IGGÖ ad Kommissionsbericht: Deradikalisierungsarbeit jetzt reformieren!

IGGÖ ad Kommissionsbericht: Deradikalisierungsarbeit jetzt reformieren!

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) setzt sich seit Jahren sowohl gesamtgesellschaftlich, als auch speziell im Strafvollzug aktiv gegen Radikalisierung und Extremismus ein. Sowohl die wichtige Präventionsarbeit der islamischen Gefängnisseelsorge als auch die facettenreiche Tätigkeit der Kontaktstelle für Extremismusprävention und Deradikalisierung der IGGÖ werden dabei zum größten Teil ehrenamtlich erbracht. Bedauerlicherweise wird diese wertvolle Arbeit indes weder gewürdigt noch ausreichend gefördert.

„Der Endbericht der Untersuchungskommission zeigt deutlich, dass eine Umstrukturierung der Extremismusprävention und Deradikalisierungsarbeit dringend notwendig ist. Als Glaubensgemeinschaft bieten wir den Behörden zum wiederholten Male unsere Unterstützung an“, erklärt IGGÖ-Präsident Ümit Vural.

Die fehlende Einbindung der IGGÖ im Umgang mit extremistischen Personengruppen seitens der Sicherheitsbehörden und des Justizministeriums hat in der Vergangenheit bereits zu Kritik geführt. „Ich ersuche die politischen VerantwortungstägerInnen daher, die Erkenntnisse der Untersuchungskommission zum Anlass zu nehmen, einen Neuanfang zu starten und die Zusammenarbeit mit der IGGÖ zu intensivieren“, so Vural abschließend.

Aktuelle COVID-19 Schutzmaßnahmen

Aktuelle COVID-19 Schutzmaßnahmen

Ab Sonntag, den 7. Feber 2021 können in allen Moscheen der Islamischen Glaubensgemeinschaft österreichweit die Gemeinschafts- und Freitagsgebete unter Berücksichtigung folgender Schutz- und Hygienemaßnahmen wiederaufgenommen werden:

  • Verpflichtendes Tragen von FFP2-Masken
  • Einhaltung eines Mindestabstands von 2m
  • Mitbringen eines eigenen Gebetsteppichs
  • Bereitstellung von Desinfektionsmittel am Eingang und Ausgang der Moschee
  • Keine Umarmungen und kein Händeschütteln

IGGÖ ad Aslan: Die Islamische Glaubensgemeinschaft ersucht Universität um Stellungnahme

IGGÖ ad Aslan: Die Islamische Glaubensgemeinschaft ersucht Universität um Stellungnahme

Wien (OTS/IGGÖ) – Univ. Prof. Dr. Ednan Aslan hat sich gestern im Namen der VertreterInnen des Fachbereichs Islamische Religionspädagogik am Institut für Islamisch-Theologische Studien der Universität Wien mit einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf zur Novellierung des Islamgesetzes gemeldet. Er greift darin die Tätigkeit der Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) an, spricht ihr die Vertretungsbefugnis der österreichischen MuslimInnen ab und wirft ihr vor, Handlanger ausländischer Geldgeber zu sein. Tatsächlich ist Prof. Aslan seit 13 Jahren nicht mehr in der IGGÖ engagiert und hat somit keinen Einblick in die Gebarung und den eingeschlagenen Reformprozess der IGGÖ.

Die IGGÖ weist die Vorwürfe Aslans aufs Entschiedenste zurück und zeigt sich befremdet, dass sich ein Religionspädagogisches Institut der Universität Wien ohne fundiertes Wissen um die Tätigkeit der IGGÖ öffentlich für eine Schlechterstellung einer staatlich anerkannten Religionsgesellschaft ausspricht. Die IGGÖ ersucht den Rektor der Universität Wien sowie den Vorstand des Instituts, der nach eigener Aussage nicht über die Initiative Aslans informiert war, um Aufklärung des Sachverhaltes.

IGGÖ ad Islamgesetz: Klares Nein zu Regierungsplänen

IGGÖ ad Islamgesetz: Klares Nein zu Regierungsplänen

Wien (OTS/IGGÖ) – “Reformieren, aber richtig!”  mit dieser Begründung lehnt Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf zur Änderung des IslamG ab. Die bereits seit der Novellierung 2015 bestehen Probleme würden nur weiter verschärft, sinnvolle Verbesserungen fehlen im Gesetzestext hingegen komplett: „Es wäre aus unserer Sicht verantwortungslos, einem solch unausgegorenen Vorschlag zuzustimmen.“, resümiert Vural.

