel Gesundheit!

IGGÖ ad Corona: Erste Impfstation in Wiener Moschee eröffnet

IGGÖ ad Corona: Erste Impfstation in Wiener Moschee eröffnet

Wien (OTS/IGGÖ) – In Kooperation mit der Stadt Wien konnte die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) diese Woche eine erste fixe Impftstation in den Räumlichkeiten einer Moschee im 10. Wiener Gemeindebezirk eröffnen.

Bereits in den vergangenen Monaten haben die Impfbusse der Stadt Wien regelmäßig während der Freitagsgebete vor Moscheen der IGGÖ einen Stopp eingelegt. Aufgrund der hohen Nachfrage durch Moscheebesucher*innen wurde nun beschlossen, das Impfangebot in muslimischen Gebetshäusern auf die ganze Woche auszuweiten.

„Ich bedanke mich recht herzlich bei Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und seinem Team für das umsichtige Coronamanagement in unserer Bundeshauptstadt und den regelmäßigen Austausch, der mit unserer Glaubensgemeinschaft gepflegt wird. Ich bin zuversichtlich, dass ein in vertrauter Umgebung zur Verfügung gestelltes Impfangebot innerhalb der muslimischen Community auf großen Zuspruch stoßen wird“, zeigt sich IGGÖ-Präsident Ümit Vural positiv gestimmt..

Derzeit laufen Gespräche zur Einrichtung weiterer Impfstationen, die kommende Woche eröffnet werden soll.

„Sowie die Mehrheit der islamischen Gelehrten weltweit, rät auch unser theologischer Beratungsrat den Muslim*innen seit der Zulassung der Impfstoffe dazu, den Empfehlungen der Gesundheitsexpert*innen zu folgen und sich impfen zu lassen – gilt doch im Islam das Prinzip, Schaden abzuwenden, bevor er auftritt!“, so Vural abschließend.

Impfstation
Adresse: ATIB Moschee, Gudrunstraße 184, 1100 Wien

Neue COVID-19-Maßnahmen ab 15. September 2021

Neue COVID-19-Maßnahmen ab 15. September 2021

IGGÖ ad Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen: Rechtliche und moralische Verpflichtung Österreichs!

IGGÖ ad Aufnahme von afghanischen Flüchtlingen: Rechtliche und moralische Verpflichtung Österreichs!

Wien (OTS/IGGÖ) – Bereits vergangene Woche hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) gewarnt, dass den medialen Ankündigungen der Taliban, was den Schutz der Zivilbevölkerung und der Wahrung ihrer Rechte angeht, mit großer Skepsis zu begegnen sei. Nun mehren sich Berichte von schweren Menschenrechtsverletzungen gegenüber Zivilist*innen, die in den vergangenen Jahren für internationale Organisationen und ausländische Staaten tätig waren.

Die erneute Machtübernahme der Taliban bedeutet für die afghanische Bevölkerung die Rückkehr in eine von einem pervertierten Islamverständnis geprägte Gewaltherrschaft, in der mit der massiven Einschränkung der Selbstbestimmung afghanischer Mädchen und Frauen, der Diskriminierung und Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten und kritischer Stimmen sowie brutaler Körperstrafen und Hinrichtungen zu rechnen ist.

Während die internationale Staatengemeinschaft zur Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen, wie Journalist*innen, Künstler*innen oder Menschenrechtsaktivist*innen aufruft, lehnt die österreichische Bundesregierung indes aus innenpolitischem Kalkül eine solche strikt ab und fordert zudem die Errichtung von Abschiebezentren in der Region.

„Die Aussagen der Regierungsspitzen sind angesichts der tragischen Bilder und Berichte, die uns aus Afghanistan erreichen, unangebracht und deplatziert“, zeigt sich IGGÖ-Präsident Ümit Vural verstört. „Österreich ist rechtlich zur Einhaltung sowohl der Europäischen Menschenrechtskonvention als auch der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet.