Der vorgelegte Gesetzesentwurf enthält eine bedeutende Schlechterstellung im Vergleich zu religionsrechtlichen Spezialgesetzen anderer staatlich anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften sowie gravierende und nicht akzeptable Eingriffe in das Grundrecht auf Religionsfreiheit und in die inneren Angelegenheiten der IGGÖ. „Das Islamgesetz muss dringend von allen diskriminierenden und sicherheitsrechtlichen Aspekten befreit werden, damit es endlich funktionieren kann”, ist Vural überzeugt. Er fordert eine konsequente und strikte Trennung zwischen sicherheitspolizeilichen und religionsrechtlichen Regelungen.

Die IGGÖ ruft die Bundesregierung daher in ihrer dem Parlament übermittelten Stellungnahme dringend dazu auf, die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen in ihrer Gesamtheit zu verwerfen und zu einer gemeinsamen und konsensorientierten Novellierung des IslamG mit der IGGÖ zurückzukehren.

„Ich möchte explizit festhalten, dass der Kampf gegen Terror und Extremismus nur gemeinsam bewältigt werden kann. Die Novellierung eines Religionsgesetzes im Kontext von Terrorbekämpfung konterkariert indes alle Bemühungen in diese Richtung und erfolgt ausdrücklich gegen den Willen der Islamischen Glaubensgemeinschaft.“, so Vural abschließend.

IGGÖ zur Aufnahme von Flüchtlingen: Genug der hässlichen Bilder!

IGGÖ zur Aufnahme von Flüchtlingen: Genug der hässlichen Bilder!

Wien (OTS/IGGÖ) – Die griechischen Inseln sind leider nicht der einzige Ort, an dem sich die europäische Politik aktuell aus ihrer Verantwortung zieht. So schließt sich der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural in seinen Weihnachtsgrüßen heute den zahlreichen Aufforderungen unterschiedlicher kirchlicher und politischer Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und Personen des öffentlichen Lebens an, die griechischen Elendslager endlich zu evakuieren.

“Viele Gemeinden haben bereits konkrete Angebote gemacht oder ihre Bereitschaft signalisiert, die Aufnahme Geflüchteter durch deren Aufnahme zu unterstützen. Auch die muslimische Gemeinschaft steht bereit, sich in ihrer Betreuung zu engagieren”, sichert Vural zu.

Eine fehlende gesamteuropäische Flüchtlingspolitik ist keine Entschuldigung für den dramatischen Notstand in den Lagern. Dass die unmenschlichen Lebensbedingungen als Abschreckung für weitere Flüchtlinge politisch nicht nur geduldet, sondern sogar gewollt herbeigeführt sind, darf gesellschaftlich nicht länger toleriert werden.

Das Vorenthalten medizinischer Versorgung, der Entzug menschenwürdiger Unterkünfte, die Verweigerung fairer Asylprozesse und das illegale gewaltsame Zurückdrängen von Flüchtlingen stellen eine unerträgliche Missachtung der Europäischen Menschenrechtskonvention dar. „Wir haben genug von den hässlichen Bildern! Als Europäer berufen wir uns zurecht auf humanitäre Werte: Menschenwürde, Nächstenliebe und Barmherzigkeit kennen weder Herkunft, Religion, noch Staatsgrenzen“, so Vural.

Die IGGÖ fordert daher die politischen EntscheidungsträgerInnen dazu auf, der Demütigung der Schutzsuchenden unverzüglich ein Ende zu setzen und der Aufnahme eines adäquaten Kontingents Geflüchteter, die sich derzeit in griechischen Lagern befinden, zuzustimmen.

Leitfaden zur erneuten Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Leitfaden zur erneuten Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Die Bundesregierung hat angesichts des dramatischen Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Österreich ab Sonntag, den 27. Dezember 2020 geltende Maßnahmen formuliert, die das öffentliche Leben in Österreich erneut drastisch einschränken.

VertreterInnen aller anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften haben gemeinschaftlich entschieden, als Selbstverpflichtung und aus einem Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber heraus, alle Aktivitäten in ihren religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich verzichtet daher auf die Abhaltung von Gemeinschafts- und Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit ab Montag, den 28. Dezember 2020 bis einschließlich Sonntag, den 17. Jänner 2021.

Leitfaden am 28. Dezember 2020

IGGÖ ad „Kopftuchverbot“: VfGH beendet populistische Verbotspolitik

IGGÖ ad „Kopftuchverbot“: VfGH beendet populistische Verbotspolitik

Wien (OTS/IGGÖ) – Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat am Freitagnachmittag seine Entscheidung bezüglich des sogenannten „Kopftuchverbots“ an Volksschulen bekanntgegeben. Gegen die im Mai 2019 erfolgte Änderung des Schulunterrichtsgesetzes hat die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) im Jänner 2020 Beschwerde eingebracht.

IGGÖ-Präsident Ümit Vural hat von Anfang an betont, dass mit der Beschwerde nicht das verfrühte Tragen eines Kopftuchs bei Kindern oder ein elterlicher Zwang diesbezüglich verteidigt werden solle: „Die IGGÖ ist gegen Zwang jeglicher Form. Weder heißen wir eine abwertende Haltung gegenüber Frauen gut, die sich aus persönlicher Überzeugung gegen das Kopftuch entscheiden, noch können wir der Einschränkung der Religionsfreiheit jener Musliminnen zustimmen, die das Kopftuch als integralen Bestandteil ihrer gelebten Glaubenspraxis verstehen.“

Die Beschwerde richtete sich gegen die Aushebelung der durch die Verfassung garantierten Grundrechte, der Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie der Gleichheit vor dem Gesetz. „Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs beweist, dass unser Vertrauen in den Rechtsstaat und unsere Geduld sich ausgezahlt haben“, zeigt sich Vural zufrieden.

„Die Durchsetzung der Chancengleichheit und Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft erreicht man nicht durch Verbote“, bekräftigt der IGGÖ-Präsident noch einmal seinen Standpunkt, „sondern durch die Stärkung der Menschen-, Frauen- und Kinderrechte und die Förderung des Bewusstseins, dass Zwang niemals zulässig ist.“

Er werde auch weiterhin das uneingeschränkte Bekenntnis zu den Grundrechten aller BürgerInnen in Österreich einfordern, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht oder des sozialen Status. Gleichzeitig appelliert die IGGÖ an politische EntscheidungsträgerInnen, Maßnahmen zu ergreifen, um die zunehmend rassistischen Tendenzen in Österreich einzudämmen, die einer sozialen Kohäsion entgegenstehen.

Leitfaden zur Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Leitfaden zur Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete

Bei einer Videokonferenz haben heute Vormittag die VertreterInnen aller anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften entschieden, als Selbstverpflichtung und aus einem Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber heraus, alle Aktivitäten in den religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich setzt daher die Gemeinschafts- und Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit ab Dienstag, den 17. November 2020 bis einschließlich Sonntag, den 6. Dezember 2020 aus.

Bitte beachten Sie unseren ab 16. November 2020 bis 6. Dezember 2020 geltenden Leitfaden für Moscheen und islamische Einrichtungen. Wir bitten Sie dringend, die Maßnahmen und Beschränkungen pflichtbewusst mitzutragen und umzusetzen.

Leitfaden

IGGÖ ad Coronavirus: Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete in Moscheen

IGGÖ ad Coronavirus: Aussetzung der Gemeinschafts- und Freitagsgebete in Moscheen

Wien (OTS/IGGÖ) – Die Bundesregierung hat angesichts des dramatischen Anstiegs der Infektionen mit dem Coronavirus in Österreich vergangenen Samstag Maßnahmen formuliert, die das öffentliche Leben in Österreich erneut drastisch einschränken.

Bei einer Videokonferenz haben heute Vormittag die VertreterInnen aller anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften entschieden, als Selbstverpflichtung und aus einem Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber heraus, alle Aktivitäten in den religiösen Gemeinden für die nächsten Wochen weitestgehend auszusetzen. „Wie schon seit Beginn der Pandemie haben wir als Religionsgemeinschaften einen gemeinsamen Weg gefunden und werden diesen Weg auch in den kommenden Wochen gemeinsam gehen“, so Präsident Ümit Vural.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich setzt daher die Gemeinschafts- und Freitagsgebete in allen Moscheen österreichweit ab Dienstag, den 17. November 2020 bis einschließlich Sonntag, den 6. Dezember 2020 aus. „Im Islam spielt die gemeinsame Verrichtung des Gebets, die Zusammenkunft als Gemeinschaft in der Moschee eine besondere Rolle. Dennoch gilt unsere größte Sorge nun dem Wohle und der Gesundheit unserer Mitmenschen“, erklärt der Präsident die Entscheidung.