Angesicht der dramatischen Lage in Afghanistan muss sich die Bundesregierung an einer europaweiten humanitären Aufnahme von besonders vulnerablen Personen solidarisch beteiligen und damit ein Zeichen der Menschlichkeit und des Mitgefühls setzen, so Vural.

Zudem müssen auch die Rechte bereits in Österreich lebender Afghan*innen gewahrt, ausständige Asylentscheidungen beschleunigt und eine rasche Zusammenführung mit ihren nun gefährdeten Familienangehörigen ermöglicht werden, gibt Vural zu bedenken.

Terminaviso: Impfaktion der IGGÖ

Terminaviso: Impfaktion der IGGÖ

Wien (OTS/IGGÖ) – Im Rahmen der Impfkampagne der Stadt Wien macht der Impfbus diesen Freitag, 20. August 2021, Station vor einer Wiener Moschee in der Gudrunstraße 184 in Wien Favoriten. Von 11 bis 20 Uhr haben Wienerinnen und Wiener die Möglichkeit eine Impfung zu bekommen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Lediglich ein Ausweis und die E-Card, falls vorhanden, sind mitzunehmen.

Weitere Termine und Informationen sind abrufbar unter: https://coronavirus.wien.gv.at/impfen-ohne-termin/

IGGÖ ad Islamgesetz: Für das Recht auf Gleichbehandlung!

IGGÖ ad Islamgesetz: Für das Recht auf Gleichbehandlung!

Der Rassismus gegenüber MuslimInnen ist real und hat sich in den Monaten seit dem Terroranschlag in Wien noch weiter verschärft.

Heute wird in der Plenarsitzung des Nationalrates über die umstrittene Novellierung des Islamgesetzes von 2015 abgestimmt, die im Kontext des Anti-Terror-Pakets präsentiert wurde. In den Bestimmungen sollen Mechanismen verankert werden, die sich in den Gesetzen anderer staatlich anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften nicht finden, wie in zahlreichen Stellungnahmen während der parlamentarischen Begutachtungsphase bemängelt wurde. Diesen wurden von der Bundesregierung jedoch keinerlei Beachtung geschenkt.

Die Diskriminierung von MuslimInnen wird damit abermals auf eine institutionalisierte Ebene gehoben, kritisiert Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ): „Das gewählte Framing und die mangelhafte Einbindung der betroffenen Religionsgesellschaft beweist, dass die Bundesregierung nicht an konsensorientierten Gesprächen und an der Formulierung wirksamer Maßnahmen in der Extremismusprävention interessiert ist, sondern lediglich von den eigenen Versäumnissen ablenken und auf dem Rücken österreichischer Musliminnen und Muslime politisches Kleingeld wechseln möchte. Zumindest die Grünen als deklarierte Menschenrechtspartei und die Opposition sollten sich an dieser Form der Politik nicht beteiligen“, so Vural.

Zahlreiche PolitikerInnen sprechen sich regelmäßig gegen die Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen aus. Vural erwarte sich, dass sich diese Haltung auch im heutigen Abstimmungsverhalten widerspiegelt: „In den vergangenen Wochen habe ich mich um einen intensiven Austausch mit Abgeordneten unterschiedlicher Couleur bemüht, um den Standpunkt der IGGÖ zu erläutern. Der Nationalrat kann einem Gesetz, das eine einzige Religionsgemeinschaft grundsätzlich ungleich behandelt und einen nie dagewesenen Bruch mit dem bewährten Kooperationsmodell zwischen Staat und Religionen darstellt, nicht zustimmen!“

Sollte das Gesetz in dieser Form verabschiedet werden, könne er rechtliche Schritte nicht ausschließen: „Ich werde auch weiterhin konsequent für die Gleichbehandlung ausnahmslos aller Bürgerinnen und Bürger Österreichs eintreten und dafür, wenn notwendig, auch den Rechtsweg beschreiten“, kündigt Vural abschließend an.