Aus islamischer Sicht gilt die Verpflichtung zur Durchführung des Freitagsgebets als aufgehoben, wenn Krankheit oder Sorge um Gesundheit und Leben vorliegen. Ausnahmslos alle Moscheen und Imame sind daher dazu angehalten, sich an die Maßnahmen zu halten. Über Online-Angebote und digitale Kommunikationskanäle soll wie schon im Frühjahr der Kontakt zu Gemeindemitgliedern aufrecht erhalten bleiben. Die Tore der Moscheen bleiben für das persönliche Gebet und seelsorgerische Dienste weiterhin geöffnet, denn gerade in Zeiten wie diesen brauchen viele Menschen den seelischen und spirituellen Zuspruch ganz besonders.

Präsident Vural ruft die muslimische Gemeinschaft dazu auf, den Forderungen der Bundesregierung uneingeschränkt nachzukommen: „Ich bitte alle Musliminnen und Muslime, die angeordneten Schutzmaßnahmen einzuhalten, auf größere Zusammenkünfte auch innerhalb der Familie so weit wie möglich zu verzichten und all jenen Personen, die diese benötigen, jetzt vermehrt ihre Unterstützung zukommen zu lassen.“

Weiße Bänder im Islamischen Religionsunterricht

Projekt "Weiße Bänder" auch im Islamischen Religionsunterricht

Islamische ReligionslehrerInnen in ganz Österreich haben die Aktion “Wir halten zusammen – Glauben verbindet!” in ihren Unterricht eingebaut und mit ihren Schülerinnen weiße Armbänder und Schärpen gebastelt, um diese in Klassenräumen, Schulgebäuden oder aber auch an Eingängen von Moscheen anzubringen.

Albanische Kultugemeinde betet für die Opfer

Albanische Kultusgemeinde betete für Opfer
Imame und Vorsitzende der albanischen Kultusgemeinde (ALKIG) in der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ) haben am Montag eigens der Opfer des Terroranschlags in Wien gedacht und für sie gebetet.

Die Imame der albanischen Kultusgemeinde haben heute gemeinsam mit den Vorsitzenden der Moscheeeinrichtungen der Opfer des Terroranschlags gedacht und für sie gebetet. Imame und Vorsitzende aus ganz Österreich waren bei der heutigen Gedenkkundgebung anwesend und haben einige Auszüge aus dem Koran vorgetragen und Bittgebete gesprochen. ALKIG hat den Angriff am Montagabend scharf verurteilt, bei dem nicht nur Wien, sondern ganz Österreich die schrecklichste Nacht erlebt hat. Der Präsident der ALKIG, Vahidin Beluli betonte: “Eine solche Handlung ist für jedermann beschämend und inakzeptabel, unabhängig von Herkunft, Religion oder Ideologie.”

 

ALKIG betet, dass sich solche Anschläge an keinem Ort auf der Welt wiederholen mögen und dass dieser Fall ein Anlass für die gesamte Gesellschaft sei, sich nicht Spalten zu lassen sondern gemeinsam für gegen jeden Versuch, der die Ordnung und den Frieden der Gesellschaft zerstört, einzusetzen und somit den Zusammenhalt und den Frieden untereinander zu stärken.

Wir werden uns noch mehr dafür einsetzen, diese Werte zu schützen und zu erhalten. Wir haben unsere Gemeinden und insbesondere die Jugend ständig aufgefordert, nicht von den Lehren und Leitlinien abzuweichen, die von unserer Gemeinde verkündet werden, weil sie in Gefahr geraten könnten. Aber es gab Personen außerhalb unserer Gemeinschaft, die auf falsche Wege abgebogen sind und sich radikalisieren haben, um folglich ihre falschen Vorstellungen zu verwirklichen.

ALKIG wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Solidarität und Menschlichkeit immer im Vordergrund stehen. Möge diese Welt eine Welt des gegenseitigen Respekts, der Versöhnung und des Friedens sein. Amin!

Oberösterreich: Interreligiöses Friedensgebet in Wels

Oberösterreich: Interreligiöses Friedensgebet in Wels

Anlässlich des Terroranschlages am 2.11. in Wien veranstaltete die Evangelische Pfarrgemeinde Wels gemeinsam mit der Kath. Pfarrgemeinde Wels-St. Franziskus und dem Bosnisch-österreichischen Kulturzentrum ein Interreligiöses Friedensgebet.

Die öffentliche Veranstaltung fand am Minoritenplatz vor dem Archäologischen Museum statt.

Statement des Dipl.Päd. Senad Podojak

Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freunde! Grüß Gott! Schalom und Selam!

Möge der barmherzige Gott das friedliche Zusammen aller Menschen schützen!

Ich stehe vor Ihnen als Bürger dieses Landes, als Mensch, der wie Sie und wir um Worte ringt. Was in Wien am vorigen Montag geschehen ist, macht uns fassungslos. Es macht uns traurig. Es macht uns auch zornig. Denn geschehen ist, was wir alle doch zutiefst fürchten: geliebte Menschen zu verlieren. Nichts kann diese sinnlose Tat erklären. Und nichts wird sie ungeschehen machen können.

Viele, die heute hier sind, sind voller Trauer, sind ratlos, fühlen sich alleingelassen. Aber gerade deshalb tut es gut, hier zu sein an diesem Ort, sich zu versammeln in aller Stille und gemeinsam zu trauern. In dieser Stunde hier auf diesem Platz spüren wir, dass wir nicht allein sind. Wir spüren, dass es diese Gemeinschaft gibt, die Entsetzen und Wut teilt, aber eben auch Trauer, Anteilnahme und Solidarität zeigt. Eine Gemeinschaft, die wir alle brauchen, die jede Gesellschaft braucht – eine Gemeinschaft, die zusammenhält.

Heute zeigen wir als Gesellschaft, dass wir zusammenstehen müssen. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir laufen nicht auseinander. Wir trauern. Wir nehmen Anteil, und wir sehen, dass wir eins sind in unserer Trauer, einig gegen Hass, Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus und Gewalt. Wir stehen an der Seite der Menschen, die von rassistischem Hass bedroht sind. Und wir gemeinsam stehen Seite an Seite gegen Gewalt und gegen eine Sprache der Ausgrenzung und Herabwürdigung, die der Gewalt allzu häufig den Weg bereitet.

Die Gewalt meine Damen und Herrn, darf nicht im Namen Gottes oder einer Religion gerechtfertigt werden! Darum bitte ich Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: Zeigen Sie Rücksichtnahme, zeigen Sie Solidarität!

Wir stehen zusammen. Wir halten zusammen. Wir wollen zusammenleben und wir zeigen es, wieder und wieder. Es ist unser stärkstes Mittel gegen den Hass.

Kärnten: Interreligiöses Gebet

Kärnten: Interreligiöses Gebet als sichtbares Zeichen für Frieden und Toleranz

Das interreligiöse Friedensgebet zum Abschluss des #prayforvienna-Gebetsgedenkens der Klagenfurter Stadtpfarren Dom, St. Hemma, St. Martin und St. Egid sei ein „sichtbares Zeichen des gemeinsames Eintretens für Frieden und Toleranz, über Religions- und Kulturgrenzen hinweg“, sagte Diözesanbischof Dr. Josef Marketz gestern Abend im Klagenfurter Dom. Gemeinsam mit dem Kärntner Bischof haben Superintendent Mag. Manfred Sauer, Adnan Gobeljic, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Kärnten, und der rumänisch-orthodoxe Pfarrer Mag. Visarion Viorel Ipati für die Opfer des Terroranschlags in Wien gebetet. Auch die Teilnahme von Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser am Friedensgebet sei, so der Kärntner Bischof, „ein großes und wichtiges Zeichen“. Der Terroranschlag in Wien hätte nicht nur Angehörige und Freunde zurückgelassen, sondern „ein Volk, das tief erschüttert ist über den offensichtlichen Hass eines Menschen, der in sinnloser Weise Unschuldigen das Leben kostete“, so Bischof Marketz.

 

Quelle: Katholische Kirche Kärnten

Oberösterreich: Beratungen nach Terroranschlag

Oberösterreich: Beratung nach Terroranschlag

Der Terroranschlag in Wien hat ein Echo, das bis heute nachhallt. Die islamische Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich hält Sonntagabend ihre Vorstandsitzung ab. Am Programm: Gespräche und Evaluierung der Moscheen, um radikale Tendenzen schon im Vorfeld zu bemerken.

In den Moscheen gäbe es keine Probleme, hieß es im Vorfeld. Aber manche Vereine machen den offiziellen Vertretern der Muslime offenbar Sorgen.
Der Vorsitzende der islamischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich, Binur Mustafi, sagte im Interview mit Radio Oberösterreich: „Menschen kommen nicht nur unter dem Dach einer Moschee zusammen, hierbei spielen auch Vereine – ganz normale Vereine, die nach dem Vereinsgesetz geführt wurden – auch eine gewisse Rolle, wo dann die Glaubensgemeinschaft natürlich keinen Zugriff hat.

Missbrauch im Namen des Islams

Menschen würden auch diese Vereine missbrauchen, „sie missbrauchen sie im Namen des Islams, im Namen ihrer Religion oder anderer Interessen und das Spektrum, was wir nicht erreichen können – beziehungsweise die, die nicht zu uns kommen – das ist natürlich ein Bereich, der uns in Zukunft noch beschäftigen wird”, so der Vorsitzende.

Anfeindungen auf der Straße

Das Verhalten gegenüber Muslimen habe sich seit dem Terroranschlag – auch in Oberösterreich – verändert, so Mustafi. Viele Mitglieder der Glaubensgemeinschaft kontaktieren die Verantwortlichen, weil sie Anfeindungen auf der Straße begegnen, „wo sie angespuckt werden, angeschrien werden“. In Freistadt habe die Einrichtung einen Drohbrief erhalten und in Wels seien die Hauswände des islamischen Vereins beschmiert worden.

Quelle: ORF

Österreichweit wird heute in Moscheen den Opfern des Terroranschlags gedacht

Österreichweit wird heute in Moscheen den Opfern des Terroranschlags gedacht

Wien (OTS/IGGÖ) – Wenige Tage nach dem brutalen Anschlag in der Wiener Innenstadt befindet sich die muslimische Bevölkerung gemeinsam mit dem ganzen Land noch immer in einem Zustand der Fassungslosigkeit und des Schmerzes. In den vergangenen Tagen ist die österreichische Bevölkerung in Trauer zusammengerückt, die Spitzen der Kirchen und Religionsgemeinschaften haben ihre Verbundenheit demonstriert und auch die Bundesregierung hat mit ihren besonnenen Worten ihren Beitrag dazu geleistet, die Gesellschaft vor einer Spaltung zu bewahren.

“Nun, da uns der Terror vor unserer eigenen Haustür erreicht hat, ist es den österreichischen MuslimInnen mehr denn je ein Anliegen, den Missbrauch ihrer Religion für die Verbreitung von Gewalt und Terror zu verurteilen und ihrem tief empfundenen Mitgefühl Ausdruck zu verleihen. Diesen Geist des Zusammenhalts in die Zukunft zu tragen ist unsere gemeinsame Verantwortung“, gibt sich IGGÖ-Präsident Vural hoffnungsvoll.

In den österreichweit rund 350 Moscheen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) wird heute daher im Rahmen des Freitagsgebets den Opfern des Terroranschlags von Montagabend gedacht. In einer einheitlichen Predigt werden die MuslimInnen dazu aufgerufen, für Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten, die Vielfalt unserer Gesellschaft als gottgewollt zu begrüßen und ihre Stimme zu erheben, um den Grundwerten des Islam entsprechend Vertrauen durch ihre Worte und Taten aufzubauen. All dies im Sinne der Überlieferung des Propheten Muhammad: „Der Muslim ist derjenige, von dessen Zunge und Hand die Menschen in Sicherheit sind.“

Mit weißen Bändern gegen Hass

Mit weißen Bändern gegen Hass
In Wien ist die überkonfessionelle Aktion „Wir halten zusammen – Glaube verbindet!“ gestartet worden. Schulkinder aller Religionszugehörigkeiten knüpfen weiße Bänder mit Friedensbotschaften an Kirchen, Moscheen und Synagogen.

Die weißen Bänder, die mit persönlichen Friedensbotschaften versehen sind, kann man auch als Armbänder selbst tragen oder an Freunde verschenken. Das ist der Grundgedanke der neuen Aktion, mit der ein Kontrapunkt zum Terroranschlag vom vergangenen Montag gesetzt werden soll. Der Startschuss der Aktion erfolgte am Freitagvormittag vor dem Wiener Stephansdom.

„Frieden fängt in unseren Herzen an, in der Liebe zum Nächsten, im Verzicht auf Hasspostings; aber auch im gemeinsamen Anbringen eines Freundschafts- oder Friedensbandes als Zeichen dafür, dass wir zusammenhalten“, so die Wiener Schulamtsleiterin Andrea Pinz bei der Startaktion.

Die Initiative geht vom Schulamt der Erzdiözese Wien aus, wird aber u.a. auch von der evangelischen und orthodoxen Kirche und der Islamischen Glaubensgemeinschaft mitgetragen. Die Gestaltung der Bänder soll vor allem im Religionsunterricht stattfinden.

Quelle: https://religion.orf.at/stories/3202780/

IGGÖ entzieht Moscheegemeinde Rechtspersönlichkeit

IGGÖ entzieht Moscheegemeinde Rechtspersönlichkeit

An die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) sind heute Vormittag Informationen herangetragen worden, die aufzeigen, dass eine bei ihr registrierte Moscheegemeinde gegen ihre Glaubenslehre und Verfassung sowie das Islamgesetz von 2015 verstößt.

Um eine etwaige Gefahr in Verzug abzuwenden, hat die IGGÖ unmittelbar die Rechtspersönlichkeit dieser Moscheegemeinde aufgehoben und dies dem Kultusamt mitgeteilt.

„Religionsfreiheit ist ein hohes Gut in unserem Land, das wir vor Missbrauch schützen müssen und schützen werden – auch vor jenem aus den eigenen Reihen! Daher haben wir in Absprache mit den zuständigen Behörden die Schließung einer Moscheegemeinde angeordnet”, so IGGÖ-Präsident Vural in einem ersten Statement.

Vorarlberg: Gebet für den Frieden

Vorarlberg: Online-Gebet für den Frieden

„Angesichts der Gewalt und des Hasses, die hinter den jüngsten Anschlägen stehen, ist es für uns alle gerade jetzt lebenswichtig, den Kontakt zueinander nicht abreißen zu lassen. Denn wenn das Grauen einem den Mund versiegelt und es uns angesichts von Mord und Terror die Stimme verschlägt, ist es das Gemeinsame, das tröstet“, betont Bischof Benno Elbs im Namen der Plattform „Religionen für den Frieden“. Gemeinsam, das bedeutet in Zeiten von Corona eben nicht analog, sondern digital. Und deshalb lautet die Einladung der ReligionsvertreterInnen eben auch: Gemeinsam beten: ja – und zwar per Livestream.

 

In der Plattform vertreten sind neben der katholischen, evangelischen, orthodoxen und altkatholischen Kirche auch der Islam, der Buddhismus und die Glaubensgemeinschaft der Bahai. Als Zeichen der Hoffnung werden Kerzen entzündet und Segensgebete aus den einzelnen Religionen gesprochen. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Gebet um Frieden. „Lassen wir uns vom Terror nicht diktieren, wen wir zu unseren Freunden zählen“, antwortet Bischof Benno Elbs damit auf die aktuelle Stimmung aus Angst und Unsicherheit, „und bemühen wir uns gerade heute mit aller Kraft und mehr denn je gemeinsam um die Werte, die unsere Gesellschaft stark machen: Freiheit, Vertrauen, Solidarität und Menschlichkeit.“

Islamischer Religionsunterricht nach dem Terroranschlag in Wien

Islamischer Religionsunterricht nach dem Terroranschlag in Wien

Islamischem Religionsunterricht kommt in diesen Tagen eine besondere Bedeutung zu. Schülerinnen und Schüler erhalten hier Gelegenheit, die entsetzlichen Terroranschläge in mehrfacher Hinsicht für sich zu verarbeiten. Dabei geht es zunächst um eine emotionale Bewältigung und einen Raum, eigene Ängste und Fragen offen auszusprechen. Die Lehrer/innen sind konfrontiert mit Aussagen wie: „Ich liebe meine Religion. Ich verstehe nicht, wie jemand so etwas Schreckliches tun kann und auch noch meint, ein „guter Muslim“ zu sein?“ oder „Die Leute denken oft eh schlecht vom Islam. Und dann war der Täter noch ein ganz junger Mann. Werde ich jetzt schief angeschaut?“. Auch die Fragen „Wie ist ein Täter zum Täter geworden? Was waren die Beweggründe? Gibt es da etwas, was alle Extremisten gemeinsam haben? Dass ich das gleich erkennen kann?“ und vor allem „Was kann ich tun?“ sind sehr präsent.

Die Religionslehrer/innen sind demnach nicht nur in ihrer seelsorgerischen Kompetenz gefragt. Sie können auch eine inhaltliche Bearbeitung anbieten, aufbauend auf dem, was auch sonst im Unterricht vermittelt wird. Im aktuellen Kontext ist hier eine zusätzliche Präzisierung gefragt.

Das Schulamt der IGGÖ hat dazu einen mehrseitigen Leitfaden an die Lehrer/innen versandt, der Unterstützung bieten soll.  Entlang der im Religionsunterricht zentralen Grundkompetenzen werden Unterrichtsziele sehr klar kommuniziert und bieten somit einen pädagogischen Handlungsrahmen.

Beispielhaft seien einige Kompetenzbeschreibungen hier angeführt:

SchülerInnen verinnerlichen den höchsten Stellenwert menschlichen Lebens als schützenswertes Ziel der Religion (maqased asch-scharia). Niemand darf sich willkürlich zum Herrn über Leben und Tod erheben. SchülerInnen begreifen und können in eigene Worte fassen, dass es ein Verbrechen und zudem gotteslästerlich ist, einen Menschen zu ermorden und dabei auch noch „Allahu akbar“ zu rufen.

Die Schülerinnen und Schüler verinnerlichen, dass Gott über menschlichem Beleidigen steht und unangreifbar ist. Was Seinen Propheten Muhammad betrifft, so können Schmähungen seinen Stellenwert nicht herabmindern. Von Beleidigungen oder als beleidigend empfundenen Äußerungen wird die „Ehre des Propheten“ nicht getroffen. Vielmehr ist es der gläubige Mensch selbst, der derartiges als persönlich verletzend erlebt. Schülerinnen reflektieren dies und gestalten ihr eigenes Handeln danach.

Sie verstehen und vertrauen darauf, dass der Wahrheitsanspruch bei Gott liegt. Sich über Gott zu stellen ist schirk. Sie erkennen somit extremistische Anmaßungen und Manipulierungen und können ihnen aktiv begegnen.

SchülerInnen verinnerlichen, dass Allah die Menschen in Vielfalt geschaffen hat und diese Vielfalt der Lebenswege, Religionen und Weltanschauungen damit gottgewollt ist. Daher können sie mit anderen Meinungen umgehen, auch innerhalb der eigenen muslimischen Community, und respektieren andere Religionen und Weltanschauungen.

SchülerInnen erkennen, dass sich ihr Glaubensverständnis auch in ihrem Handeln äußert. Sie verstehen, dass ein Verständnis von Islam als „Religion des Friedens“ nur dann authentisch und wahrhaftig gelebt werden kann, wenn es sich im persönlichen Alltagsleben im Zusammenleben mit ihren sozialen Kontakten unterschiedlicher Religion und Weltanschauung wiederfindet.

SchülerInnen haben für sich selbst das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und Hassrede ausgelotet. Sie analysieren, wie terroristisches Handeln auf Spaltung der Gesellschaft ausgerichtet ist. Sie kennen aktuelle Stellungnahmen wichtiger MeinungsbildnerInnen aus der Politik und von Religionsvertreterinnen und können sie auf ihr eigenes Leben beziehen.

Sie kennen die Bedeutung des demokratischen säkularen Rechtsstaates in der österreichischen Ausprägung als Kooperationsmodell für die Bewahrung des sozialen und religiösen Friedens und individueller Freiheitsrechte. Sie analysieren, wie Religionsfreiheit und Freiheit der Rede und der Kunst nicht gegeneinander ausgespielt werden sollen, da sie nicht voneinander zu trennen sind.

Leitfaden für ReligionslehrerInnen

Oberösterreich: Starkes Zeichen bei Solidaritätskundgebung am Friedensplatz

Oberösterreich: Starkes Zeichen bei Solidaritätskundgebung am Friedensplatz
Mit einer gemeinsamen Schweigeminute setzten Vertreter von Zivilgesellschaft, Politik und Religionen beim Menschenrechtsbrunnen ein Zeichen der Verbundenheit mit der Wiener Bevölkerung und gegen Extremismus.

Es gab eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlags von Wien, und Kerzen wurden als Zeichen der Verbundenheit mit der Wiener Bevölkerung entzündet. Neben Bürgermeister Klaus Luger nahmen unter anderem der katholische Bischof Manfred Scheuer, der evangelische Superintendent Gerold Lehner, der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinde Binur Mustafi und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Charlotte Herman an der Kundgebung teil.

Auf die gesellschaftszersetzenden terroristischen Akte könne es nur eine Antwort geben: den Schulterschluss aller Institutionen und der Zivilgesellschaft für Frieden und Zusammenhalt, gegen Terror und Extremismus!